Der Umgang mit der unter Dopingverdacht stehenden Kamila Walijewa wirbelt weiter mächtig Staub auf: (News: Alle aktuellen Infos zu Olympia 2022)
Nun hat US-Sprinterin Sha‘Carri Richardson zum verbalen Rundumschlag ausgeholt und dem Internationalen Olympische Komitee (IOC) hinsichtlich der Affäre um die erst 15 Jahre alte russische Eiskunstläuferin rassistische Doppelmoral vorgeworfen.
Richardson, die im vergangenen Jahr wegen Cannabiskonsums von den Olympischen Sommerspielen in Tokio ausgeschlossen worden war, wetterte auf Twitter: „Können wir eine vernünftige Antwort kriegen, was der Unterschied zwischen ihrer (Walijewa, Anm. d. Red.) und meiner Situation ist?“
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„Den einzigen Unterschied, den ich sehe, ist, dass ich eine junge schwarze Frau bin“, fügte die 100-m-Läuferin an. „Es liegt alles an der Hautfarbe.“
US-Sprinterin Richardson wirft IOC Rassismus vor
Richardson hatte zu ihrem Fall argumentiert, sie habe nach dem Tod ihrer Mutter zu Cannabis gegriffen – zudem sei der Genuss des Rauschmittels in ihrem Wohnort Oregon legal. (DATEN: Der Zeitplan von Olympia 2022)
Doch letztlich scheiterte ihr Einspruch vor der US-Anti-Doping-Agentur (Usada) als auch der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) – anders als nun Walijewa, die nun trotz eines positiven Dopingbefunds aus dem Dezember 2021 bei Olympia auch ihren Einzelwettkampf bestreiten darf.
Bei der Teenagerin war in der A-Probe die Einnahme des Herzmittels Trimetazidin nachgewiesen worden und wegen ihres Status‘ als Minderjährige eine Sonderregelungen Wada herangezogen worden – auch darauf ging Richardson ein und merkte an, die in Cannabis befindliche Substanz THC nicht nachweislich leistungsfördernd sei.
IOC reagiert auf Rassismus-Vorwürfe
Für ihr Statement erntete Richardson sowohl Kritik als auch Zustimmung. (DATEN: Alle Ergebnisse bei Olympia 2022)
„Russland ist das Dopingproblem im Sport. Das IOC hat es zugelassen. Also geht es weiter“, meinte der viermalige Leichtathletik-Olympiasieger Michael Johnson.
Das IOC wies die Vorwürfe derweil zurück. „Da gibt es nicht viele Ähnlichkeiten zwischen diesen beiden Fällen“, sagte IOC-Sprecher Mark Adams am Mittwoch in Peking. Der maßgebliche Unterschied: Über Richardsons Verstoß habe man schon vor den Spielen entscheiden können.