Sieben Sekunden, die viele WWE-Fans schwer erbosten

Sieben Sekunden, die viele WWE-Fans schwer erbosten

Heute vor sieben Jahren endete die emotional eingeläutete WWE-Titelregentschaft von Kofi Kingston mit einer Demontage durch Brock Lesnar.

Sein später Aufstieg zum WWE-Champion war märchenhaft, das Ende des Märchens muss als ein bitteres bezeichnet werden.

Sechs Monate, nachdem Kofi Kingston bei WrestleMania 35 unverhofft die späte und emotionale Krönung seiner Wrestling-Karriere erlebte, degradierte WWE den Publikumsliebling heute vor sieben Jahren zum Opferlamm – zum Missfallen vieler Fans.

WWE: Kofi Kingstons Regentschaft endete in Demontage

Innerhalb weniger Sekunden und ohne jede Gegenwehr wurde Kingston am 4. Oktober 2019 bei Friday Night SmackDown von Superstar Brock Lesnar entthront. Bei der TV-Premiere auf dem damals neuen US-Sender Fox Kingston verkam zum Steigbügelhalter für die danach eingeläuteten Fehde zwischen Lesnar und dem damals von WWE für ein Programm mit Lesnar verpflichteten Ex-UFC-Star Cain Velasquez.

Kingston war zwar nicht der erste Star, der von Lesnar völlig zerstört wurde – man denke an die Demontage von John Cena beim SummerSlam 2014 -, trotzdem: Es sprach für sich, dass WWE billigend in Kauf nimmt, dass Kingston im Nachhinein wie ein Champion zweiter Klasse wirkte – genau das Image, gegen das er sich immer wehren musste. Kingston wurde „buried“ („begraben“), wie man es im archaischen Szene-Jargon nennt.

Viele Fans und Szenebeobachter haben die Aktion daher auch als Schlag ins Gesicht des Mannes aufgefasst, den eine Euphoriewelle der Fans im Frühjahr zuvor an die WWE-Spitze getragen hatte. Sie sahen als Bestätigung des Eindrucks, dass der damals noch bei WWE regierende Ligagründer Vince McMahon nie ganz überzeugt war von Kingston als Bannerträger – und mit der Demontage Kingstons die Verhältnisse wieder zurechtrücken wollte.

DEINE MEINUNG

Kingston selbst allerdings nahm erhobenen Hauptes hin, was ihm widerfuhr.

Kingston gerührt von Fanzuspruch

„Ich bin einmal mehr überwältigt von der Liebe, die ich hier in den vergangenen 24 Stunden erlebt habe“, schrieb er in einem längeren Statement auf Twitter: „Als WWE-Superstar hofft man immer, Momente zu erleben, die eine echte und positive Wirkung auf das Leben anderer Leute hat. Wenn ich mir all diese Nachrichten anschaue, würde ich sagen: Mission erfüllt.“

Kingston sprach allen Fans seinen Dank aus und zeigte sich „stolz und gerührt, dass ich euer Champion gewesen sein durfte“.

Der in Ghana geborene Kingston präsentierte sich so, wie man ihn oft erlebte: als unverfälscht demütigen und warmherzigen Menschen mit einer beeindruckend positiven Grundeinstellung – der seine späte Krönung nach zwölf Jahren im Diensten der Liga trotz allem als Privileg sah. Seine Fans und Kollegen belohnten ihn mit einem großen „Candystorm“.

Inzwischen bei Konkurrent AEW

Unter denjenigen, die Kingston trösteten, war auch der Mann, den Kingston als Champion entthronte: der damalige WWE-Kollege Bryan Danielson alias Daniel Bryan.

Via Twitter dankte Danielson Kingston „für einen meiner liebsten Karriere-Moment. Traurig zu sehen, dass seine Regentschaft so endet.“ Im selben Atemzug erinnerte Danielson Kingston an seine eigene Geschichte: „Ich verlor meinen ersten World Title in 18 Sekunden, es hat mich entschlossener (und wütender) gemacht. Ich bin sicher, mit Kofi wird dasselbe passieren.“

Tatsächlich jedoch sollte Kingstons WWE-Titelregentschaft seine einzige bleiben: Nach der klaren Niederlage gegen Lesnar verdingte sich der heute 45-Jährige wieder hauptsächlich als Tag-Team-Wrestler in der beliebten Gruppierung The New Day mit Xavier Woods und dem inzwischen verletzungsbedingt zurückgetretenen Big E.

In diesem Jahr verließen Kingston und Woods WWE, nachdem die Liga die beiden Veteranen zur Unterschrift unter einem niedriger dotierten Vertrag drängen wollten. Sie sind inzwischen als New Level bei Konkurrent AEW aktiv, zu dem auch Danielson 2021 gewechselt war.