Aicher kritisiert Pläne zur Ausweitung des Rennkalenders

von SID
Aicher kritisiert Pläne zur Ausweitung des Rennkalenders

Auch Kira Weidle-Winkelmann und Bundestrainer Andreas Puelacher können den Visionen des Skiweltverbandes FIS wenig abgewinnen.

Ski-alpin-Star Emma Aicher hat die Pläne des Weltverbandes FIS kritisiert, dem Rennkalender weitere Wettkämpfe hinzuzufügen. Um ermüdungsbedingte Stürze und Verletzungen zu verhindern, müssten jedoch auch die Athletinnen und Athleten selbst auf ihre Belastungssteuerung achten, so die dreimalige Olympia-Silbermedaillengewinnerin.

„Ich fahre ja sehr gerne Rennen, wüsste aber nicht, wann sie noch mehr Rennen reinbringen wollen“, sagte Aicher im Interview mit BR24. Der Kalender sei ab Mitte November bis Ende März „eigentlich voll“. Bei der Belastungssteuerung nimmt die 22 Jahre alte Vielfahrerin allerdings auch die Aktiven selbst in die Pflicht: „Wenn man müde ist, kann es immer gefährlich werden. Aber das muss jede Athletin und jeder Athlet selber schauen.“

Ihre Speed-Kollegin Kira Weidle-Winkelmann sieht ebenfalls kaum eine Möglichkeit, den aktuellen Weltcup-Kalender noch zu erweitern: „Meines Erachtens ist die einzige Möglichkeit, das nach hinten zu strecken.“ Die Silbermedaillengewinnerin in der olympischen Team-Kombination wünscht sich stattdessen eine Umverteilung der Rennen: „Ich hätte gerne mehr Speed-Rennen. Es sind aktuell mehr Technik-Rennen im Plan als Speed.“ Die 30-Jährige weist damit auch auf ein Ungleichgewicht im Gesamtweltcup hin, da bei den Speed-Rennen „leichter mal etwas abgesagt wird“.

Auch Alpin-Bundestrainer Andreas Puelacher hält von den Plänen der FIS wenig: „Wir haben dieses Jahr schon ein Riesenprogramm, gerade vor der WM.“ Der Österreicher sieht eine Problematik in der Belastungssteuerung seiner Athletinnen, die „keine Zeit mehr zum regenerieren“ hätten. Für die finanziellen Probleme des Skiweltverbandes wünscht er sich andere Lösungen: „In meinen Augen müsste man die Qualität der Rennen anheben und nicht die Menge der Rennen“. Man müsse „die Weltcup-Rennen mehr zu einem Event machen“, bringt der 62-Jährige stattdessen ein.

DEINE MEINUNG

Der diesjährige Weltcup-Kalender umfasst bereits sieben Rennen mehr als in der Olympia-Saison 2025/26. Zusätzlich brachte der neue FIS-Präsident Alexander Ospelt vor kurzem den Plan vor, in jedem nicht-olympischen Jahr alpine Weltmeisterschaften abzuhalten. Skistars wie die sechsmalige Gesamtweltcupsiegerin Mikaela Shiffrin oder der Österreicher Marco Schwarz kündigten zuletzt an, in dieser Saison auf einige Rennen zu verzichten.