DESG-Präsidium unter Druck: „Merkwürdiges Demokratieverständnis“

von SID
DESG-Präsidium unter Druck: „Merkwürdiges Demokratieverständnis“

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Lugk meint: Die Verbandsführung habe das Ziel "völlig aus den Augen verloren". Sie deutet Konsequenzen an.

Bettina Lugk, sportpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, hat der Führung der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) mangelndes Verantwortungsbewusstsein vorgeworfen und finanzielle Folgen für den Wintersportverband angedeutet. Die DESG-Spitze mit ihrem Präsidenten Matthias Große hatte am Donnerstag eine Mitgliederversammlung, auf der auch über ihre Zukunft abgestimmt werden sollte, um vier Monate verschoben.

„Das Präsidium hat den deutlichen sportpolitischen Auftrag die Entwicklungspotenziale unserer Athleten zu fördern, um sie national wie international erfolgreich in Wettkämpfe führen zu können. Dieses Ziel haben die Verantwortlichen um den Präsidenten wohl völlig aus den Augen verloren“, sagte Lugk: „Daher werde ich die weiteren Vorgänge weiterhin sehr genau verfolgen – auch mit Blick auf die Bundesförderung für den Verband.“

Die Verschiebung der für Samstag angesetzten Mitgliederversammlung durch das DESG-Präsidium zeuge „von einem sehr merkwürdigen Demokratieverständnis – um es einmal diplomatisch auszudrücken“, sagte die Bundestagsabgeordnete und fügte hinzu: „Unsere Athleten am Erfurter Stützpunkt leben seit Monaten in Unsicherheit, wie es für sie in Zukunft weitergeht. Dies und noch viel mehr hätte zwingend auf der Mitgliederversammlung geklärt werden müssen. Eine Verschiebung deutlich ins nächste Jahr hinein, wird der Verantwortung eines Spitzensportverbandes nicht gerecht.“

Am Status des Erfurter Stützpunktes hatte sich ein Streit innerhalb der DESG entzündet. Die Verbandsspitze plant, ihre Topathleten in Berlin und Inzell zusammenzuziehen und Erfurt zum Nachwuchsstützpunkt zu degradieren, dabei hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) den Stützpunkt in Thüringen zuletzt als vollwertigen „Profil 1“-Standort bestätigt. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung soll der Bund als Fördermittelgeber dieser Empfehlung gefolgt sein, ein Bescheid werde zeitnah erwartet.

DEINE MEINUNG

Die Verbandsspitze um Präsident Große hatte die Verschiebung der Versammlung auf den 13. Februar 2027 mit dem Fehlen wichtiger Informationen begründet, auf deren Basis keine Strukturgespräche stattfinden könnten. „Die dafür erforderlichen abschließenden Entscheidungen der zuständigen Fördermittelgeber liegen derzeit der DESG noch nicht vor. Diese gilt es abzuwarten“, hieß es in einer Mitteilung.