Suhl will weiter überraschen
Als Double-Sieger geht der VfB Suhl in die neue Spielzeit. Kann das Überraschungsteam der Vorsaison die Liga erneut aufmischen?
Den Blick in die Vergangenheit, so schön er auch ist, möchte Roosa Laakkonen tunlichst vermeiden. „Die letzte Saison ist für mich bereits eine Erinnerung“, sagt die Mittelblockerin des VfB Suhl im Gespräch mit dem SID. Sie denke zwar „manchmal darüber nach, was in diesem Jahr passiert ist – aber die nächste Spielzeit liegt vor uns, und ich will mich einfach auf die Zukunft fokussieren.“ Schließlich fällt der offizielle Startschuss für die Double-Siegerinnen in der Volleyball Bundesliga (VBL) bereits am Samstag.
Suhls Supercup-Sieg weckt Hoffnung
Für einen ersten Höhepunkt haben die Spielerinnen jedoch schon vor dem Ligaauftakt gegen die Skurios Volleys Borken (19.00 Uhr/DYN) längst gesorgt: Den nächsten Titel durfte Suhl, das neben der ersten Meisterschaft in der Fabelsaison 2025/26 auch den DVV-Pokal gewann, bereits am vergangenen Samstag bejubeln. Nach dem 3:0 gegen den Dresdner SC reckte Kapitänin Laakkonen strahlend die Supercup-Trophäe in die Höhe.
Sie selbst sei „einfach gespannt, wie es laufen wird“, hatte die 32-Jährige vor dem ersten Gradmesser noch betont – und bereits jetzt scheinen die ersten kleinen Fragezeichen nach dem erfolgreichen Auftakt beseitigt. Ein „One-Hit-Wonder“ will Suhl nach seinem grandiosen Erfolgsjahr schließlich nicht bleiben. Doch kann der kleine Verein aus der beschaulichen Stadt in Thüringen die Großen der Liga erneut ärgern?
Titelkampf und Champions-League-Traum
Rekordmeister SSC Palmberg Schwerin und die Allianz MTV Stuttgart, zuletzt von 2022 bis 2024 Liga-Champion, dürften etwas dagegen haben, sich im Titelkampf wieder nur mit der Zuschauerrolle begnügen zu müssen. Zumal das auch in der Champions League der Fall sein wird – die besten Mannschaften Europas reisen nach Dresden und Suhl. Für Laakkonen ein lang gehegter Kindheitswunsch: „In diesem Wettbewerb anzutreten, war schon seit ich angefangen habe Volleyball zu spielen, ein Traum von mir – ich hätte nie gedacht, dass ich das mit Suhl schaffen würde.“
Die erfolgreichen Zeiten in Suhl sollen weitergehen, die Kontinuität des Vereins spricht dafür. „Es war fantastisch, die Entwicklung dieses Klubs mitzuerleben“, sagte auch Laakkonen, die seit 2022 bei den Wölfinnen spielt und dort in ihre fünfte Saison geht. Im Volleyball ist sie damit eher die Ausnahme. So hat beispielsweise Liga-Topscorerin Monika Brancuska den Verein Richtung Ausland verlassen, die herausragende Mackenzie Foley spielt nun beim Konkurrenten aus Dresden. Mit derartigen Entwicklungen steht Suhl nicht alleine da – auch wenn die namhaftere Ligakonkurrenz oft mehr Talent halten oder anziehen kann.
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Mit überragender Mentalität und unumstößlicher Leidenschaft will Suhl trotzdem wieder angreifen – auch die Ereignisse in der Vorsaison hatten die Spielerinnen sich schließlich kaum ausmalen können. „Aber manchmal“, das weiß Laakkonen inzwischen, „werden Träume wahr“.