Zerbricht die Karriere eines potenziellen NFL-Superstars?
Superstar nicht zu stoppen: Diese Zahlen beeindrucken
Jayden Daniels bereitet NFL-Fans Sorgen. Auch Tom Brady leidet mit dem talentierten Quarterback, der sich am Sonntag womöglich eine folgenschwere Verletzung zugezogen hat. In Washington rücken dunkle Erinnerungen aus der Vergangenheit wieder ins Gedächtnis.
Robert Griffin III fuhr eine Runde auf seinem Fahrrad durch die Nachbarschaft. Dann zückte er sein Handy und musste seine Gedanken teilen. Denn es kann wohl kaum jemand besser nachvollziehen, wie sich Jayden Daniels fühlen wird.
Der junge Quarterback der Washington Commanders hatte sich gegen die Dallas Cowboys eine Horror-Verletzung zugezogen und den linken Ellenbogen ausgekugelt. Die Bilder waren erschreckend. Nun steht Daniels, der als potenzieller Superstar der Liga gilt, vor einer ungewissen Zukunft – genau wie einst Griffin.
2012 hatte Griffin III in Washington – damals unter dem Namen Redskins – das Zepter als Spielmacher in der Hand gehabt. Die Herzen der Fans und Mitspieler waren „RG3“ aufgrund seiner spektakulären Spielweise mit vielen schnellen Läufen und Pässen nur so zugeflogen. Ihm sollte die Zukunft gehören.
Doch nach nur drei Spielzeiten und wiederkehrenden Verletzungsproblemen musste man in Washington einsehen, dass Griffin III nicht der auserkorene Heilsbringer sein würde. Zu stark war er durch seine Verletzungen an Knöchel und Knie zurückgeworfen worden. Fans fürchten nun, dass Daniels, der dem jungen Griffin III vom Spielstil durchaus ähnelt, das gleiche Szenario droht.
Daniels erneut schwer verletzt
„Die Washington Commanders sollten Jayden Daniels für die nächsten 15 Jahre als ihren Franchise-QB haben. Ich bete dafür, dass all die Verletzungen ihm oder den Fans das nicht wegnehmen. Hoffentlich verlieren wir das nicht. Verletzungen können dich wirklich tief nach unten ziehen, vor allem wenn du das Gefühl hast, dass du gut drauf bist. Meine Güte, wie gut er heute bis zur Verletzung war“, sagte Griffin III auf seinem Rad über seinen späten Erben.
Daniels kam 2024 nach Washington und sorgte direkt für große Furore. Er wurde Rookie des Jahres und führte sein Team sensationell tief in die Playoffs. Nur ein Sieg trennte die Commanders vom Super Bowl. Alle waren sich sicher: Dieser Daniels hat eine riesige Zukunft vor sich!
In der vergangenen Saison kam dann aber der erste richtige Dämpfer. Gegen die Seattle Seahawks kugelte sich Daniels den linken Ellbogen aus. Die Saison war damit quasi nach dem sechsten Saisonspiel beendet, Daniels spielte nur noch einmal.
Gegen die Dallas Cowboys wiederholte sich die Szene dann fast. Kurz vor der Pause verlor Daniels mit den Füßen den Halt, wurde von einem Gegenspieler gestört und stützte sich mit dem linken Arm am Boden ab. Dann knickte der schon in der letzten Saison verletzte Ellenbogen unnatürlich weg. Daniels schrie, wurde mit einem Wagen vom Feld gefahren und schmiss sich ein Handtuch über den Kopf.
Erinnerungen an Griffin III werden wach
Während man in der letzten Saison auf eine konservative Behandlung setzte und sich gegen eine Operation entschieden hatte, weil keine Bänder am Ellbogen in Mitleidenschaft gezogen wurden, drängt sich nun die Frage auf, ob die erneute Verletzung durch einen Eingriff hätte verhindert werden können.
Was also nun? Erneut eine OP umgehen und ein hohes Risiko einer erneuten Verletzung an der Stelle eingehen? Dann wäre er wohl in rund vier bis fünf Wochen wieder fit. Oder lässt er sich doch operieren und beendet somit nach nur eineinhalb Partien bereits die Saison vorzeitig?
In der NFL leiden sie nun mit Daniels mit. Als die Wiederholung der Szene bei Fox Sports lief, konnte der sonst so besonnene Tom Brady am Mikrofon auch nicht beruhigen. „Oh shit“, brüllte die Ikone Brady, als er den ausgekugelten Ellbogen bei einer Wiederholung der Szene registrierte. Für die Nutzung seiner Sprache musste er sich wenig später sogar beim Publikum entschuldigen.
Auch Cowboys-Trainer Brian Schottenheimer drückte nach dem Spiel sein Mitgefühl aus: „Bevor ich starte mit allem anderen, möchte ich zu Jayden Daniels sagen, dass er ein überragender Wettkämpfer ist. Ich weiß, dass er gut zurückkommen wird. Was für ein Spieler. Ich hasse es, sowas im Spiel zu sehen.“
Daniels steht vor ungewisser Zukunft
Laut Commanders-Trainer Dan Quinn ergaben Röntgenaufnahmen keinen Hinweis auf einen Bruch. Daniels werde sich gegen Wochenbeginn weiteren bildgebenden Untersuchungen unterziehen. Quinn ging davon aus, dass Daniels noch in dieser Saison zurückkehren wird, und betonte: „Ich habe keinen Grund, etwas anderes anzunehmen.“
Washington steht nun bei zwei Niederlagen nach zwei Partien. Sollte Daniels länger ausfallen, könnten die Playoff-Hoffnungen zum Zeitpunkt einer möglichen Rückkehr bereits erloschen sein. Weitere Einsätze des potenziellen Superstars wären dann unnötig.
Und so droht nun schon die zweite Saison in Folge, in der Daniels die meiste Zeit nur Zuschauer sein kann. Die dunklen Erinnerungen der Washington-Fans an „RG3“ rücken wieder ins Gedächtnis. Der hatte seine Karriere schließlich im Alter von nur 31 Jahren beenden müssen und war auch in den Jahren zuvor nur noch ein Schatten seiner Anfangszeit in der NFL gewesen.
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Doch es gibt auch Hoffnung. Joe Burrow dürfte für Daniels nun das größte Vorbild werden. Der Quarterback der Cincinnati Bengals erlitt ebenfalls zwei schwere Verletzungen in der Frühphase seiner NFL-Karriere und kehrte jeweils zu alter Stärke zurück. Das ist aus neutraler Sicht auch Jayden Daniels zu wünschen.