Zverev-Schreck bei Mission Weltspitze
"Wer auch immer glaubt, dass ich geflirtet habe, ist ein Idiot"
Der deutsche Tennisstar hat in der chinesischen Metropole ein klares Ziel: Der Sprung an die Spitze ist nah.
Trotz Schrecksekunde fokussiert zum Auftaktsieg: Alexander Zverev ist auf seiner Mission Weltranglistenspitze erfolgreich ins Masters von Shanghai gestartet. Der Sieger der French Open und US Open setzte sich am Freitag 6:4, 7:6 (7:4) gegen Lokalmatador Wu Yibing durch.
Zverev, der im zweiten Satz mit dem linken Fuß leicht wegrutschte und kurz auf dem Platz sitzenblieb, hat ein klares Ziel vor Augen: Er will ins Halbfinale, dann wäre er laut Berechnungen der Spielerorganisation ATP zum Jahresende sicher die Nummer eins der Welt.
„Ich bin sehr froh darüber, dass ich es heute in zwei Sätzen geschafft habe. Er geht voll auf jeden Ball, ich habe aber gut serviert“, sagte Zverev nach seinem erfolgreichen Turniereinstieg. Er kann in der 25-Millionen-Metropole viel Boden in der Verfolgung auf Jannik Sinner gutmachen. Der Südtiroler, aktuell an der Spitze des Rankings, hat seine Saison aufgrund von Knieproblemen vorzeitig beendet – und wird in der Endphase der Saison entsprechend weitere Punkte verlieren.
Zverev jagt die Nummer eins
Für Zverev geht es bei normalem Verlauf nur noch um den Zeitpunkt, wann er als erster deutscher Profi seit Boris Becker auf den Tennisthron klettert. „Es ist im Moment ein Gesprächsthema für alle“, hatte er vor seinem Turnierstart gesagt. Der Olympiasieger von Tokio kann das große Thema zwangsläufig nicht komplett ausblenden, betonte aber in Shanghai seinen Fokus auf die eigenen Auftritte und damit den Auftakt gegen Wu.
Im ersten Satz war die hohe Konzentration des klaren Favoriten dann auch direkt zu spüren. Zverev brachte 74 Prozent seiner wuchtigen ersten Aufschläge ins Feld und ließ den Außenseiter nie an einem Break schnuppern. Im zweiten Durchgang nahm Zverev seinem Kontrahenten direkt den Aufschlag ab, doch Wu kam noch einmal zurück und gestaltete das Duell nun ausgeglichener. Beim Stand von 5:5 überstreckte Zverev seinen Fuß, bewegte sich nach dem Schreck aber schnell wieder gut.
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2019 war Zverev in Shanghai ins Finale vorgestoßen, ein ähnliches Topresultat würde ihm zum Jahresende die Nummer eins sichern. Und die Chance eröffnen, schon beim Turnier in Wien (26. Oktober bis 1. November) an die Spitze zu springen.