Rosberg: Mein Vater riet mir zu Flucht vor Michael Schumacher
Als Schumachers Stern aufging
Nico Rosberg ging in der Formel 1 einst als Teamkollege von Michael Schumacher auf Punktejagd. Für den späteren Weltmeister ein Horrorszenario.
Für Nico Rosberg war die Ankunft von Michael Schumacher bei Mercedes ein Horrorszenario. Wie der einstige Weltmeister nun enthüllte, riet ihm sogar sein eigener Vater zur Flucht vor dem Rekordchampion der Formel 1.
2010 hatte sich Rosberg dem deutschen Rennstall angeschlossen – wenige Wochen nach seiner Unterschrift wurde ihm mitgeteilt, dass Schumacher aus dem Ruhestand zurückkehren werde. Als Pilot bei Mercedes.
„Das war der Ultra-Schock! Der Größte aller Zeiten, der Unantastbare, der, den nie jemand schlagen konnte. Crazy, da habe ich mal richtig Schiss bekommen. So hatte ich das nicht geplant“, zitierte der Spiegel Rosberg über seine eigene Reaktion, die er im kommende Wochen erscheinende Buch Über Michael Schumacher und die deutsche Ära in der Formel 1 offenbarte.
Schumacher? „Du musst da so schnell wie möglich weg“
Ob er bei den Silberpfeilen überhaupt unterschrieben hätte, wenn er von der Ankunft des siebenmaligen Weltmeisters gewusst hätte? „Ich weiß es nicht. Mercedes ist Mercedes. Und so viele attraktive Alternativen gab es ja nicht. Aber vielleicht hätte ich auch dankend abgelehnt, weil mir mein Vater vehement davon abgeraten hätte.“
Keke Rosberg, der 1982 in der Königsklasse selbst zum Titel fuhr, habe ihm gesagt: „‚Du musst da so schnell wie möglich weg.‘ Das war seine Wortwahl: Weg da, so schnell wie möglich.“
Hintergrund: Rosberg senior hatte bereits seine eigenen Erfahrungen mit „Schumi“ gemacht. Einst hatte er den Finnen J.J. Lehto als Manager betreut, der bei Benetton im Cockpit neben dem deutschen Dominator landete.
„Michael hatte schon das ganze Team nach seinen Vorstellungen um sich herum gebaut, sehr clever und zielgerichtet“, erzählte Rosberg über die Vorkommnisse in der Saison 1994: „J.J. durfte nicht mal in das Ingenieursmeeting, der sollte gar nichts wissen und wurde komplett ausgeschlossen. Mein Vater war extrem traumatisiert, weil sein Schützling am Ende der Saison bei Benetton rausflog und keinen Job mehr in der Formel 1 fand.“
„Ich war ein Nobody und er der liebe Gott“
Die Rosbergs fürchteten offensichtlich eine Wiederholung dieses Szenarios: „Im Vergleich zu Michael war ich ja ein Nichts. Michael hatte 91 Grands Prix gewonnen, ich war ein Nobody und er der liebe Gott.“
Rosberg berichtete von Strategie-Meetings, in denen er praktisch keine Rolle spielte: „Ich fand, ich existiere gar nicht. Ich war wie heiße Luft da. So was ist für einen jungen Fahrer natürlich schwierig.“
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2013 erhielt Rosberg mit Lewis Hamilton einen neuen Teamkollegen. Drei Jahre später sollte er seinen ersten und einzigen WM-Titel einfahren, wenig später trat der heute 41-Jährige zurück.