Bahrain? Malaysia? Hauptsache Rennen
Die Formel 1 hat große Anstrengungen unternommen, ein wegen des Irangkrieges abgesagtes Rennen noch stattfinden zu lassen. Warum eigentlich?
Nicht nur der Name sorgt für Verwirrung. „Es fühlt sich nach Bahrain an hier“, sagte Audi-Pilot Nico Hülkenberg nach der Ankunft in Malaysia. „Im Fahrerlager, beim Mobiliar, beim Staff. Das haben sie gut hinbekommen.“ Alles ist also bereit in Sepang für den „Großen Preis von Bahrain in Malaysia“. Unter diesem Titel läuft das 16. Saisonrennen der Formel 1 am Sonntag (9.00 Uhr MESZ/Sky) – die Gründe dafür liegen im Frühjahr 2026.
Formel 1 plant Ersatzrennen in Sepang
Nach dem Angriff der USA und Israels auf den Iran und den Reaktionen der Iraner musste die Königsklasse ihren Kalender anpassen. Die für April geplanten Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien konnten nicht stattfinden und wurden – zunächst ohne Ersatz – gestrichen. Da eine Lösung des Konflikts weiterhin nicht absehbar ist, musste die Formel 1 die Hoffnung auf eine Rückkehr noch in diesem Jahr verwerfen.
Auf viel Geld wollte die Rennserie aber nicht verzichten, daher das Ersatzrennen in einem anderen Land. Bahrain gehört zu den besonders zahlungskräftigen Standorten, der Formel 1 wären allein durch die fehlende Antrittsgage viele Millionen Dollar entgangen. In Sepang kann Bahrain nun seinen werbewirksamen Grand Prix ausrichten, tritt als Gastgeber auf und übernimmt daher auch einen großen Teil der Zahlung an die Formel 1.
TV-Verträge erzwingen volle Saison
Auch mit Blick auf die Saisonverträge war es für die Rennserie wichtig, das Rennen irgendwie stattfinden zu lassen. Die meisten TV- und Sponsorenverträge sehen eine Mindestanzahl von 21 bis 22 Rennen vor, diese Zahl wackelte: Ursprünglich standen 24 Rennen im Kalender, außer Bahrain und Saudi-Arabien liegen auch Katar (29. November) und Abu Dhabi (6. Dezember) in der betroffenen Region. Die beiden abschließenden Rennen könnten noch durch einen WM-Lauf in Imola ersetzt werden.
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Malaysia bot sich für das freie Wochenende des 3. und 4. Oktober an, weil die anschließende Weiterreise nach Singapur (11. Oktober) relativ problemlos funktioniert. Der Kurs, entworfen vom deutschen Streckenarchitekten Hermann Tilke, ist zudem populär. Von 1999 bis 2017 war die Formel 1 dort zu Gast.