MotoGP-Rennen in Katar: Márquez winkt zehnte WM-Krone

von SID
MotoGP-Rennen in Katar: Márquez winkt zehnte WM-Krone

Der Weltmeister aus Spanien kann den Titelkampf am Sonntag vorzeitig für sich entscheiden - wenn die Konkurrenz mitspielt.

Vor dem umstrittenen Grand Prix von Katar ist der Sport etwas in den Hintergrund gerückt, dabei kann MotoGP-Star Marc Márquez am Wochenende in der Wüste seinen zehnten Weltmeistertitel holen. Damit es zur vorzeitigen Krönung des Spitzenreiters aus Spanien kommt, muss aber auch die Konkurrenz in der Motorrad-Königsklasse mitspielen.

Das Titelrennen ist vor der drittletzten WM-Station realistisch gesehen nur noch ein Dreikampf. Ducati-Werksfahrer Márquez führt im Klassement mit 399 Punkten vor dem Aprilia-Duo Jorge Martín (Spanien/355) und Marco Bezzecchi (Italien/332). Im Sprint am Samstag und im Grand Prix am Sonntag (jeweils 17.00 MEZ/beide Sky und DF1) muss Titelverteidiger Márquez insgesamt 30 Punkte mehr holen als Martín und acht Punkte als Bezzecchi – dann ist alles durch.

Beides ist möglich, da Martín große Probleme plagen. Nach einem in Australien erlittenen Handgelenkbruch hatte der Verfolger am vergangenen Wochenende in Sepang nach drei Trainings aufgegeben und nicht an den Rennen teilgenommen. Es ist unklar, wie fit der Champion von 2024 ist. Márquez muss aber in jedem Fall im Sprint mindestens Fünfter werden, sonst kann er frühestens in Portimao/Portugal (20. bis 22. November) für die Entscheidung sorgen.

Stefan Bradl hält eine Entscheidung in Katar für möglich. „Man weiß ja, Jorge Martín ist nicht fit“, sagte der frühere MotoGP-Pilot dem SID, der Spanier sei jedoch „ein Typ, der halt einfach nicht aufgibt. Aber Marc Márquez hat auf der anderen Seite auch absolut keinen Stress, sondern alles selbst in der Hand.“ Er schätze den Weltmeister „auch clever genug ein, dass er die Situation dann so managt, dass es für ihn optimal ausgeht“, so ServusTV-Experte Bradl, „und dass er auch geduldig genug ist, um zu sagen: Okay, wenn es jetzt nicht hier ist, dann bereite ich es eben so vor, dass es in Portimao klappt.“

DEINE MEINUNG

Dass Márquez nun in dieser hervorragenden Ausgangsposition ist, war lange nicht zu erwarten. 161 Tage vor dem Grand Prix in Lusail, der wegen der Sicherheitslage im Nahen Osten nur unter Protest des Großteils der Fahrer stattfindet, hatte der 33-Jährige noch 102 Punkte hinter der Spitze gelegen.

Für Márquez wäre es der zehnte Titel insgesamt, der achte in der MotoGP. 2010 hatte er bei den 125ern, 2012 in der Moto2 triumphiert. Der Überflieger aus Cervera würde im Falle eines Erfolges unter anderem die Legende Valentino Rossi hinter sich lassen, der Italiener wurde neunmal Weltmeister. Nur Giacomo Agostini (Italien/15) und Ángel Nieto (Spanien/13) waren in der Geschichte erfolgreicher.