Olympia-Chef tritt zurück

von SID
Olympia-Chef tritt zurück

Edgar Grospiron verkündet seinen Rücktritt. Er hatte mit dem Organisationskomitee für die Olympischen Winterspiele 2030 eine schwere Führungskrise durchlebt.

Dreieinhalb Jahre vor den Olympischen Winterspielen 2030 in den französischen Alpen geht das Organisationskomitee durch eine schwere Führungskrise und sucht nun einen neuen Präsidenten.

Amtsinhaber Edgar Grospiron erklärte am Donnerstag seinen Rücktritt, das teilten das OK und der 57-Jährige selbst mit. „Nach mehreren Monaten voller Spannungen auf der Führungsebene komme ich zu dem Schluss, dass die Bedingungen für mich nicht mehr gegeben sind, dieses Abenteuer fortzusetzen“, schrieb Grospiron, 1992 Ski-Olympiasieger auf der Buckelpiste, bei LinkedIn. Es sei mittlerweile „richtiger, den Staffelstab weiterzugeben, als daran festzuhalten“.

Generalversammlung am Montag

Das OK sprach in einer Mitteilung von einem „gewollten, organisierten und verantwortungsvoll vollzogenen Übergang, im Interesse des Projekts und seiner Governance.“ Auf einer für den kommenden Montag vorgesehenen Generalversammlung solle „die Übergangsphase bis zur baldigen Ernennung einer neuen Präsidentin oder eines neuen Präsidenten“ organisiert werden.

Bereits im vergangenen Dezember hatte der Rücktritt der operativen Direktorin Anne Murac den Beginn einer Serie von Abgängen markiert. Diese fand mit dem Rücktritt des stellvertretenden Vorsitzenden Cyril Linette ihren Höhepunkt. Linette verkündete seinen Abgang während der Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo und begründete den Schritt mit „unüberbrückbaren Differenzen“ mit Grospiron.

IOC bedankt sich bei Grospiron

Zudem hatten wichtige Entscheidungsträger den Glauben an eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Grospiron verloren und teilten dies dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) im vergangenen Monat auch mit – darunter Frankreichs Regierung und auch die Olympia-Regionen Provence-Alpes-Cote d’Azur und Auvergne-Rhone-Alpes sowie das Olympische und Paralympische Komitee Frankreichs.

Das IOC dankte Grospiron am Donnerstag in einer ersten Reaktion für seine „entscheidende Arbeit“ und bezeichnete die wirtschaftlichen Grundlagen des Projekts als „solide“. Es profitiere zudem „von der Ausarbeitung eines robusten übergreifenden Standortkonzeptes“.