Agyekum pulverisiert deutschen Rekord
Emil Agyekum stellt einen neuen deutschen Rekord auf. In einem herausregendem Rennen muss sich der EM-Zweite nur den drei Topstars geschlagen geben.
Vize-Europameister Emil Agyekum hat zum Abschluss einer herausragenden Saison seinen deutschen Rekord über 400 m Hürden pulverisiert.
Der 27-Jährige vom SCC Berlin wurde im Finale der neuen Ultimate Championship der Leichtathletik in Budapest Vierter und blieb in 47,10 Sekunden satte 35 Hundertstel unter seiner bisherigen Bestmarke aus dem Juli.
400 m Hürden: dos Santos düpiert Konkurrenz
Agyekum musste sich in einem herausragend starken Rennen nur den drei Topstars über diese Distanz geschlagen geben. Weltrekordler Alison dos Santos (Brasilien) siegte in 45,98 Sekunden vor Paris-Olympiasieger Rai Benjamin (USA/46,40) und Tokio-Olympiasieger Karsten Warholm (Norwegen/46,78). Dos Santos hatte Ende August in Zürich in 45,80 Sekunden Warholm den Weltrekord (zuvor 45,94) entrissen).
Agyekum, der nach fast 50 Jahren Harald Schmid als deutschen Rekordhalter abgelöst hatte, rückte unter die Top 10 der allzeitschnellsten Läufer über die Hürdenrunde auf, teilt sich Platz neun mit Sambias Volksheld Samuel Matete, dem Weltmeister von 1991. Hinter Europameister Warholm ist Agyekum nun zweitschnellster Europäer der Geschichte.
Speerwerfen: Weber auf Platz drei
Speerwurf-Europameister Julian Weber (Mainz) wurde am letzten Tag der Wettkämpfe in Budapest Dritter und kassierte dafür satte 40.000 Dollar Prämie. Überlegener Sieger und damit um 150.000 Dollar reicher war Rumesh Pathirage aus Sri Lanka (91,09). Als Zweiter lag der zweimalige Weltmeister Anderson Peters (Grenada/86,18) knapp vor Weber (85,89). Über 1500 m belegte der deutsche Rekordhalter Robert Farken (Leipzig) in 3:32,90 Minuten Rang elf beim Sieg des Briten Josh Kerr (3:29,35).
Highlight des Abschlusstages war die erneute Show der US-Sprinter Melissa Jefferson-Wooden und Kenny Bednarek. Einen Tag nach ihren Siegen über 100 m triumphierten beide auch über die doppelte Distanz. Jefferson-Wooden lief in 21,47 Sekunden bei leichtem Gegenwind bis auf 13 Hundertstel an den Uralt-Weltrekord von Florence Griffith-Joyner aus dem Jahr 1988 heran und auf Platz drei der „ewigen“ Bestenliste. Bednarek siegte in 19,52 Sekunden – nur sechs Läufer waren jemals schneller.
Die Ultimate Championship fand in Budapest erstmals statt. Der Leichtathletik-Weltverband wollte ein kompaktes, fernsehfreundliches Format mit nur 28 Entscheidungen in drei Tagen schaffen, so wurden etwa der Zehnkampf, Kugelstoßen, Diskuswurf oder Marathon gestrichen, was für Unmut unter den nicht berücksichtigten Athleten und Athletinnen sorgte.
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Die Teilnehmenden lockte auch die Aussicht auf einen großen Zahltag am Saisonende nach Budapest. Nie zuvor in der Leichtathletik wurde ein so hohes Preisgeld ausgeschüttet. Zusammen kassierten die Athleten zehn Millionen US-Dollar, jeder Sieger einer Einzeldisziplin erhielt 150.000 US-Dollar.