Ikone und Vaterfigur: Er schuf eine Legende und starb vor der Vollendung

von SPORT1
Ikone und Vaterfigur: Er schuf eine Legende und starb vor der Vollendung

Ohne ihn hätte es Mike Tyson nie gegeben. Cus D’Amato formte einige der größten Boxer seiner Zeit, wurde für viele seiner Schützlinge mehr als nur ein Trainer. Heute vor 41 Jahren starb die Box-Ikone im Alter von 77 Jahren.

Als der junge Mike Tyson Ende der siebziger Jahre in schwierigen Verhältnissen in Brooklyn aufwuchs, schien eine Zukunft als Weltstar kaum vorstellbar. Doch dann trat Cus D’Amato in sein Leben.

Der legendäre Trainer erkannte früh das außergewöhnliche Talent des Jugendlichen. Als Tyson mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt geriet, nahm D’Amato ihn nicht nur in sein Trainingsprogramm auf, sondern auch in seine Familie.

Der Mann, der an Mike Tyson glaubte

Für Tyson wurde der italienischstämmige Coach zur Vaterfigur. Nach dem frühen Tod seiner Mutter wurde Tyson von D’Amato sogar adoptiert.

Jahre später sagte der spätere Schwergewichtsweltmeister immer wieder, dass niemand sein Leben stärker geprägt habe als D’Amato. Umso tragischer, dass D’Amato bereits am 4. November 1985 an einer Lungenentzündung starb und die Krönung seines Schützlings zum Weltmeister nicht erlebte.

Von der Bronx an die Spitze der Boxwelt

Cus D’Amato wurde am 17. Januar 1908 in New York als Sohn italienischer Einwanderer geboren.

Schon früh fand er seine Leidenschaft für den Boxsport. Eine eigene Karriere als Kämpfer blieb ihm wegen einer Augenverletzung verwehrt. Stattdessen widmete er sein Leben der Ausbildung junger Talente.

Seine Trainingsphilosophie war außergewöhnlich. D’Amato lehrte seine Boxer nicht nur Schläge und Technik. Er beschäftigte sich intensiv mit Psychologie und versuchte, mentale Stärke systematisch aufzubauen.

Berühmt wurde sein Leitsatz über die Angst: Mut sei nicht die Abwesenheit von Furcht, sondern die Fähigkeit, sie zu kontrollieren.

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D’Amato formte mehrere Weltmeister

Lange vor Tyson hatte D’Amato bereits Boxgeschichte geschrieben. Mit Floyd Patterson führte er einen seiner berühmtesten Schüler 1956 zum Gewinn der Schwergewichts-Weltmeisterschaft. Patterson wurde damals der jüngste Weltmeister der Königsklasse.

Später machte D’Amato auch José Torres zum Weltmeister im Halbschwergewicht. Sein Ruf als Talentschmied war längst legendär, als er Tyson entdeckte.

Viele Experten waren überzeugt, dass D’Amato ein besonderes Gespür für außergewöhnliche Boxer besaß. Er erkannte nicht nur deren körperliche Fähigkeiten, sondern auch ihre mentale Verfassung.

Der Tod kam kurz vor Tysons Durchbruch

1985 schien Tyson bereit für den großen Durchbruch. Der damals 19-Jährige gewann Kampf um Kampf und galt bereits als kommende Sensation der Schwergewichtsszene.

Doch am 4. November desselben Jahres traf ihn ein schwerer Schicksalsschlag. D’Amato starb nach einer Lungenentzündung im Alter von 77 Jahren. Tyson verlor seinen wichtigsten Mentor nur wenige Monate vor dem größten Erfolg seiner Karriere.

Die Krönung seines Schützlings sollte der Trainer nicht mehr erleben. Als Tyson im November 1986 mit nur 20 Jahren jüngster Schwergewichts-Weltmeister der Geschichte wurde, war D’Amato bereits ein Jahr tot.

Tyson trug sein Vermächtnis weiter

Noch Jahrzehnte später sprach Tyson mit großer Ehrfurcht über seinen einstigen Mentor. Immer wieder betonte er, dass D’Amato ihm nicht nur das Boxen beigebracht habe, sondern das Leben.

Auch die berühmte Peek-a-Boo-Kampfweise, die Tyson zu einem der gefürchtetsten Schwergewichtler aller Zeiten machte, geht maßgeblich auf D’Amatos Trainingslehre zurück.

Seine Methoden, seine psychologischen Konzepte und seine Fähigkeit, junge Talente zu formen, beeinflussen noch heute Trainer und Boxer auf der ganzen Welt.