Transfer-Debatte im Handball: HBL lehnt deutschen Alleingang ab
Statt einer Insellösung im nationalen Rahmen kann die Transfer-Debatte "nur auf europäischer Ebene gelöst werden", sagt HBL-Präsident Uwe Schwenker.
Der deutsche Handball will in der neuerlichen Transfer-Debatte keinen Alleingang wagen. Das hat eine Präsidiumssitzung der HBL ergeben. „Eine Insellösung wird es nicht geben. Man braucht ein Regelwerk, das nicht nur in Deutschland, sondern das auch in allen anderen relevanten Handballmärkten gilt“, sagte Ligapräsident Uwe Schwenker dem SID: „Sonst wäre es auch für den deutschen Markt kontraproduktiv.“ Eine Veränderung der Transferregularien, möglicherweise die Einführung eines Transferfensters, „kann nur auf europäischer Ebene gelöst werden“.
Bei den Überlegungen stelle man „wirklich schnell fest: Es ist ein Spannungsverhältnis zwischen der Vertragsfreiheit eines Spielers, der sportlichen Glaubwürdigkeit und Identifikation der Fans und einer langfristigen Kaderplanung des jeweiligen Klubs“, sagte Schwenker. Es werde Gespräche und Interessenfindungen brauchen, eine baldige Lösung dürfte es nicht geben: „Es ist ein sehr komplexes Thema.“
Losgetreten hatte die Diskussionen der „Fall Golla“. Der Nationalmannschaftskapitän Johannes Golla hatte kürzlich öffentlich gemacht, seinen Vertrag bei der MT Melsungen auflösen und zur SG Flensburg-Handewitt zurückkehren zu wollen. Golla war im Sommer aus Flensburg zurück zu den Hessen gewechselt, seinen Vertrag hatte er aber bereits im Dezember 2024 geschlossen. Als Auslöser führte er nun familiäre Gründe an und sprach auch darüber, dass seine „mentale Gesundheit ernsthaft gefährdet“ sei.
Eine Vorlaufzeit von einem oder sogar zwei Jahren für einen Transfer ist im Welthandball längst üblich. Der frühere Nationalspieler Stefan Kretzschmar hatte zuletzt eine „katastrophale Entwicklung“ beklagt. Auch Füchse-Trainer Nicolej Krickau hatte moniert, das aktuelle System funktioniere nicht.
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Einigkeit besteht beim Thema aber keinesfalls. Erfolgstrainer Bennet Wiegert von Meister SC Magdeburg etwa bezeichnete das derzeitige System als „normal und modern“. An den konträren Äußerungen sei zu erkennen, „dass es kein leichtes Thema ist“, sagte Schwenker.