Statement und Premiere für Magdeburg

Statement und Premiere für Magdeburg

Die Füchse Berlin erleben zum Saisonauftakt im Supercup eine böse Überraschung. Der SC Magdeburg lässt dem Pokalsieger keine Chance - für Meistercoach Bennet Wiegert ist es eine Premiere.

Der SC Magdeburg hat den Supercup-Hattrick der Füchse Berlin eindrucksvoll verhindert und erstmals unter Erfolgstrainer Bennet Wiegert den Titel geholt.

Der deutsche Handball-Meister gewann das Duell mit dem Pokalsieger, der zuletzt zweimal in Folge beim Saisonauftakt triumphiert hatte, völlig ungefährdet mit 38:31 (20:15) und legte fünf Tage vor dem Start der neuen Bundesliga-Saison den Grundstein für eine erneut erfolgreiche Spielzeit.

Für Wiegert, seit 2015 in Magdeburg an der Seitenlinie, war es im vierten Anlauf als Trainer der erste Sieg bei der traditionellen Saisoneröffnung. Beim bislang letzten Magdeburger Supercup-Triumph vor 25 Jahren war der heute 44-Jährige noch selbst für den SCM aufgelaufen. Diesmal führte Gisli Thorgeir Kristjansson den Meister mit neun Treffern als bester Werfer zum Sieg.

Handball: Magdeburg unterstreicht Titelambitionen

Damit unterstrich Magdeburg direkt zum Auftakt seine Titelambitionen für die kommende Spielzeit. Diese steht jedoch voll im Zeichen der Heim-WM im Januar. Vor 10.199 Fans im Münchner SAP Garden, wo in 144 Tagen auch der deutsche WM-Auftakt steigt, konnten die deutschen WM-Anwärter erstmals ihre Bewerbungen einreichen. Im Fokus standen aber andere.

Magdeburgs Torwart Matej Mandic etwa, der Kroate brillierte gerade in den ersten 20 Minuten mit mehreren starken Paraden. Die Füchse hatten es letztlich Welthandballer Mathias Gidsel zu verdanken, dass Magdeburg mit „nur“ fünf Punkten Vorsprung in die Halbzeit ging. Der Däne erzielte in den ersten 30 Minuten sieben Treffer.

Nach der Pause war aber auch der Unterschiedsspieler zunehmend machtlos. Magdeburg hielt die Füchse konsequent auf Abstand. Als Felix Claar nach etwas mehr als 40 Minuten zum 30:21 traf, war das Spiel entschieden.

SPORT1 hat die Partie im Ticker begleitet:

+++ Schluss! Magdeburg – Berlin 38:31 +++

+++ Magdeburg – Berlin 37:30 (57. Minute) +++

Gidsel bekommt bei einem erfolglosen Wurf den Arm von Claar ins Gesicht, doch die Pfeife der Schiedsrichter bleibt überraschend stumm. Die Aktion wird somit als Fehlwurf gewertet. Ein Treffer hätte jedoch wohl nichts mehr am Ausgang der Partie geändert.

+++ Magdeburg – Berlin 36:29 (54. Minute) +++

Während der SCM im Angriff die Überzahl erfolgreich ausgenutzt hat, sieht Bergendahl nun nach seiner dritten Zeitstrafe die Rote Karte. Für die Füchse wird es natürlich trotzdem äußerst schwer, den Rückstand noch irgendwie zu drehen.

+++ Magdeburg – Berlin 33:28 (52. Minute) +++

Gidsel tankt sich erfolgreich durch und verkürzt auf fünf Tore. Doch in der Abwehr erhält Pichiri eine Zeitstrafe, weil er Magdeburgs Kristjansson im Gesicht getroffen hat.

+++ Magdeburg – Berlin 33:27 (50. Minute) +++

Während die Füchse erneut im Tor gewechselt haben und nun Ludwig zwischen den Pfosten steht, bleibt es beim Rückstand von sechs Treffern. Musche verwirft für den SCM erstmals einen Siebenmeter, auf der Gegenseite nimmt Krickau vor dem Start der Schlussphase noch einmal eine Auszeit, um die Aufholjagd zu forcieren.

+++ Magdeburg – Berlin 31:25 (45. Minute) +++

Gröndahl antwortet auf den verwandelten Siebenmeter von Musche und ist ebenfalls vom Strich erfolgreich. So wenden die Füchse mit einem 4:1-Lauf immerhin eine frühe Vorentscheidung ab.

+++ Magdeburg – Berlin 30:21 (42. Minute) +++

Die letzte Auszeit hat den Füchsen keinen Schwung gebracht. Erstmals beträgt der Vorsprung des SCM nach einem weiteren Claar-Treffer neun Tore – bahnt sich eine Klatsche für den Pokalsieger an?

+++ Magdeburg – Berlin 28:21 (40. Minute) +++

Jetzt wird es mal kurz hitziger. Kristjansson foult Gidsel, der eigentlich frei am Kreis durch ist. Es gibt Siebenmeter und eine Zeitstrafe. Gröndahl verwandelt und stellt wieder den alten Abstand her.

+++ Magdeburg – Berlin 27:20 (38. Minute) +++

Nach Toren von Kristjansson und Claar nimmt Berlin die nächste Auszeit. Können die Füchse nochmal zurückschlagen?

+++ Magdeburg – Berlin 25:20 (36. Minute) +++

Jetzt geht es hin und her, die Tore fallen in dieser Phase auf beiden Seiten relativ einfach. Den unter Zugzwang stehenden Füchsen bringt das aber nicht viel.

+++ Magdeburg – Berlin 21:15 (32. Minute) +++

Saugstrup sorgt für den ersten Treffer nach der Pause. Auf der Gegenseite setzt Gidsel einen Wurf aus dem Zentrum überraschend über das Tor.

+++ Magdeburg – Berlin 20:15 (31. Minute) +++

Die zweite Halbzeit hat begonnen, Magdeburg ist im Ballbesitz.

+++ Halbzeit! Magdeburg – Berlin 20:15 +++

Magdeburg geht verdient mit einer 20:15-Führung in die Pause. Der SCM präsentiert sich in Angriff und Abwehr deutlich konsequenter, findet immer wieder Lösungen über das Zentrum und die Außenpositionen. Berlin hingegen fehlt vor allem defensiv der Zugriff, zwischenzeitlich belief sich der Rückstand auf sieben Tore. Offensiv hält eigentlich nur Gidsel den Pokalsieger im Spiel, insgesamt müssen die Füchse nach der Pause deutlich zulegen, um die Partie noch zu drehen.

+++ Magdeburg – Berlin 19:14 (29. Minute) +++

Wenn Berlin innen dichtmacht, dann räumt der SCM konsequent über Außen ab – dieses Mal ist Musche treffsicher. Es bleibt dabei: Die Füchse müssen für ihre Tore deutlich mehr Aufwand betreiben.

+++ Magdeburg – Berlin 17:13 (27. Minute) +++

Mit einem 3:0-Lauf dürfte bei den Füchsen wieder etwas Hoffnung aufkeimen. Nachdem der SCM sogar mit sieben Toren führte, kann Langhoff nach einer Palicka-Parade weiter verkürzen.

+++ Magdeburg – Berlin 16:10 (24. Minute) +++

Berlin leistet zu wenig Gegenwehr in der Defensive. Der SCM hat kaum Mühe, um am Kreis zu Durchbrüchen zu kommen. Kristjansson stellt wieder einen Sechs-Tore-Vorsprung her.

+++ Magdeburg – Berlin 13:8 (21. Minute) +++

Immer wieder Gidsel! Inzwischen läuft es bei den Füchsen einmal mehr auf eine One-Man-Show hinaus, der Rückraumspieler macht sein fünftes Tor in Folge.

+++ Magdeburg – Berlin 10:6 (17. Minute) +++

Die Füchse haben weiterhin Probleme und müssen sich unbedingt steigern, wenn der Titel her soll. Freihöfer scheitert vom Siebenmeterstrich an Mandic. Nach der nächsten Auszeit und einem technischen Fehler des SCM kann Gidsel per Hüftwurf immerhin seinen dritten Treffer erzielen.

+++ Magdeburg – Berlin 10:5 (15. Minute) +++

Nach der Auszeit unterläuft Langhoff direkt ein technischer Fehler. Magdeburg nutzt die Chance und baut durch Claar die Führung weiter aus.

+++ Magdeburg – Berlin 9:5 (13. Minute) +++

Und so schnell kann es gehen! Mit zwei Pettersson-Toren und einem Lagergren-Treffer zieht der SCM wieder auf drei Tore davon. Gidsel trifft für die Füchse nur den Pfosten, der Pokalsieger nimmt die erste Auszeit.

+++ Magdeburg – Berlin 5:4 (10. Minute) +++

Jetzt tritt auch der Welthandballer mit seinem ersten Treffer in Erscheinung. Gidsel ist aus dem Zentrum erfolgreich, während die Berliner in der Abwehr nun besser stehen und es dem SCM nicht mehr so einfach machen.

+++ Magdeburg – Berlin 4:3 (8. Minute) +++

Zwischenzeitlich führt der Meister hier schon mit drei Toren. Doch in Folge einer Zeitstrafe für Saugstrup kommen die Füchse wieder heran und treffen ins leere Tor des SCM.

+++ Magdeburg – Berlin 3:1 (5. Minute) +++

Durch einen verwandelten Siebenmeter durch Musche und ein Tor von Lagergren nach einer weiteren Mandic-Parade spielt sich der SCM die erste Zwei-Tore-Führung heraus.

+++ Magdeburg – Berlin 1:1 (3. Minute) +++

SCM-Keeper Mandic und sein Gegenüber Palicka parieren zunächst jeweils einen Wurf, bevor Füchse-Profi Langhoff den Torreigen eröffnet. Auf der Gegenseite tankt sich Jonsson durch und sorgt für die schnelle Antwort.

+++ Anpfiff! +++

Das Supercup-Duell läuft, die Füchse haben die Partie eröffnet.

+++ Deutsche Hoffnungsträger im Fokus +++

Vor allem die Füchse Berlin sind nach den Star-Abgängen von Lasse Andersson (Rückraum) und Dejan Milosavljev (Torhüter) mehr denn je auf ihre deutschen Hoffnungsträger angewiesen. Im Tor will Lasse Ludwig den nächsten Schritt machen und womöglich auf den WM-Zug aufspringen. Auf die Rückraumspieler Nils Lichtlein (aktuell Reha nach Fuß-OP) und Matthes Langhoff sowie Linksaußen Tim Freihöfer wird noch mehr Verantwortung zukommen, damit nicht alles vom dänischen Ausnahmekönner Mathias Gidsel abhängt.

Auch beim SC Magdeburg will mit Lukas Mertens ein Nationalspieler Werbung in eigener Sache betreiben. Zudem stehen mit den frisch gekürten U18-Europameistern Malte Elze (Kreis) und Tim Thielicke (Rückraum) zwei hoffnungsvolle DHB-Talente vor ihrem Einstand bei den Profis.

+++ Füchsen droht schwierige Spielzeit +++

Den Füchsen droht eine schwierige Spielzeit. Neben den namhaften Abgängen schmerzt es, dass Leistungsträger Lichtlein wohl frühestens im Oktober zurückkehren wird. Die neuen Stars wie Dika Mem und Simon Pytlick wechseln erst 2027 an die Spree. „Wir haben ein neues Team und sind gespannt darauf zu sehen, wie es sich im direkten Duell mit Magdeburg behauptet“, sagte Füchse-Trainer Nicolej Krickau.

+++ Supercup: SCM ist Favorit +++

Als Favorit gilt der SCM – eine Rolle, mit der Bennet Wiegert keine Probleme hat. „Wir wollen das Ding gewinnen“, sagte der Meistercoach: „Selbst wenn es ein Freundschaftsspiel wäre, hätten wir es auch gewinnen wollen – gerade gegen die Füchse.“ Die beiden besten deutschen Handball-Teams pflegen eine gesunde Rivalität. Im Halbfinale der Champions League im Juni hatten zuletzt die Berliner die Nase vorn.


Mit Sport-Informations-Dienst (SID)