Er hat Frankreich noch gefehlt: Debütant beeindruckt Zidane
Eine Vorahnung bei Olise bestätigt sich
Ein Debütant nutzt seine erste Chance unter Zinédine Zidane eindrucksvoll. Nach seiner Premiere für Frankreich wird Lucas Da Cunha bereits als möglicher Fixpunkt im Mittelfeld der Équipe Tricolore gehandelt.
Ein einziges Länderspiel hat ihm gereicht, um eine ganze Nation nachhaltig zu beeindrucken. Die Rede ist von Lucas Da Cunha, der am Montagabend beim 1:0 der Équipe Tricolore in Belgien sein Debüt für die französische Nationalmannschaft feierte.
Der Mittelfeldspieler, den Zinédine Zidane in seinen Kader für die Nations League berufen hatte, gehörte auf Anhieb zu den auffälligsten Akteuren auf dem Platz. Da Cunha, der seit 2023 in Italien bei Como unter Vertrag steht, überzeugte mit Ruhe am Ball und intelligenten Pässen.
Dabei hätte er seine Premiere beinahe sogar mit einem Tor gekrönt. Doch Da Cunhas Abschluss in der 53. Minute landete am Pfosten. Trotzdem war die Freude bei ihm anschließend riesig.
Vor zwei Jahren spielte Zidanes Debütant noch in der 2. Liga
„Ich habe mich auf dem Platz sehr wohlgefühlt. Ich bin sehr glücklich über mein erstes Spiel“, erklärte Da Cunha nach der Partie bei TF1. „Es ist eine große Sache, ein unglaublich emotionaler Moment, eine riesige Freude. Vor ein paar Jahren spielte ich noch in der zweiten Liga, heute stehe ich hier in der französischen Nationalmannschaft. Das zeigt, dass sich harte Arbeit auszahlt.“
Tatsächlich ist sein Aufstieg bemerkenswert. Es ist gerade einmal zwei Jahre her, dass Da Cunha mit Como unter Trainer Cesc Fà bregas in die Serie A aufstieg. Nun hat der Franzose im Alter von 25 Jahren vergleichsweise spät den Sprung zur Équipe Tricolore geschafft.
Dieser Umstand hinderte ihn jedoch nicht daran, direkt zu glänzen. „Ich bin sehr zufrieden mit seiner Leistung“, lobte Zidane den Debütanten. „Es ist nicht einfach, vor allem, da es sein erstes Länderspiel ist und er in eine ihm unbekannte Mannschaft kommt. Er hat so gespielt, wie er es gewohnt ist, so, wie ich es mir gewünscht habe, nämlich befreit aufgespielt. Und das hat er sehr gut gemacht.“
Da Cunha begeistert Frankreich: „Ein großartiges Debüt!“
97 Ballkontakte, sechs Balleroberungen und vier gewonnene Zweikämpfe verbuchte Da Cunha gegen Belgien. Beeindruckt zeigten sich in der Folge auch die französischen Medien. „Was für ein großartiges Debüt!“, schrieb die renommierte Sportzeitung L’Équipe nach dem Spiel.
Beim Sender RMC wurde Da Cunhas Auftritt nahezu gefeiert. „Er ist ein Spielertyp, den wir im französischen Fußball nicht haben“, schwärmte der Journalist Jean-Louis Tourre. „Wie oft haben wir schon gesagt, dass uns genau so ein Spieler fehlt, ein technisch versierter Spieler vor der Abwehr?“
Besonders begeistert zeigten sich die Beobachter von Da Cunhas Gelassenheit unter Druck. Trotz des ständigen Pressings der Belgier habe der Neuling keinen Ball leichtfertig verloren, das Spiel mit kurzen und langen Pässen gelenkt und jederzeit die Kontrolle behalten.
Ein Einsatz für Frankreich schien unwahrscheinlich
Dass Da Cunha, der 2019 vier Spiele für die U19-Auswahl Frankreichs absolviert hat, überhaupt einmal für das A-Team auflaufen würde, schien lange unwahrscheinlich. Der ehemalige Jugendspieler von Stade Rennes konnte sich weder in Rennes noch später in Nizza, wo er mehrmals verliehen wurde, dauerhaft durchsetzen.
Erst der Wechsel 2023 nach Italien brachte die Karriere ins Rollen. Bei Como entwickelte er sich unter Trainer Cesc Fà bregas vom Offensivspieler zu einem strategischen Mittelfeldakteur und avancierte zu einer Schlüsselfigur des rasanten Aufschwungs, der den Klub inzwischen bis in die Champions League geführt hat.
Genau dieser Entwicklung verdankt er nun auch seine Chance bei den Bleus. Nach nur 90 Minuten im Nationaltrikot scheint bereits klar: Als spielstarker Taktgeber vor der Abwehr könnte Da Cunha mehr sein als nur eine kurzfristige Überraschung im französischen Team.