Zoma-Durchbruch dank Klose: „Ein Italiener verzaubert Deutschland“

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Ausnahmespieler weg? Klose macht sich keine Sorgen
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Ausnahmespieler weg? Klose macht sich keine Sorgen

Mohamed Ali Zoma sorgt mit seiner Nominierung für die italienische Nationalmannschaft für Aufsehen. Trainer Miroslav Klose spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Am Tag nach seiner Nominierung konnte Mohamed Ali Zoma sein Glück noch immer kaum fassen. „Ja“, berichtete er mit leuchtenden Augen und einem glückseligen Lächeln, „ja, er hat mich angerufen.“

Mit „er“ meinte Zoma Roberto Mancini. Der Italiener ist zum zweiten Mal mit der Aufgabe betraut, die Nationalmannschaft als Trainer zu einem großen Turnier zu führen – und setzt dabei überraschend auf einen 22 Jahre alten Stürmer aus der 2. Bundesliga. Ein verblüffender Schritt.

Nürnberg-Profi Mohamed Ali Zoma hat sich in die italienische Nationalmannschaft geschossen
Nürnberg-Profi Mohamed Ali Zoma hat sich in die italienische Nationalmannschaft geschossenNürnberg-Profi Mohamed Ali Zoma hat sich in die italienische Nationalmannschaft geschossen© IMAGO / Zink

Aufklärung tat Not, vor allem in Italien. „Ein Italiener verzaubert Deutschland“, erklärte die Gazzetta dello Sport ihren Lesern, und dieser „Attacante“ aus „Germania“ habe nun das Herz von Miroslav Klose erobert. Die Schlussfolgerung: Wer für Klose, der nach fünf Jahren bei Lazio Rom noch immer einen ausgezeichneten Ruf bei den Italienern genießt, seit seinem Wechsel zum 1. FC Nürnberg im Sommer 2025 „Tore wie am Fließband“ schießt, der kann so schlecht nicht sein.

Kloses Verbindungen helfen

Kloses Verbindungen dürften bei Zomas Weg ins Blickfeld der italienischen Nationalmannschaft durchaus geholfen haben. Von Nürnbergs Trainer gab es ein „Kompliment“ dafür, dass sie auf Zoma aufmerksam geworden waren. „Die hatten ihn ja gar nicht auf dem Schirm, und auf einmal lesen sie Nürnberg, wissen wer da Trainer ist“, sagte Klose. Und was Zoma angehe, ergänzte der Weltmeister von 2014: „Wenn der wüsste, was er alles kann …“

Beim Club dürfen sie sich derweil durchaus auf die Schultern klopfen, einen wie Zoma entdeckt zu haben. „Momo“, wie sie ihn in Nürnberg nennen, kam vom italienischen Drittligisten UC AlbinoLeffe, einem kleinen Klub in der Nähe von Bergamo, für 800.000 Euro zum Traditionsklub nach Franken.

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„Am Anfang dachte ich an einen Scherz“, erinnerte sich Zoma im Gespräch mit der Sport Bild an den Anruf von Klose. „Er war früher ein Weltklasse-Stürmer. Und auf einmal ist er am Telefon und möchte mich haben. Ein unglaubliches Gefühl“, sagte der 22-Jährige.

Sprachbarriere erschwert Start in Nürnberg

Seine Anfangszeit in Nürnberg sei nicht einfach gewesen – vor allem aufgrund der Sprachbarriere. Bei seiner Ankunft sprach Zoma weder Deutsch noch Englisch. Hilfe bekam er ausgerechnet von Klose und Co-Trainer Javier Pinola, die beide Italienisch sprechen und ihm damit die Eingewöhnung erleichterten.

Auf dem Platz fand Zoma hingegen schnell seinen Rhythmus. In der vergangenen Saison kam er auf 14 Treffer in 29 Spielen. Seine zweite Saison beim 1. FC Nürnberg startete mit unglaublichen sechs Treffern in sechs Spielen. Einen entscheidenden Anteil hat daran wohl auch Klose, der „sehr detailliert“ mit seinem Schützling arbeitet und ihm viel beibringt.

Miroslav Klose spielte von 2011-2016 bei Lazio Rom
Miroslav Klose spielte von 2011-2016 bei Lazio RomMiroslav Klose spielte von 2011-2016 bei Lazio Rom© IMAGO/HochZwei/Syndication

Mohamed Ali Zoma hatte schwere Kindheit

Dass Zoma überhaupt einmal auf einer solchen Bühne stehen würde, war keineswegs selbstverständlich. Der Traum von einer Karriere als Fußballprofi begleitet ihn zwar seit seiner Kindheit, doch diese war „keine einfache Zeit“. Als Zoma acht Jahre alt war, starb sein Vater. Fortan musste der heutige Nationalspieler früh Verantwortung übernehmen. Umso größer ist die Bedeutung seiner Entwicklung für ihn selbst. Es nun geschafft zu haben macht den Stürmer „froh und glücklich.“

Mit der Berufung in die italienische Nationalmannschaft schreibt Zoma nun das nächste Kapitel seiner Erfolgsgeschichte. „Für mich ist das unglaublich“, zeigte er sich begeistert. Besonders beeindruckt ihn, dass die Nationalspieler normalerweise „eigentlich in der ersten Liga“ spielen.

Als Mancini am Freitag seinen Kader bekanntgab, bekam offenbar auch Klose die Resonanz zu spüren. Nach eigener Aussage erhielt er „aus Italien genauso viele Nachrichten wie Momo.“

Zoma entscheidet sich für Italien: „Ein Kindheitstraum geht in Erfüllung“

Zoma wäre auch für die Nationalmannschaften der Elfenbeinküste und von Burkina Faso spielberechtigt. Er führte mit beiden Verbänden Gespräche, entschied sich schließlich jedoch für Italien – das Land, in dem er geboren und aufgewachsen ist. „Ein Kindheitstraum geht in Erfüllung“, fasste er die Nominierung für die Nationalmannschaft zusammen.

Auch auf Klubebene hätte sein Weg in diesem Sommer bereits weiterführen können. Mit Werder Bremen und dem FC Augsburg zeigten zwei Bundesligisten Interesse an dem Stürmer-Talent.

Der Club stellte allerdings schon lange vor dem Ende der Transferperiode klar, dass Zoma nur bei einem Angebot von mindestens 20 Millionen Euro gehen dürfe. Für Zoma zunächst nicht leicht.

„Es war am Anfang keine einfache Situation“, erinnerte sich Zoma. Mittlerweile kann er mit der Entscheidung aber gut leben – nicht zuletzt wegen der „positiv verrückten“ Nürnberger Fans.

Und „wer weiß“, mutmaßte die Gazzetta dello Sport, „vielleicht denkt ja ein italienisches Team daran, ihn wieder nach Hause zu holen.“


Mit Sport-Informationsdienst (SID)