Presse in Spanien überschlägt sich: Das beste Team der Geschichte?
Ballon d'Or? "Glaube nicht, dass ich darum bitten muss"
Spaniens Presse feiert den Sieg in England euphorisch. Eine außergewöhnliche Serie hat weiter Bestand - auch wegen eines außergewöhnlichen Fußballers.
Die spanische Nationalmannschaft ist unbezwingbar. Auch England konnte die beispiellose Serie des Weltmeister-Teams nicht ernsthaft in Gefahr bringen. Der 3:2-Erfolg von „La Furia Roja“ in der Nations League bedeutet das 39. Pflichtspiel ohne Niederlage in Folge.
Für die dominanteste Nationalmannschaft des Planeten sollten die Superlative längst ausgegangen sein. Und doch, so jubelte die heimische Presse, ist das Verlangen nach noch mehr Siegen immer noch nicht gestillt. „Als ob sie das beste Team der Geschichte werden wollen … und warum eigentlich nicht?“, schrieb die Sportzeitung As.
Nicht minder euphorisch fallen die Schlagzeilen bei der Marca aus. „Spanien sät Panik: Der Weltmeister sendet in Wembley eine Botschaft der Unbezwingbarkeit.“ Mundo Deportivo meinte: „Wembley kann den Champion nicht schlagen“ – und Sport fügte hinzu: „Spanien schlägt bei Wembley-Show härter zu.“
Yamal bewirbt sich um den Ballon d’Or
Die Rede ist von einem beeindruckenden Comeback, schließlich lag das Team von Trainer Luis de la Fuente trotz einer Blitzführung durch Lamine Yamal (2.) zwischenzeitlich mit 1:2 zurück.
Gerade der frühe Torschütze bekam viel Lob ab. Sport nannte Yamal „kolossal“, die As taufte den 19-Jährigen des FC Barcelona „The Special One“.
Die Bühne sei wie gemacht gewesen für den Super-Teenager. Ein großer Gegner, ein besonderes Stadion, das erste Spiel mit dem zweiten Stern auf der Brust – und natürlich die Möglichkeit, sich einmal mehr für den Ballon d’Or zu bewerben: „Die Vermutung lag nahe, dass er mit großer Begeisterung spielen würde. Es dauerte 104 Sekunden, bis sich dies bestätigte.“
„Ein weiteres Meisterwerk“
Noch ist nicht klar, ob Yamal am 26. Oktober tatsächlich zum besten Spieler der Welt ernannt wird. Einer seiner größten Konkurrenten, Bayern Münchens Harry Kane, traf am Samstagabend ebenfalls. Allerdings wird der Engländer eher wegen seines seltenen Patzers vom Elfmeterpunkt in Erinnerung bleiben.
Längst fest steht für die Spanier derweil, wer der beste Coach ist: „Es gibt einen Grund, warum De la Fuente zum besten Trainer der Welt gewählt wird“, meinte die As: „Er hat nichts zu beweisen, aber gegen Tuchels Team schreibt er ein weiteres Meisterwerk.“