Irland-Spieler gegen Israel-Spiel: „Sollte nicht stattfinden“
Der irische Nationalspieler Jason Knight will nicht gegen Israel spielen. Er äußerte sich kritisch zur Austragung des Nations-League-Spiels.
Jason Knight hat sich als erster irischer Fußball-Nationalspieler öffentlich gegen die Austragung der Nations-League-Begegnung gegen Israel ausgesprochen.
„Ich denke nicht, dass die Partie stattfinden sollte, aber sie findet statt“, sagte der Profi des englischen Zweitligisten Bristol City nach der 0:1-Niederlage Irlands gegen Kosovo: „Wir werden ausführlich darüber sprechen und darüber, was das bedeutet.“
Das Spiel findet am Sonntag (20.45 Uhr/DAZN) im ungarischen Debrecen statt, obwohl es weiterhin Forderungen nach einem Boykott der Begegnung gibt – wegen Israels militärischem Vorgehen im Gazastreifen als Reaktion auf den Überfall der Hamas. Der irische Verband FAI hatte bereits auf sein Ticketkontingent verzichtet.
„Ich bin ziemlich erfahren. Keiner von uns hat zuvor eine solche Situation erlebt. Ich würde sagen, dass ich erfahren und dickhäutig bin und die meisten Dinge bewältigen kann, genau das werde ich versuchen“, sagte der 25 Jahre alte Knight.
Irlands Nationaltrainer zeigte sich sehr kritisch
Irlands Nationaltrainer Heimir Hallgrimsson hatte bereits in der vergangenen Woche erklärt, einige seiner Spieler fühlten sich unwohl dabei, die Spiele gegen Israel bestreiten zu müssen. Beide Teams treffen im Rahmen der Nations League zudem am 4. Oktober erneut aufeinander, dann im serbischen Backa Topola. Seine umstrittene Aussage („Wir spielen nicht mit Völkermord, wir spielen gegen Völkermord. Wir spielen gegen Israel, wir spielen nicht mit Israel“) hatte der Isländer später als „dumm“ bezeichnet.
Knight betonte, er wolle den Fokus trotz der politischen Begleitumstände auf den Sport legen. „Ich werde versuchen, mich so gut wie möglich auf den Fußball zu konzentrieren. Das Rampenlicht ist natürlich größer, und der Fokus liegt nicht auf dem Fußball selbst.“
Die Republik Irland gehört seit Beginn der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen im Oktober 2023 zu den europäischen Ländern, die besonders deutlich ihre Unterstützung für die Palästinenser zum Ausdruck gebracht haben. Israels Existenzrecht wird ausdrücklich betont, gleichzeitig hat Dublin 2024 den Staat Palästina offiziell anerkannt.