DFB: Ter Stegen? Hamann kritisiert Klopp-Entscheidung scharf
Hier verkündet Klopp den Torwartwechsel
Marc-André ter Stegen steht auch bei den kommenden Länderspielen wieder im deutschen Tor. Diese Entscheidung von Bundestrainer Jürgen Klopp sorgt bei Dietmar Hamann für großes Unverständnis.
Die Torhüter-Position in der deutschen Nationalmannschaft ist nach dem Abschied von Manuel Neuer so offen wie in den letzten Jahren nicht mehr. Bundestrainer Jürgen Klopp machte bei seinem Amtsantritt dann Marc-André ter Stegen zur vorläufigen Nummer eins. Auch für die kommenden Länderspiele gegen die Niederlande und Serbien ist der Ajax-Keeper erneut nominiert. Dietmar Hamann kann das nicht nachvollziehen.
„Ich verstehe nicht, warum Marc-André ter Stegen das verdient haben soll. Ja, er hatte sich schwer verletzt. Das war ein Grund, warum Manuel Neuer zurückgekommen ist. Man muss aber auch sagen, dass ter Stegen in der Nationalmannschaft nicht gut gehalten hat“, stellte er bei Sky klar. Der 34-Jährige stand gegen die Niederlande (1:1) im Tor und leistete sich mehrere Unsicherheiten. Beim 0:1 gegen Griechenland spielte Alexander Nübel.
Kahn vertritt bei ter Stegen eine andere Meinung
Warum Klopp ihn zur Nummer eins gemacht hat? „Der Grund ist, dass wir keinen Manuel Neuer oder Oliver Kahn mehr haben. Ich sehe nicht, dass er es verdient hat“, argumentierte Hamann weiter.
Der angesprochene Kahn widersprach ihm in der Sendung: „Im Moment wirkt Marc-André ter Stegen stabil, aber ich denke nicht, dass es im Moment einen Grund gibt, sich schon sicher festzulegen, weil wir in Deutschland momentan nicht die absolute Nummer eins haben, wie wir sie mit Manuel Neuer über viele Jahre gehabt haben. Von daher: ja, er hat sich die Nominierung verdient. Jetzt muss er es mit Leistung unterstreichen.“
Die DFB-Elf trifft im Rahmen der Nations League erst auf Serbien (13.11., 20.45 Uhr) und im Anschluss auf die Niederlande (16.11., 20.45 Uhr).
Aktuell keine klare Nummer eins beim DFB
Für den ehemaligen Star-Keeper des FC Bayern spielt auch das Alter von ter Stegen keine Rolle. „Du brauchst immer eine gute Mischung. Beim Torhüter ist es kein Problem, was das Alter angeht. Jens Lehmann war bei der Europameisterschaft 2008 noch älter (38, Anm. d. Red.). Dazu habe Klopp betont, „dass es erstmal um die anstehenden Spiele geht. Diesen Zusatz finde ich in dem Fall richtig“.
Der Blick nach der aktuellen Länderspielpause richtet sich dann wohl langsam auch auf das nächste große Turnier: die Europameisterschaft 2028. Wer dann in Großbritannien und Irland zwischen den Pfosten steht, ist noch völlig offen. Eine klare Nummer eins, wie Manuel Neuer es über Jahre hinweg war, gibt es aktuell nicht. „Das hat sich in den letzten Jahren bereits angedeutet“, meinte Kahn.
Er führte weiter aus: „Nach einer Ikone, wie Manuel Neuer es ist, müssen die Verantwortlichen immer aufpassen, dass dahinter kein extremes Vakuum entsteht. Das passiert häufig. Auch im deutschen Fußball ist es bereits passiert.“ Laut Kahn gebe es momentan wenige Torhüter, die ter Stegen den Platz im Tor streitig machen könnten: „Ich sehe im Moment – außer Jonas Urbig – relativ wenige, die eine Konkurrenz sein könnten.“