Legende gönnt Tresoldi den Rekord
Noch hält der Ex-Weltmeister die Bestmarke mit 18 Treffern. Tresoldi ist ihm aber dicht auf den Fersen.
Der ehemalige Fußball-Weltmeister Pierre Littbarski würde Nicolò Tresoldi den Torrekord in der deutschen U21 von ganzem Herzen gönnen.
„Der Junge hat sich das richtig verdient, und jetzt muss er sich auch die Krone holen. Anders geht’s nicht“, sagte Littbarski (66) dem SID: „Er ist ein echter Torjäger, ein Komplettpaket. Überhaupt kein Problem für mich. Mach die Dinger rein, Junge!“
Tresoldi jagt Littbarski-Torrekord
Littbarski hatte in seiner Zeit bei der DFB-Auswahl (1979 bis 1982) in 21 Spielen 18 Tore erzielt. „Ich bin da sehr stolz drauf, war auch Kapitän und hätte ohne die U21 wahrscheinlich den Sprung in die A-Nationalmannschaft nicht so geschafft“, sagte Littbarski. Tresoldi liegt nach seinem Dreierpack beim 4:1 (2:1) am Mittwochabend auf Malta bei 16 Treffern (in 26 Einsätzen) und damit auf Rang drei der Bestenliste.
Schon am Dienstag (18.00 Uhr/ProSieben Maxx) im abschließenden EM-Qualifikationsspiel in Bielefeld gegen Georgien will der Stürmer des FC Brügge den Rekord knacken – und „wenn’s geht, natürlich drei Tore schießen“, sagte Tresoldi dem kicker. Ansonten bieten sich bis Sommer weitere Gelegenheiten. Erst nach der EM in Albanien und Serbien will sich der Deutsch-Italiener schließlich festlegen, ob er künftig für Bundestrainer Jürgen Klopp oder sein Geburtsland aufläuft.
Littbarski kritisiert späten Verbandswechsel
Er finde die Regelung, dass sich Spieler so spät noch für einen Verbandswechsel entscheiden können, „schon bescheuert“, sagte Littbarski. „Ich kann seine Seite natürlich verstehen. Er hat die Option, dann ist das legitim und clever, erst einmal zu gucken. Und trotzdem sieht das komisch aus, wenn der das letzte Spiel bei der U21 macht und dann auf einmal ein blaues Trikot anhat.“
Wie ihn der DFB überzeugen könnte? „Nochmal ein Gespräch mit Jürgen Klopp zum richtigen Zeitpunkt. Und dann wird er selbst entscheiden“, sagte Littbarski: „Zu viel hilft auch nicht. Das Wichtigste ist, wie Kloppo ihn sieht. So wie ich ihn kenne, wird er ihm keine Stammplatzgarantie geben, aber realistisch sagen: ‚Guck mal, ich habe hier vier, fünf Kandidaten. Wenn du glaubst, du bist besser als die, Junge, dann brauchst du keine Angst haben, dann spielst du bei mir.’“