Watzke zieht eine Grenze für Klopp
Diese Klopp-Rede hat es in sich
Jürgen Klopp erhält nach seinem Patriotismus-Appell volle Zustimmung von Hans-Joachim Watzke. An einem Punkt zieht der DFB-Vize aber die Grenze.
„Nationalstolz nicht den Falschen überlassen“ und „würde uns gerne die Fahne zurückholen“, erklärte Jürgen Klopp auf seiner Antritts-PK als Bundestrainer. Nicht von allen wurde dieser Aufruf zum Patriotismus positiv aufgenommen. Von DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke gab es jedoch viel Lob für Klopp.
„Das ist eine gute und richtige Botschaft. Ich unterschreibe sie zu hundert Prozent“, erklärte Watzke der Welt am Sonntag. „Ein Bundestrainer ist eine Person des öffentlichen Lebens. Er sollte eine politische Meinung haben und darf sie natürlich äußern.“
Hans-Joachim Watzke stellt sich in Patriotismus-Debatte auf Klopps Seite
Rückendeckung für seinen langjährigen Weggefährten beim BVB, jedoch nicht bedingungslos. „Er sollte sich nicht parteipolitisch äußern“, schob der 67-Jährige nach.
Eine explizite Partei benannte Klopp in seiner Rede nicht. Wohl aber schlug er eine Brücke zur vorher abgehaltenen Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, bei der die AfD großen Zuspruch erhielt. Er bezeichnete die Wahl als eine, „die manche Leute wahrscheinlich okay fanden, viele andere haben gedacht: ‚Du lieber Himmel, was passiert denn da?'“
Eine Verbindung zu ebenjener AfD sieht Watzke durch Klopps Rede nicht. „Ich glaube nicht, dass Jürgen irgendwelche Sympathien für die AfD hat. Ich denke, was er sagen wollte, war: Du kannst Patriot sein, musst deswegen aber trotzdem nicht rechtsextrem sein. […] Jürgen ist da völlig unverdächtig, auf der falschen Klaviatur zu spielen.“
Vielmehr sei Klopp ein „in der Wolle gefärbter Demokrat, ohne sich parteipolitisch komplett festzulegen. Deshalb hat er ja so eine hohe Glaubwürdigkeit.“