Kommentar: Klopp ist der richtige Mann

Diese Klopp-Rede hat es in sich
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Diese Klopp-Rede hat es in sich

Jürgen Klopp überzeugt bei seiner Nominierungs-PK auf ganzer Strecke. Er wird deutlich. Er sorgt für Lacher. Er sendet gesellschaftliche Botschaften. Und er lässt keinen Zweifel daran, dass er der richtige Mann am richtigen Ort ist. Ein SPORT1-Kommentar.

Jürgen Klopp ist stolz wie Bolle. Stolz, Bundestrainer zu sein. Aber auch stolz, Deutscher zu sein. Man soll endlich wieder Deutschland-Fahnen schwenken. Und das ganz ohne Scham. Klopp ging dabei selbst mit gutem Beispiel voran. Mit seiner eigens für diesen Tag entworfenen schwarz-rot-goldenen Kappe.

Ob man das nun „positiven Patriotismus“ nennen möchte oder nicht, ist ihm egal. Klopp geht es um etwas anderes. Um ein Gemeinschaftsgefühl. Um das Gefühl, wieder gemeinsam für etwas zu stehen. Und damit in bessere Zeiten für den deutschen Fußball aufzubrechen.

Jürgen Klopp strotzt vor Tatendrang
Jürgen Klopp strotzt vor TatendrangJürgen Klopp strotzt vor Tatendrang© IMAGO/Jan Huebner

Klopp überzeugt auf ganzer Strecke

Mit eher ernster Miene betrat Klopp den PK-Raum am DFB-Campus. Rund 70 Minuten ließ er seinen Gedanken, Meinungen und Ansichten freien Lauf. Je länger die Pressekonferenz dauerte, desto lockerer wurde er.

Ein Witz hier. Eine emotionale Geschichte dort. Etwa als er von seinen Anrufen bei diversen Frischlingen berichtet, die anfangs bei seinem Anruf einfach nur „lachten“ und ihr Glück gar nicht fassen konnten.

Auch bei den Nachfragen zu überraschenden Nominierungen und Nicht-Nominierungen fand Klopp den richtigen Ton. Er lobte. Er erklärte. Und bei enttäuschten Spielern zeigte er sich feinfühlig.

Klopp erklärt ausführlich – und teilt heftig aus

Klopp antwortete ausführlich und nachvollziehbar. Er ließ dabei überhaupt keinen Zweifel daran, dass er der richtige Mann am richtigen Ort ist.

In einigen Themen legte er sich fest. Bei der Kapitänsfrage. Bei der Nummer eins. Er beschrieb seine Idee vom Fußball. Seine Vorstellungen davon, wie diese Mannschaft in Zukunft spielen soll.

DEINE MEINUNG

Und Klopp scheute sich auch nicht davor, heftig auszuteilen, wenn er es für nötig hielt. Die Leaks im Vorfeld seien ihm eigentlich egal gewesen, betonte er zunächst. Um dann aber doch deutlich zu werden: „Ich finde es ein bisschen arm, seinen Lebensunterhalt damit zu verdienen.“

Das passt zu Klopp. Er will gestalten. Und er will sich dabei nicht von außen treiben lassen.

Diese drei Punkte bleiben hängen

Nach ein paar Minuten und Antworten redete sich Klopp in einen regelrechten Rausch. So sehr, dass er zwischendurch selbst den Faden verlor: „Was war die Frage nochmal?“

Kein Wunder. Klopp hat so viel Input. So viele Meinungen. So viele Ansichten, die ihm durch den Kopf schwirren und die er unbedingt loswerden will. Genau das machte diese Nominierungs-Pressekonferenz aus. Drei Dinge werden besonders deutlich. Erstens: Der Weg zum Erfolg führt für Klopp nur über eine stabile Defensive und eine klare Achse. Zweitens: Er wird die Fußballwelt nicht innerhalb kürzester Zeit auf den Kopf stellen können. Aber: „Ich erwarte sofort mehr“.

Und drittens: Jeder mit deutschem Pass hat die Möglichkeit, dabei zu sein. Was zählt, sind Leistung, Engagement und auch eine gewisse persönliche Note. Klopp belohnt Einsatz.

Die Botschaft ist klar: Hier soll nicht einfach verwaltet werden. Hier soll etwas entstehen.

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Ein starker Auftakt der Revolution

Diese XXL-Nominierung dürfte nur ein – sehr starker – Auftakt der nötigen Revolution gewesen sein.

Der Auftakt zu einem neuen Gefühl rund um die Nationalmannschaft. Zu einer Mannschaft, mit der sich die Menschen wieder identifizieren können und wollen.

Und auch dieser großen Aufgabe nimmt er sich an: dafür zu sorgen, dass die Fans der DFB-Elf wieder fahnenschwenkend in die Zukunft blicken. Dass es dafür vor allem Ergebnisse braucht, weiß der Trainer-Routinier nur zu gut.