„Blamage“: Hoeneß poltert
Plötzlich rügt Hoeneß Matthäus
Uli Hoeneß spricht über die Fehler der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft - das Urteil des Bayern-Patrons fällt hart aus.
Uli Hoeneß hat nach dem enttäuschenden WM-Abschneiden mit der deutschen Nationalmannschaft abgerechnet. Der Ehrenpräsident des FC Bayern ließ kein gutes Haar an dem Team des damaligen Bundestrainers Julian Nagelsmann.
„Ich finde, die Vorstellung unserer Mannschaft war eine einzige Katastrophe. Es war eine Blamage für unser Land“, sagte Hoeneß im Interview mit RTL/Sky.
Über Nagelsmann sei „genug gesagt worden“, erklärte der 74-Jährige weiter, der zurückgetretene DFB-Coach sei an dem Debakel auch nicht alleine schuld: „Ich bin nicht bereit, jetzt wo er am Boden liegt, auf ihn draufzutreten.“
Hoeneß motzt über fehlende Einstellung im Deutschland-Team
Dennoch wiederholte Hoeneß seine schon vor der Weltmeisterschaft geäußerte Kritik.
„Ich habe vor der WM gesagt: Wir brauchen, wenn wir schon keine super Mannschaft haben, eine eingespielte Mannschaft. Und wir hatten keine eingespielte Mannschaft. Es war alles kreuz und quer, immer wieder was Neues probiert. Das ist Aufgabe der Vorbereitung und nicht der WM“, urteilte der Bayern-Macher.
Deutschland hatte sich gegen Außenseiter Paraguay bereits im Sechzehntelfinale verabschiedet. Hoeneß vermisste vor allem die richtige Einstellung. „Wir haben keine super Qualität, aber man kann trotzdem eine gute WM spielen. Die Argentinier haben es bewiesen. Sie haben keine gute Mannschaft, aber sie haben reingehauen wie verrückt“ – das habe er im deutschen Team vermisst.
Er sei zwar „kein Freund, der sagt: Foul spielen. Aber von hart spielen und sich reinhauen bis zur letzten Konsequenz“.
Hoeneß schimpft auch über Rettig
Explizit kritisierte er den scheidenden DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig: „Der war ja Sportdirektor, das hat keiner verstanden. Er kann das nicht. Und dass er jetzt noch weiterwursteln kann bis Ende des Jahres, obwohl er dann aufhört, versteht kein Mensch.“
Sportdirektor Rudi Völler und Verbandspräsident Bernd Neuendorf, „die hätten diesem Unfug ein Ende machen müssen. Dass Frauen und Kinder von Anfang an bei einer WM sind – ich meine, das ist Arbeit. Und das viele Geld, das wir alle verdienen, ist auch Entschädigung für entgangene Muße.“
Weitere News
Die richtige Einstellung zum Fußball könne bei ständiger Begleitung der Familien nicht entstehen, erklärte Hoeneß.