Scharfer Gegenwind für Hoeneß

Dieser Neuzugang hat es Hoeneß besonders angetan

Dieser Neuzugang hat es Hoeneß besonders angetan

Die Kritik von Uli Hoeneß kommt beim DFB nicht gut an. Zwei Vizepräsidenten werfen dem Bayern-Patron nach dessen Attacke auf die Verbandsspitze ihrerseits Unwissen vor.

Gegenwind für Uli Hoeneß: Zwei Vizepräsidenten des DFB wehren sich gegen die Ausführungen des Bayern-Patrons zu den Personalien Jürgen Klopp und Marc Kosicke sowie die Idee, die Nationalmannschaften in eine GmbH auszugliedern.

„Die jüngsten Äußerungen von Uli Hoeneß zur Verpflichtung von Jürgen Klopp zeigen deutlich, dass Herr Hoeneß weder die Struktur noch die Entscheidungsprozesse des DFB kennt“, erklärte Ralph-Uwe Schaffert, DFB-Vizepräsident für DFB-Stiftungen sowie Satzungs- und Ordnungsfragen, bei RTL.

Uli Hoeneß wird von zwei DFB-Funktionären kritisiert
Uli Hoeneß wird von zwei DFB-Funktionären kritisiert Uli Hoeneß wird von zwei DFB-Funktionären kritisiert © IMAGO/kolbert-press

Hoeneß hatte die Ernennung von Klopp zum Bundestrainer zwar grundlegend gutgeheißen. Die Verpflichtung von Marc Kosicke, Klopps langjährigem Berater, als „Co-Trainer“ kritisierte Hoeneß derweil. Er sprach von einer „freundlichen Übernahme“ des DFB durch „Klopp und Co.“ Diese halte er für falsch.

Hoeneß-Kritik? „An der Realität vorbei“

Hoeneß hatte außerdem moniert, dass die sogenannten „Landesfürsten“, also die Vorstände der Fußballverbände einzelner Bundesländer, bei der Benennung des Bundestrainers eine Rolle spielen. Diese hätten ja „keine Ahnung davon“.

Schaffert, der zudem auch Präsident des Norddeutschen Fußballverbandes ist, lässt das erwartungsgemäß nicht auf sich sitzen und wirft Hoeneß seinerseits fehlende Sachkenntnis der Materie vor.

Schaffert verwies auf die Fußballkompetenz des Verbandes um Sportdirektor Rudi Völler – die Spitze der DFB GmbH & Co KG verpflichte den Bundestrainer: „Der Hinweis auf Entscheidungen durch ‚Landesfürsten‘ geht daher ebenfalls an der Realität vorbei.“

Und der Fall Kosicke? „Soweit Herr Hoeneß den Vertragsschluss mit Marc Kosicke unter Hinweis auf dessen Geschäftsanteile an einer Agentur kritisiert, ist ihm scheinbar entgangen, dass diese von Herrn Kosicke zuvor bereits veräußert worden sind. Die Personalie Kosicke ist im Aufsichtsrat sorgfältig beraten und sodann positiv entschieden worden.“

Schafferts Ansage an Hoeneß lautete daher: „Mitunter könnte es nicht schaden, sich zu Themen sachkundig zu machen, bevor man sich dazu – kritisch oder gar abwertend – äußert.“

Ein weiterer DFB-Vizepräsident (für Jugendfußball), Hermann Winkler, ergänzte: „Man muss nicht jedes Wort von Uli Hoeneß ernst nehmen, aber falsche Dinge schon richtig stellen: Die Landesverbände entscheiden gar nicht über den Bundestrainer. Dies erfolgt im Aufsichtsrat der DFB GmbH. Und dort ist es gut, dass Profis und Amateure vertreten sind.“