HSV-Frust: „Bezeichnend, wenn der Gegner danach auswechselt“
"Hatten sehr viele Jahre in der ersten Liga nichts zu suchen"
Der Hamburger SV scheitert in der zweiten Runde im DFB-Pokal. Zwei Entscheidungen von Schiedsrichter Tobias Stieler sorgen anschließend für Diskussionen. HSV-Boss Claus Costa übt Kritik, beißt sich aber auch auf die Zunge.
Mit einer 1:3-Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt hat der Hamburger SV in der zweiten Runde des DFB-Pokals die Segel streichen müssen. Doch aus Hamburger Sicht gab es auch zwei Situationen, in denen die Partie unter Umständen eine andere Entwicklung hätte nehmen können.
Claus Costa, Direktor Profifußball des HSV, haderte nach dem Pokal-Aus mit zwei strittigen Entscheidungen von Schiedsrichter Tobias Stieler – wollte die Niederlage aber auch nicht allein daran festmachen. Deutliche Worte fand Costa aber für einen verwehrten Strafstoß in der Schlussphase der ersten Hälfte.
HSV-Boss Costa: „Für mich ist das ein klarer Elfmeter“
„Für mich ist das ein klarer Elfmeter“, sagte Costa bei Sky, als er die TV-Bilder betrachtete. Zakaria El Ouahdi drang in der besagten Situation mit dem Ball in den Strafraum ein, Robin Koch versperrte ihm den Weg und der HSV-Profi stürzte über das Bein des Abwehrspielers (35.).
„Er legt den Ball vorbei, der Gegenspieler hat keine Chance, den Ball zu berühren und räumt ihn im Sechzehner ab. Ich weiß nicht, warum dem Schiedsrichter die Szene nicht zum Elfmeter reicht. Das kann ich nicht nachvollziehen. Da ist die Regelauslegung immer wieder anders. Für mich ist das ein klarer Elfmeter, wenn ich das hier so sehe“, sagte Costa.
Kurz nach dem Seitenwechsel hatten die Frankfurter zudem Glück, dass der bereits mit Gelb verwarnte Nnamdi Collins nach einem Bodycheck gegen David Möller Wolfe nicht mit Gelb-Rot vom Platz flog (48.). Eintracht-Trainer Adi Hütter wechselte Collins unmittelbar nach dem Foul aus und Keita Kosugi (49.).
Costa: „Natürlich sind das spielentscheidende Momente“
„Es ist häufig bezeichnend, wenn der Gegner den Spieler direkt nach der Aktion auswechselt“, sagte Costa – bremste sich dann aber bewusst.
„Wir können es nicht ändern. Wir haben nicht das Mindset, dass wir uns an Schiedsrichterentscheidungen abarbeiten. Wir fangen bei uns an. Wir hatten genügend Torchancen, um das Spiel auf unsere Seite zu ziehen“, sagte Costa und betonte: „Natürlich sind das spielentscheidende Momente, aber das ist nicht unser Fokus, wir sind bei uns.“
Stattdessen richtete der 42-Jährige den Blick auf das schnelle Wiedersehen in der Bundesliga in Frankfurt: „Jetzt gucken wir nach vorne und versuchen, es am Sonntag besser zu machen.“
Nach den strittigen Situationen entschieden die Frankfurter durch die Treffer von Kapitän Robin Koch (56.), Jonathan Burkardt (71.) und Younes Ebnoutalib (75.) die Partie. Terem Moffi (79.) gelang für die Gastgeber nur noch der Ehrentreffer.