Karetsas-Premierentor erlöst den BVB
Äußerst skurriler Moment bei Kovac-PK
Der BVB fährt in der Champions League den nächsten Sieg ein. Neuzugang Konstantinos Karetsas trifft entscheidend für die Schwarz-Gelben, obwohl es zuvor ein Problem bei seiner Einwechslung gab.
BVB-Neuzugang Konstantinos Karetsas hat sein erstes Tor für die Schwarz-Gelben in einem Pflichtspiel erzielt – und damit seine Mannschaft zugleich in der Champions League gegen Betis Sevilla (2:1) erlöst.
Der 18-Jährige traf nach Zuspiel von Fábio Silva mit dem linken Fuß zum 2:1 (72.), nachdem der BVB wenige Minuten zuvor den Ausgleich durch Aitor Ruibal kassiert hatte (67.). Silva hatte die Dortmunder kurz nach der Pause zur Führung geschossen (49.).
Karetas wurde nach dem Spiel zum „Man of the Match“ gewählt – schien darüber aber selbst etwas verwundert.
„Ich denke, dass Fábio Silva den Titel als Man of the Match verdient hat, weil er ein Tor und eine Vorlage hat, aber ich bin sehr glücklich“, sagte der griechische Nationalspieler bei DAZN.
Ungewöhnlicher Vorgang bei Karetsas-Einwechslung
Karetas war Mitte der zweiten Hälfte für den verletzten Serhou Guirassy eingewechselt worden – ein Vorgang, der eigentlich nicht zum Plan gehörte. Zur Erinnerung: Der Offensivspieler kommt aus einer Bänderverletzung und hatte zuletzt nur Kurzeinsätze.
„Um ehrlich zu sein: Als ich eingewechselt wurde, kam ich gerade von der Toilette. Ich hatte nicht viel Zeit, musste direkt rein, weil sich Serhou Guirassy verletzt hat. Deswegen kam es keine Instruktionen. Einfach nur nach vorne gehen und intensiv spielen. Und das war mein Spiel“, klärte Karetsas über die Umstände seiner Einwechslung auf.
Trainer Niko Kovac bestätigte wenig später den Ablauf: „Ich hab ihn gesucht. Ich hatte überlegt: Komm, jetzt gehst du rein, aber dann war er nicht da. Auf die Geschichte habe ich dann Carney (Chukwuemeka; Anm. d. Red.) gerufen – und schwupp, kam er um die Ecke. Hätte er noch auf der Toilette gesessen oder was auch immer er gemacht hat, wäre er nicht reingekommen.“
Der BVB rückt durch den Sieg in der Tabelle auf den zwölften Platz vor, punktgleich mit Betis und sieben weiteren Teams bis zu Platz vier (Como 1907).
Der BVB kommt schwer rein
Von der Leidenschaft und Zielstrebigkeit des Bayern-Spiels (2:2) war beim emotionalen Wiedersehen mit Marc Bartra lange wenig zu sehen. Der BVB war überlegen, durchaus, er vergab aber vor 81.365 Zuschauern zunächst seine wenigen Großchancen.
Dann kam dessen Sturmpartner Silva (49.), der per Abstauber traf und sich nach seinem Münchner Bogenschützen-Jubel etwas Neues einfallen ließ: Er legte ein Tänzchen hin. Ruibal (67.) konterte für Sevilla – fünf Minuten später traf Karetsas mit einem platzierten Linksschuss.
Bartra stand nicht in der Betis-Startelf – warmherzig empfangen wurde er von den BVB-Fans auf der Südtribüne trotzdem. Für den einzigen Spieler, der 2017 beim Bomben-Attentat auf die Dortmunder Mannschaft verletzt wurde, war es eine ganz besondere Rückkehr.
BVB: Kovac stellt auf Viererkette um
„Ich musste sehr schwierige Momente überwinden. Dadurch habe ich das Leben, den Fußball und die Menschen an meiner Seite noch mehr zu schätzen gelernt“, sagte der 35-Jährige vorab. Der BVB werde „immer einen besonderen Platz“ in seinem Herzen haben.
Bei aller Sentimentalität – für BVB-Trainer Niko Kovac gab es selbstverständlich „nur eine Richtung: Wir wollen gewinnen.“ Dafür stellte er trotz des Erfolges mit der Viererkette in München zurück auf eine Dreierreihe mit Waldemar Anton im Zentrum um. Stürmen ließ er Silva und Guirassy, der auch gleich die ersten größeren Chancen bekam (3./9.). Marcel Sabitzer hatte sich am Spieltag erkrankt abgemeldet.
Der BVB begann mit viel Ballbesitz und klarem Schwerpunkt auf der rechten Offensivseite, über die Joey Veerman häufig die Angriffe eröffnete. Von rechts flankte dann auch Julian Ryerson auf Daniel Svensson, der aus kürzester Distanz das 1:0 hätte erzielen müssen (21.).
Karetsas kommt für Guirassy
Sevilla allerdings schaltete nach Ballgewinn blitzschnell um und suchte den Pass in die Tiefe: Ein Abseitstor des Brasilianers Antony (15.) war dem BVB eine eindringliche Warnung.
Zudem war Kovac nach einer halben Stunde zum Umstellen gezwungen. Guirassy verließ den Platz mit muskulären Problemen, Karetsas reihte sich als Ersatz eine Position hinter Silva ein. Das Spiel verlor danach auch durch zahlreiche Unterbrechungen seinen anfänglichen Schwung.
Nach der Halbzeitpause schnürte der BVB den Gegner ein und verdiente sich die Führung. Für die Dortmunder folgen die schwierigsten Champions-League-Prüfungen in den kommenden Monaten: Weiter geht es am 24. November beim FC Arsenal, dann stehen Duelle mit Inter Mailand und Aston Villa an.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)