Eklat um De Bruyne: Neapel versinkt im Chaos
Nach der Niederlage gegen den FC Porto spitzt sich die Krise des SSC Neapel weiter zu. Ein Vorfall auf dem Spielfeld verschärft die Spannungen innerhalb der Mannschaft zusätzlich.
Die Nerven liegen offensichtlich blank bei der SSC Neapel. In den Schlussminuten der Champions-League-Partie beim FC Porto gestikulierte Kevin De Bruyne missbilligend in Richtung von Lorenzo Lucca, weil er wohl dessen Laufweg für falsch hielt.
Der Gazzetta dello Sport zufolge stand der Stürmer dem belgischen Star daraufhin fast Nase an Nase gegenüber und rief mehrfach „Hau ab!“ – bis Mitspieler dazwischengingen, die beiden trennten und zumindest für einen Anschein von Ruhe sorgten. Im Verein selbst herrscht aber alles andere als Ruhe.
Am Ende stand für die Mannschaft von Massimiliano Allegri am Mittwochabend eine 1:4-Niederlage zu Buche – die dritte Pleite im vierten Champions-League-Spiel. Mit lediglich einem Sieg (4:3 gegen Bodö/Glimt) stehen die Italiener auf Platz 27 der Tabelle und wären im Moment aus der Königsklasse ausgeschieden.
Die verbleibenden Gegner in der Champions League sind Manchester City, der FC Brügge, Sabah und Viking Stavanger. Auf dem Papier erscheint das Restprogramm machbar, doch angesichts der aktuellen Form könnten auch die vermeintlich schwächeren Gegner Napoli gefährlich werden.
Politano: „Ich wünschte, ein paar andere Teamkollegen würden sich erklären“
Nach der Partie gegen Porto waren sich die Spieler in ihren Äußerungen nicht ganz einig. „Ich entschuldige mich bei den Fans, die uns folgen, und bei den Zuschauern zu Hause. Ich bin stinksauer, wir müssen unser Gewissen prüfen, den Mund halten und arbeiten“, brachte Matteo Politano seine Gedanken deutlich zum Ausdruck.
Doch gleichzeitig nahm er auch seine Mitspieler in die Pflicht: „Ich stehe immer mit meinem Namen dafür ein. Ich wünschte, ein paar andere Teamkollegen würden sich erklären, nicht immer nur wir Italiener … Aber gut, so ist es eben.“
Doch letztlich meldeten sich nicht nur die Italiener nach der Niederlage zu Wort. Auch die Aussagen der ausländischen Spieler, darunter einige der wichtigsten Akteure, hallen auf beunruhigende Weise nach und geben Anlass zum Nachdenken. All das deutet auf eine Kabine hin, in der längst nicht alles ruhig und harmonisch zu sein scheint.
„Wir müssen uns verbessern, wir befinden uns wirklich in einer schwierigen Phase unserer Saison“, betonte der dänische Stürmer Rasmus Hojlund. „Wir alle müssen daran arbeiten, besser zu werden. Ich stimme Allegri nicht zu, wir haben kein gutes Spiel gemacht, wir haben nicht gut gespielt!“ Sein Appell ist unmissverständlich: „Wir alle müssen in den Spiegel schauen und Verantwortung übernehmen – von den Spielern über den Trainer bis hin zum Verein.“
Neapel vor wegweisendem Duell mit Lazio
Auch in der Liga läuft es für Neapel derzeit nur mittelmäßig. Sechs Punkte Abstand sind es bereits zu den internationalen Plätzen und am Wochenende geht es gegen Tabellenführer Lazio Rom. „Das Spiel gegen Lazio ist für uns wie ein Pokalfinale. Danach können hoffentlich in der Länderspielpause einige Spieler zurückkehren“, sagte Allegri mit Blick auf das wichtige Ligaspiel.
Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht das Ausmaß der Probleme: In den ersten 14 Pflichtspielen musste Neapel bereits 24 Gegentreffer hinnehmen. Besonders auffällig ist dabei die Häufung der Gegentore in der Schlussphase. Allein 14 Treffer kassierte die Mannschaft in den letzten 30 Minuten einer Partie. Ein deutliches Indiz dafür, dass Napoli insbesondere gegen Ende der Spiele zunehmend die Stabilität und den Zugriff verliert.
Neapel von Verletzungen geplagt
Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die Süditaliener derzeit von erheblichem Verletzungspech geplagt sind. Beim Duell mit dem FC Porto musste Allegri gleich auf zehn Spieler verzichten, sei es aufgrund von Verletzungen oder fehlender Spielberechtigung. Auf der Ersatzbank nahmen somit lediglich drei Feldspieler aus dem Profikader Platz.
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Dennoch kann die angespannte Personallage nicht als alleinige Erklärung für die enttäuschenden Leistungen dienen. Der Druck auf Allegri wächst zunehmend – und der Trainer steht mehr denn je in der Pflicht, zeitnah die richtigen Antworten zu finden und die Mannschaft wieder in die Erfolgsspur zu führen.