Nach Karetsas-Ausfall: BVB-Juwel vor Champions-League-Debüt?
Europas Top-Klubs wollten BVB-Juwel - Ricken schwärmt
Mathis Albert steht beim BVB plötzlich mehr denn je im Rampenlicht. Nach der Verletzung von Konstantinos Karetsas könnte der 17-Jährige schneller als erwartet in eine größere Rolle schlüpfen. Die Bosse trauen ihm einiges zu.
Noch kreischt niemand seinen Namen! Als der BVB am Montagmorgen am Dortmunder Flughafen zum Auswärtstrip nach Baku aufbrach, warteten bereits einige Fans auf Fotos und Autogramme ihrer Stars. Niko Kovac, Nico Schlotterbeck, Felix Nmecha, Maxi Beier und Jobe Bellingham nahmen sich kurz vor dem Abflug Zeit für die Anhänger.
Mathis Albert dagegen spazierte mit großen Over-Ear-Kopfhörern nahezu unbeachtet durch die Eingangshalle, schnappte sich seinen Boardingpass und verschwand Richtung Sicherheitskontrolle. Keine Autogramme, keine Fotos, keine große Aufmerksamkeit.
Doch mit der Ruhe um den 17-Jährigen könnte es bald vorbei sein. Denn beim BVB rückt das Offensivjuwel zunehmend in den Fokus.
Größere Rolle für BVB-Juwel?
Nach Giannis Konstantelias fällt mit Konstantinos Karetsas bereits der zweite Offensivspieler aus – zumindest für die beiden anstehenden Partien gegen Sabah FK und Eintracht Frankfurt. Die Ausfälle treffen Dortmund empfindlich. Gerade in der Offensive mangelt es den Schwarz-Gelben an Kreativität und überraschenden Ideen.
Ausgerechnet Albert könnte nun zur unverhofften Lösung werden. Zumindest dürfte sich für ihn die Chance eröffnen, sich auf größerer Bühne zu beweisen.
Dass der Youngster bereits vor seinem Startelfdebüt steht, deutete Sport-Geschäftsführer Lars Ricken am Montagmorgen auf SPORT1-Nachfrage an. Schon gegen Union Berlin war Albert ein Kandidat für die Anfangsformation. Letztlich entschied sich Trainer Niko Kovac auf Linksaußen für Maxi Beier. Immerhin: Albert kam in den letzten 20 Minuten zum Einsatz – so lange wie noch nie zuvor in der Bundesliga.
„In so einem Spiel, das relativ zerfahren war, reinzukommen, ist natürlich auch nicht einfach für einen so jungen Spieler“, zeigte sich Ricken dennoch zufrieden mit dem Saisondebüt des Offensivtalents, das „gefühlt vor paar Tagen noch 16 Jahre alt“ gewesen ist. Und legte nach: „Da haben wir ein tolles Talent in unseren Reihen, der punktuell immer mal wieder auch für Furore sorgen kann bei uns.“
Vom Bundesliga-Debüt zum Nationalmannschaftsrekord
Dass Albert trotz seines jungen Alters schon einiges mitbringt, zeigt ein Blick auf seine bisherige Karriere. Bereits Ende April der vergangenen Saison feierte er unter Kovac sein Bundesliga-Debüt – mit gerade einmal 16 Jahren. Beim 4:0 gegen Freiburg durfte er erstmals ran. In der ersten DFB-Pokalrunde stand er gegen HEBC Hamburg sogar über die volle Distanz auf dem Platz.
Noch turbulenter verlief sein jüngstes Kapitel in der US-Nationalmannschaft. Nationaltrainer Mauricio Pochettino berief Albert während der vergangenen Länderspielpause erstmals in den A-Kader. Bei seinem Debüt lieferte er prompt eine Vorlage, im zweiten Einsatz löste er Christian Pulisic als jüngsten Torschützen in der Geschichte der US-Nationalmannschaft ab.
Lange hielt der Rekord allerdings nicht: Nur fünf Tage später wurde Albert bereits wieder übertroffen. Das erst 17 Jahre und sechs Tage alte US-Juwel Cavan Sullivan traf und schrieb damit seinerseits Geschichte.
Pikant: Albert wäre auch für Deutschland spielberechtigt gewesen. Er hat jedoch bereits sämtliche Nachwuchsstufen der US-Auswahl durchlaufen und sich damit früh in Richtung USA orientiert.
Ricken: „Hinter Mathis waren alle großen Mannschaften her“
Dass der BVB im Sommer 2024 bei der Verpflichtung aus der Akademie von Los Angeles Galaxy den richtigen Riecher hatte, davon ist Ricken überzeugt. Der Sportboss weiß, dass Albert längst kein Geheimtipp mehr ist: „Dass er ein guter, talentierter Spieler ist, wissen wir nicht erst seit Kurzem. Hinter Mathis waren, als wir ihn verpflichtet haben, eigentlich alle großen Mannschaften her. Durch seine Einsätze in der Nationalmannschaft ist er natürlich noch mehr in den Fokus gerückt.“
Nun könnte Albert bereits in Baku sein Champions-League-Debüt (Dienstag, 18.45 Uhr im LIVETICKER) feiern. Sicher ist: In den kommenden Wochen dürften seine Einsatzzeiten deutlich steigen. Die Ausfälle eröffnen ihm eine Chance, die er nutzen kann – und soll.
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Vielleicht ist er dann auch am Dortmunder Flughafen nicht mehr derjenige, der mit Kopfhörern unbeachtet an den Fans vorbeizieht. Wenn der BVB Ende November zum Champions-League-Auswärtsspiel beim FC Arsenal nach London reist, könnte es durchaus sein, dass erstmals auch Mathis Alberts Name durch die Eingangshalle schallt.