Julian Álvarez: Atléticos gefallener Star meldet sich zurück

Alvarez? Hier wird Simeone zum Philosoph
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Alvarez? Hier wird Simeone zum Philosoph

Nach dem geplatzten Barca-Wechsel und heftigen Fan-Reaktionen schien Julián Álvarez bei Atlético am Tiefpunkt angekommen. Jetzt zeigt die Formkurve wieder nach oben. Ist das sein Comeback?

Er wollte unbedingt weg, doch sein Verein schob einem Wechsel zum Erzrivalen klar den Riegel vor. Also musste er bleiben, erlebte in der Folge eine schwere Zeit und wurde von den eigenen Fans ausgepfiffen. Am Wochenende erzielte er endlich seinen ersten Scorerpunkt in der Liga. Wird Julián Álvarez nun doch wieder wichtig für Atlético Madrid?

Vor dem Champions-League-Duell mit dem VfB Stuttgart am Dienstag (21 Uhr im LIVETICKER) schrieb der Argentinier zumindest sportlich endlich wieder positive Schlagzeilen. Beim knappen 1:0-Erfolg gegen Espanyol Barcelona bereitete der 26-Jährige den erlösenden späten Siegtreffer durch Alex Baena vor. Damit bleiben die Rojiblancos in La Liga mit 22 Punkten am Primus FC Barcelona (27) dran – ausgerechnet dem Verein, zu dem Álvarez im Sommer unbedingt wechseln wollte.

Julián Álvarez machte schwere Zeiten durch
Julián Álvarez machte schwere Zeiten durchJulián Álvarez machte schwere Zeiten durch© IMAGO/AgenciaLOF

Es war die Saga des Transferfensters, über kaum ein anderes Thema wurde so viel diskutiert und spekuliert. Der Stürmer beabsichtigte nach der WM einen Neuanfang bei Barca. „Ich kann mich nicht länger verstecken und möchte mir meinen Traum erfüllen, ein Transfer wäre die beste Lösung für alle“, sagte er diesbezüglich im Sommer.

Doch Atlético stellte sich quer und verhinderte einen Wechsel konsequent. Auch zwischen beiden Vereinen flogen heftig die Giftpfeile, beinahe täglich gab es gegenseitige Sticheleien und Anschuldigungen. Am Ende platzte der Transfer.

Nach Transfer-Posse: Álvarez von eigenen Fans übel ausgepfiffen

Was blieb: ein unzufriedener und durch die Transferposse gezeichneter Álvarez, der innerhalb der Mannschaft und insbesondere bei den Fans all seine Sympathien verspielt hatte. Das bekam der Argentinier dann auch gleich zu spüren.

Nachdem er zum Ligaauftakt noch nicht dem Spieltagskader angehört hatte, wurde er am zweiten Spieltag bei seiner Rückkehr ins Metropolitano Opfer eines Spießrutenlaufes. Schon bei der Verkündung seines Namens gellte ein lautes Pfeifkonzert durch das Stadion, bei seiner Einwechslung wurde es nicht besser. Nach einem schwachen Auftritt verließ Álvarez sofort nach Spielende den Platz in Richtung Kabine – wohl auch, um weitere Eskalationen mit den Fans zu verhindern.

DEINE MEINUNG

Trainer Diego Simeone ließ seinen besten Torschützen der vergangenen Saison auch in den kommenden Spielen zunächst auf der Bank, in La Liga stand Álvarez bisher noch gar nicht in der Startelf. Stattdessen erhielt Leihspieler Jonathan David den Vorzug.

Álvarez‘ letztes Tor liegt ein halbes Jahr zurück

Dafür durfte Álvarez zweimal in der Champions League von Beginn an ran, sammelte beim 1:2 zum Auftakt der Ligaphase gegen den FC Liverpool seine erste – und bis zum Spiel am Wochenende auch einzige – Torbeteiligung in dieser Saison.

Auf einen eigenen Treffer wartet er weiterhin. In der letzten Saison hatte der Angreifer wettbewerbsübergreifend noch 20 Tore erzielt. Sein bisher letzter Treffer im Trikot von Atlético liegt fast ein halbes Jahr zurück: Im April hatte Álvarez beim 1:1 im Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Arsenal getroffen.

Mut macht sein letzter Auftritt in der Königsklasse gegen Manchester United in der vergangenen Woche. Beim 2:0-Erfolg stand Álvarez über 70 Minuten auf dem Platz. „Dass Julián Álvarez wieder von Anfang an spielt, ist der definitive Schritt, um die Situation wieder normal zu gestalten. Eine großartige Nachricht für den Klub und alle anderen“, meinte Atlétis Fußball-Direktor Mateu Alemany im Nachgang.

Ex-Weltmeister überzeugt: „Der beste Spieler in Atléticos Kader“

Und auch die Pfiffe gegen Álvarez wurden weniger – sie waren zwar da, aber deutlich abgeschwächt. Sogar leichter Applaus mischte sich bei seiner Auswechslung unter die Klänge im Stadion.

Die Wogen zwischen dem Argentinier und den Fans von Atlético sind sicherlich noch nicht wieder komplett geglättet und doch befindet sich Álvarez sportlich auf dem richtigen Weg. Jorge Valdano, Weltmeister von 1986, hält viel von seinem Landsmann: „Julian Álvarez ist der beste Spieler in Atléticos Kader. Und auf den kannst du nicht verzichten, wenn du ein Siegerteam formen willst.“

Sollte der Stürmer auch vor dem Tor seinen Riecher zurückbekommen, könnte Simeone ebenfalls diese Gedanken wiederfinden – und Álvarez für die Rojiblancos noch ein ganz wichtiger Bestandteil werden.