Einzelkritik: Viermal Note 5 für den BVB
Irre Bilder vor BVB-Spiel
Bei der 0:1-Niederlage des BVB bei Bodö/Glimt haben viele Dortmunder Offensivakteure mit dem Kunstrasen Probleme - erst die Joker beleben das Spiel. Die SPORT1-Einzelkritik.
Borussia Dortmund hat in der Champions League eine erste Niederlage kassiert. Der BVB verlor in Norwegen am Mittwoch beim FK Bodö/Glimt 0:1 (0:0) und steht damit bei drei Punkten aus zwei Spielen.
Fredrik Sjövold (52.) traf für Bodö auf dem Kunstrasen des Aspmyra-Stadions am Tag nach der Vertragsverlängerung mit Trainer Niko Kovac. Trotz der Niederlage überzeugten diverse Abwehrakteure des BVB, während die von Kovac in der Startelf aufgebotenen Offensivstars durch die Bank schwächelten. Erst die Einwechslungen brachten – zu spät – Schwung. Die SPORT1-Einzelkritik.
GREGOR KOBEL: War trotz klarer Überlegenheit der Norweger – besonders in Hälfte eins – selten ernsthaft gefordert. Wenn er aber gebraucht wurde, war er da. Griff bei einem Hauge-Abschluss sicher zu (10.). Lenkte den Abschluss von Helmersen gerade noch um den Pfosten (46.) – stark! Beim Gegentreffer allerdings machtlos. SPORT1-Note: 3
RAMY BENSEBAINI: Vertrat den daheim gebliebenen Schlotterbeck. War genauso wie sein Nebenmann Anton häufig am Ball und versuchte sich häufiger im Aufbauspiel. Seine langen Bälle landeten häufig beim Mitspieler. Starke Flanke auf Nwaneri (75.). SPORT1-Note: 3
WALDEMAR ANTON: Führte die Mannschaft in Abwesenheit von Schlotterbeck als Kapitän aufs Feld. Immer wieder sah er gefährliche Angriffe auf sich zukommen. Hatte deshalb auch die meisten Defensivaktionen (17!) und Ballkontakte (108) aller Spieler. Immer wieder warf er sich in Zweikämpfe und blockte Abschlüsse. Beim Gegentor konnte dann aber selbst er nicht mehr eingreifen. Dennoch: Anton ist ohne Zweifel DER Abwehrboss des BVB. SPORT1-Note: 2,5
JOANE GADOU: Handelte sich für ein Foul am eigenen Strafraum früh im Spiel eine Gelbe Karte ein (13.). Ließ sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen und verteidigte weiterhin resolut. Starkes Tackling gegen Helmersen (27.) – das war auch wichtig, sonst wäre der Bodo-Stürmer durch gewesen. Über seine rechte Seite ging für Bodo deutlich weniger als über links. SPORT1-Note: 3,5
MAXIMILIAN BEIER (bis 77.): Ließ Auklend vor dem 0:1 einfach flanken. War in der Offensive – zumindest über das ganze Spiel gesehen – noch der aktivste Dortmunder. Vor allem, als er nach rund 60 Minuten etwas offensiver vorrücken durfte. Er rannte und arbeitete viel. Gefährliche Szenen blieben allerdings aus. SPORT1-Note: 4,5
DANIEL SVENSSON: Rannte die Linie auf und ab. In der ersten Stunde war er aber hauptsächlich damit beschäftigt, hinten auszuhelfen und Gadou zu unterstützen. Mit der Hereinnahme von Ryerson wechselte er die Seite und schob von da aus immer wieder offensiv mit an. Allerdings zu häufig ohne die letzte Konzentration. SPORT1-Note: 4
JOBE BELLINGHAM: Hatte mit der Länge seiner Pässe auf dem ungewohnten Kunstrasen Probleme. Kam mit Dauer des Spiels immer besser in die Partie und gewann ab einer guten Stunde dann auch die Überhand im Zentrum. Für ihn gilt das, was auch für die gesamte BVB-Mannschaft galt: Warum nicht gleich von Beginn an so? SPORT1-Note: 4
JOEY VEERMAN: Es bleibt dabei: Offensivaktionen liegen ihm deutlich besser als die Arbeit in der Defensive. Dort kommen immer wieder seine Schwächen zum Vorschein. Beim überfälligen Gegentreffer ließ er Sjövold einfach entkommen (52.). Das war nichts! SPORT1-Note: 5
KONSTANTINOS KARETSAS (bis 60.): Ungenaue Flanke (24.). Kaum Durchsetzungsvermögen, hatte Schwierigkeiten mit der aggressiven Spielweise der Norweger, die ihn häufig doppelten. Gewann gerade einmal zwei seiner neun Zweikämpfe und wurde nach einer Stunde ausgewechselt. Für ihn kam Nwaneri. SPORT1-Note: 5
SAMUELE INÁCIO (bis 60.): Von ihm versprach sich Kovac Dynamik. Hatte aber gerade in den direkten Duellen nichts zu melden. Konnte sich in neun Zweikämpfen genau einmal durchsetzen – gefährlich wurde es nicht. Seine Chance, sich auf Königsklassen-Niveau zu beweisen, versandete. SPORT1-Note: 5
FÁBIO SILVA (bis 60.): Bekam für sein gefährlich hohes Bein gegen Björkan die Gelbe Karte (25.). Hatte die Riesen-Chance aufs 1:0, sein Kopfball allerdings zu zentral auf Bodo-Keeper Haikin – es wäre wohl Abseits gewesen. Rannte und verschob viel, aufgrund der mangelnden Offensivpower des BVB hing er aber nahezu das komplette Spiel über in der Luft. Brachte dazu gerade einmal 53 Prozent seiner Pässe zu einem Mitspieler. SPORT1-Note: 5
Ab 60. JULIAN RYERSON: Der Norweger bekam gleich zweimal Sonderapplaus vom Publikum in seiner Heimat: Einmal direkt bei seiner Einwechslung (60.), dann klatschte es für eine verunglückte Flanke hämischen Beifall (82.). SPORT1-Note: 4
Ab 60. ETHAN NWANERI: Ersetzte den schwachen Karetsas und brachte ordentlich Schwung in die Partie. Auch, weil der BVB durch den Vierfachwechsel allgemein offensiver wurde. Bekam die butterweiche Flanke von Bensebaini nicht optimal geköpft (75.). Zielte nach einem Eckball zu zentral (84.). Zu verspielt bei einer aussichtsreichen Hereingabe (89.) SPORT1-Note: 3
Ab 60. FELIX NMECHA: Sollte neue Impulse bringen und machte mit einem Distanzschuss sofort auf sich aufmerksam (62.). Auch sonst mit sehr viel Offensivdrang, war in der Schlussphase an vielen Angriffen des BVB beteiligt. SPORT1-Note: 3
Ab 60. SERHOU GUIRASSY: Kam nach einer Stunde für den blassen Silva in die Partie. Konnte unter Bedrängnis nicht optimal abschließen (69.) – dennoch fehlte da nicht viel. Konnte deutlich mehr Bälle festmachen als Silva, das Spiel des BVB war aber dann auch ein anderes. SPORT1-Note: 3
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Ab 77. CARNEY CHUKWUEMEKA: Sollte in der Schlussphase nochmal wirbeln. Blieb dabei allerdings ohne nennenswerte Aktion.