Ein Topspiel ohne Olise? Das gab es bei Bayern noch nie

Düstere Olise-Prognose ruft sofort Effe auf den Plan
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Düstere Olise-Prognose ruft sofort Effe auf den Plan

Gegen Arsenal muss Vincent Kompany erstmals in einem echten Topspiel ohne Michael Olise auskommen. Ein Ernstfall, der angesichts der anhaltenden Wechselgerüchte eine besondere Brisanz bekommt.

Es gibt eine Situation, auf die der FC Bayern unter Vincent Kompany bislang praktisch keine Antwort finden musste: Was tun, wenn Michael Olise in einem richtig großen Spiel nicht zur Verfügung steht?

Am Mittwochabend wird aus dieser theoretischen Frage plötzlich bitterer Ernst. Ausgerechnet gegen den FC Arsenal, mit dem die Münchner noch eine Rechnung offen haben, fehlt der französische Ausnahmekönner gesperrt.

Im Champions-League-Spiel gegen Arsenal muss der FC Bayern ohne Michael Olise auskommen
Im Champions-League-Spiel gegen Arsenal muss der FC Bayern ohne Michael Olise auskommenIm Champions-League-Spiel gegen Arsenal muss der FC Bayern ohne Michael Olise auskommen© IMAGO/MIS

Olise hat sich seine Zwangspause mit dem ebenso unnötigen wie ungewöhnlichen Ausraster gegen Viking Stavanger selbst eingebrockt. Ausgerechnet „Mister Nonchalant“, dem sonst kaum eine Gefühlsregung zu entlocken ist, ließ sich von Zlatko Tripic provozieren. Jetzt muss Kompany die Folgen ausbaden.

Das gab es in der Champions-League erst einmal

Olise ist eigentlich eine Konstante, wie es sie nur selten gibt. Seit den Olympischen Spielen 2024 befindet sich der Offensivkünstler praktisch im Dauereinsatz. Kompany verzichtet nur äußerst ungern freiwillig auf ihn – schon gar nicht in brisanten Duellen.

Wie außergewöhnlich Olises Abwesenheit ist, zeigt vor allem ein Blick auf die Champions League. Gerade ein einziges Königsklassen-Spiel hat der Franzose seit seinem Wechsel nach München verpasst: das Achtelfinal-Rückspiel gegen Atalanta Bergamo in der vergangenen Saison.

Auch damals hatte er sich die Pause mit einer vermeidbaren Gelben Karte im Hinspiel selbst verschafft. Allerdings führten die Bayern nach dem 6:1 in Bergamo praktisch uneinholbar. Olises Fehlen war deshalb zu verschmerzen und mit Blick auf das Viertelfinale sogar ganz angenehm. Diesmal ist das völlig anders.

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Wer ersetzt den wichtigen Kreativmotor?

Selbst wenn Kompany seinen Dauerbrenner gelegentlich schonte, blieb ihm zumindest noch die Möglichkeit, ihn einzuwechseln. Nicht selten war es Olise, der den Münchnern dann noch den Sieg holte.

Gegen Arsenal fällt auch dieses Sicherheitsnetz weg. Die Bayern müssen erstmals ein Spitzenspiel bestreiten, ohne ihren vielleicht wichtigsten Kreativspieler überhaupt einsetzen zu können.

Damit steht Kompany vor einer höchst ungewohnten Entscheidung. Lennart Karl wäre die naheliegende Alternative, sucht nach seiner Verletzung im Sommer allerdings noch nach seiner Form. Serge Gnabry bringt deutlich mehr Erfahrung mit, hat aber ebenfalls eine Verletzungspause hinter sich. Auch eine Umstellung der Offensive wäre denkbar. Doch die eigentliche Frage lautet nicht, wer Olises Platz auf dem rechten Flügel einnimmt. Sondern wer seine Rolle auch wirklich ausfüllen kann.

Kane lobt Olises „überragende Reaktion“

Harry Kane weiß um die Dimension des Ausfalls. Nach dem 6:1 gegen RB Leipzig am Samstagabend erklärte der Engländer auf SPORT1-Nachfrage, dass man das Fehlen eines solchen Schlüsselspielers selbstverständlich spüren werde. „Seine Reaktion heute fand ich überragend“, lobte der Engländer nach dem Spiel. Schon im Training habe Olise die richtige Antwort auf seinen folgenschweren Fehler von Stavanger gegeben. Nun müssten andere Spieler Verantwortung übernehmen und ihre Chance nutzen.

Kane berichtete auch von der Enttäuschung des Franzosen, der gerade ein Spiel wie das gegen Arsenal unbedingt bestreiten wollte. Nur hilft den Bayern das am Mittwoch wenig. Und so bekommt das Duell mit den Engländern fast zwangsläufig eine zweite, durchaus brisante Bedeutung.

Ein ungewolltes Experiment

Die Bayern werden unter echten Wettbewerbsbedingungen erleben, wie sich ein Topspiel ohne Olise anfühlt. Wie viel Kreativität bleibt? Wer übernimmt Verantwortung? Und wie gefährlich ist Kompanys Mannschaft, wenn ihr bislang beinahe unverzichtbarer Unterschiedsspieler fehlt?

Fragen, die angesichts der anhaltenden Spekulationen über Olises Zukunft ohnehin irgendwann aufkommen könnten. Schließlich hatte Vorstandschef Jan-Christian Dreesen im September im SPORT1-Doppelpass ausdrücklich vermieden, eine Garantie für einen langfristigen Verbleib des Franzosen auszusprechen.

„Ob wir ihn dauerhaft werden halten können, das werden wir dann im nächsten Jahr im Sommer wieder neu besprechen“, sagte Dreesen damals. Und das trotz eines bis 2029 laufenden Vertrags ohne Ausstiegsklausel.

Muss Bayern hier für den Ernstfall proben?

Dass Olise die Bayern tatsächlich verlässt, ist damit keineswegs gesagt. Doch das Interesse internationaler Spitzenklubs wird nicht verschwinden. Und an der Säbener Straße dürfte niemand so naiv sein, einen Abschied des Franzosen kategorisch auszuschließen.

Am Mittwoch erhalten die Verantwortlichen nun einen Vorgeschmack auf ein Szenario, das sie auf Dauer unbedingt verhindern möchten. Ein Topspiel gegen einen der besten Gegner Europas – und Olise ist nicht dabei. Bislang war so etwas unter Kompany praktisch undenkbar. Nun wird es Realität. Vorerst nur für einen Abend. Vielleicht ist aber gerade das der beunruhigendste Gedanke: Was gegen Arsenal eine Ausnahme ist, könnte irgendwann zur Normalität werden.

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