Vier Einsätze, nichts Zählbares
Mourinho teilt aus! "Dann muss er nach Hause gehen"
125 Millionen Euro schickte Real Madrid für Yan Diomande nach Leipzig. Doch bislang konnte der 19-Jährige bei den Königlichen kaum auf sich aufmerksam machen. José Mourinho hat aber einen Plan.
Als Real Madrid am 6. August mit einem seiner berühmten „Comunicado oficial“ an die Öffentlichkeit trat, war die Euphorie bei den Fans der Königlichen riesig: Für rund 125 Millionen Euro eiste man Flügelstürmer Yan Diomande von RB Leipzig los – im Gepäck hatte der 19-Jährige eine Bundesliga-Saison mit 20 Torbeteiligungen und auch eine starke Weltmeisterschaft mit der Elfenbeinküste.
Knapp einen Monat später ist die Vorfreude der Madridistas auf ihr neues Offensivjuwel zwar immer noch da – doch Diomandes erste Wochen bei Real haben sie zumindest etwas getrübt: Auf gerade einmal vier Kurzeinsätze kommt er bisher. Weder einen Startelfeinsatz noch eine Torbeteiligung kann Diomande bisher aufweisen.
Top-Transfer mit Fehlstart bei Real Madrid? „Take it easy!“
Bei der jüngsten 0:1-Pleite gegen Betis Sevilla warf Real-Coach José Mourinho den Ivorer für die letzten 25 Minuten in die Partie, auch in den Wochen zuvor war Diomande ausschließlich von der Bank gekommen.
Die spanische AS rechnete vor, Diomande habe in den ersten vier Spielen der neuen Saison gerade einmal 23 Prozent aller möglichen Minuten absolviert: „Erstaunlich wenig für den teuersten Neuzugang der Vereinsgeschichte“, wunderte sich die Zeitung.
Bei seinen Kurzauftritten blieb der 19-Jährige größtenteils wirkungslos. Mourinho selbst verteidigte aber die bislang noch geringen Einsatzzeiten des Flügelspielers: „Wenn man von einer so hohen Summe spricht, denkt man an jemanden, der kommt und alles auf den Kopf stellt“, erklärte der Portugiese. „Aber so ist es nicht, er ist ein junger Kerl. Ruhe, take it easy.“ Diomande habe eine lange Saison auf hohem Niveau in Leipzig hinter sich und müsse Schritt für Schritt herangeführt werden.
Diomande-Start weckt ungute Erinnerungen
Während Real also zur Geduld mahnt, lässt sich die zumindest latente Unruhe einiger Fans auch mit einem vergleichbaren Fall aus der letzten Saison erklären: Damals verpflichteten die Königlichen das argentinische Offensivjuwel Franco Mastantuono für 60 Millionen Euro von River Plate – auch er galt, ähnlich wie Diomande jetzt, als absolutes Supertalent. Doch der Transfer floppte und Real verlieh den 19-Jährigen nach nur einem Jahr an Florenz.
Nun war Diomande mehr als doppelt so teuer und bringt entsprechend andere Erwartungshaltungen mit ins Bernabéu, die er erst noch erfüllen muss. In der Offensive ist der 19-Jährige schließlich bereits mit etlichen gestandenen Weltklassespielern umgeben.
„Es ist unglaublich. In jedem Training liegt die Messlatte so hoch, dass man keine andere Wahl hat, als sein eigenes Niveau zu erhöhen“, schwärmte der Neuzugang über Kylian Mbappé und Co. Wie die Marca berichtet, seien Diomandes Trainingsleistungen intern aber sehr positiv bewertet worden – man sieht den Ivorer auf einem guten Weg, bald immer häufiger auf dem Platz zu stehen.
Auch in der Champions League auf der Bank
Ohnehin dürfte Trainer Mourinho mit dem Neuzugang einen genauen Plan für die kommenden Wochen haben. Das gilt nicht zuletzt deshalb, weil Real noch lange auf den mit einem Kreuzbandriss fehlenden Rodrygo verzichten muss, der Diomande nominell auf seiner Position Konkurrenz machen würde. Mourinho bewahre „die Ruhe und hält an dem speziellen Plan fest, den er für Diomande entworfen hat“, heißt es in der AS.
Ein Startelfdebüt in der Champions League war jedoch nicht Teil dieses Plans: Am Dienstagabend (21 Uhr) startete Real mit einem Heimspiel gegen Inter Mailand in die neue Champions-League-Saison – doch Diomande saß zunächst nur auf der Bank. Am 21. Oktober gibt es für den Ivorer dann das Wiedersehen mit den alten Kollegen, wenn Leipzig am dritten CL-Spieltag ins Bernabéu reist.