Eine Blamage von historischem Ausmaß
Celtic Glasgow verspielt gegen den LASK die sicher geglaubte Champions-League-Qualifikation. Die Presse hält sich im Anschluss nicht zurück.
Celtic Glasgow hat am Dienstag einen der bittersten Abende seiner Vereinsgeschichte erlebt. Die Schotten verloren in den Playoffs zur Champions League trotz aussichtsreicher Lage und Vier-Tore-Vorsprung nach Verlängerung noch mit 1:5 gegen den Linzer ASK aus Österreich.
Der schottische Meister hatte das Hinspiel im heimischen Celtic Park noch mit 3:0 gewonnen und war auch im Rückspiel in Führung gegangen. Doch dann nahm das Debakel seinen Lauf. Die Österreicher retteten sich kurz vor Schluss in die Verlängerung und machten dort den Deckel drauf. Am Ende hieß es 5:4 nach beiden Spielen. Die heimische Presse setzte anschließend zum Rundumschlag an.
„Celtic erleidet eine Blamage mit dem historischen Tiefpunkt in Europa“, schrieb etwa The Scotsman. Die Zeitung bilanzierte: „Der Champions-League-Traum wurde auf eine Weise zunichtegemacht, dass man sich Sorgen darüber machen muss, wie es für sie und ihre Fans weitergeht.“ Das steht zumindest fest: Celtic spielt nach der Niederlage nur in der Europa League – und verpasst dadurch rund 20 Millionen Euro an Einnahmen.
Celtic-Auftritt: „Peinlich und erbärmlich“
Besonders die Art und Weise, wie Celtic das Spiel noch aus der Hand geben konnte, erzürnte die Scottish Sun: „Es war peinlich, erbärmlich und absolut erstaunlich, wie eine Mannschaft ein Spiel verlieren konnte, das sie so klar unter Kontrolle hatte.“ Nach dem 1:0 durch Kapitän Callum McGregor (21.) schien Celtic mit dem Vier-Tore-Vorsprung schon wie der sichere Sieger. Doch es kam anders. „Wir haben bekommen, was wir verdient haben. Wir waren den ganzen Abend über passiv. Wir wirkten ängstlich“, sagte McGregor.
Sein Trainer Martin O’Neill übernahm die volle Verantwortung für das Aus. Der 74-Jährige wurde dennoch deutlich zur Leistung seiner Mannschaft: „Heute Abend haben wir deutlich versagt, besonders in der zweiten Halbzeit.“ Es sei eines seiner schlimmsten europäischen Spiele gewesen.
The Harold schrieb dazu: „Am Ufer der Donau erlebte Celtic einen neuen Tiefpunkt, als der Traum von der Champions League endgültig zerplatzte.“ Auch in England schlug das Versagen im Nachbarland hohe Wellen. Die Daily Mail etwa titelte „Das europäische Desaster der Celtics“ und „Eine Nacht voller Demütigungen für den schottischen Meister. Nur wenige, die dieses Debakel miterlebt haben, werden jemals etwas Ähnliches gesehen haben. Es war kaum zu glauben.“
Der Guardian schrieb von „einem ihrer größten europäischen Tiefpunkte aller Zeiten“, während BBC Sport es als eine der „dunkelsten Nächte der europäischen Geschichte“ bezeichnete. Der Telegraph titelte „Celtic scheidet demütigend aus der Champions League aus. Einer der schlimmsten europäischen Abende in der Vereinsgeschichte“.
LASK-Wunder – Große Freude in Österreich
Ganz anders hingegen war die Stimmung in Österreich. „Furioser LASK stürmt in Königsklasse“, titelte etwa Sport ORF. „Der LASK hat am Dienstag österreichische Fußballgeschichte geschrieben“, hieß es dort weiter. oe24 schrieb vom „Wunder von Linz“ und einem LASK, der Celtic regelrecht „zerlegte“.
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„Der LASK hat sich und Fußball-Österreich am Dienstagabend eine Sternstunde beschert“, bewertete die Kronen-Zeitung die „historische Aufholjagd“ des österreichischen Meisters. Ähnliches hatte lediglich Rapid Wien geschafft, das 1985 im Viertelfinale des Europacups der Pokalsieger Dynamo Dresden nach einem 0:3 im Hinspiel noch mit einem 5:0 eliminierte. Belohnt wird der erstmalige Einzug in die Champions League für die Österreicher mit etwa 18 Millionen Euro.