Kein Rot für BVB-Star Svensson? Schiedsrichter bezieht Stellung
Sonderlob für Olises Gegner! "Hat das Duell gewonnen"
Nach einem harten Einsteigen von Daniel Svensson gegen Elversbergs Kapitän Lukas Pinckert bleibt die Pfeife stumm. Das sorgt für große Diskussionen nach dem Spiel.
Über diese Szene wird sich die SV Elversberg wohl noch etwas länger ärgern. Nach gut 20 Minuten kam es bei der Niederlage gegen Borussia Dortmund (1:2) im Strafraum des Aufsteigers zum Zweikampf zwischen Daniel Svensson und SVE-Kapitän Lukas Pinckert. Letzterer ging nach einer Grätsche von Svensson zu Boden, Schiedsrichter Harm Osmers entschied auf Freistoß, zeigt aber keine Karte.
Bei Betrachtung der TV-Bilder wird schnell deutlich: Eine durchaus strittige Entscheidung, doch der VAR schritt nicht ein. Pinckert musste wenig später verletzt ausgewechselt werden. Nach dem Spiel äußert sich auch Schiedsrichter Harm Osmers zu der Szene.
Kein Rot für BVB-Verteidiger Svensson? Diese Szene sorgt für Wirbel
„Natürlich, das ist mindestens Gelb und sicherlich eine Szene, die an der Grenze ist, über Rot kann man auch diskutieren“, räumte der Schiedsrichter nach dem Spiel bei Sky ein.
„Das war sicherlich an der Grenze. Rot ist auf jeden Fall im Bereich des Möglichen gewesen. Dazu brauche ich als Schiedsrichter eine klare Wahrnehmung und vor allem eine Überzeugung. Rot nach 20 Minuten zu geben, dazu braucht man Überzeugung und Klarheit“ sagte Osmers weiter.
Unverständnis bei der SV Elversberg
Geht es nach Elversberg-Coach Vincent Wagner, war genau diese Klarheit aber gegeben: „Ich glaube die Szene in der ersten Halbzeit – auch wenn es keine Absicht war – ist relativ klar. […] Es macht für uns schon einen großen Unterschied, wenn wir unseren Kapitän verletzt auswechseln müssen“, haderte Elversberg-Coach Vincent Wagner nach der Partie.
Was Wagner zusätzlich stört: Selbst eine Gelbe Karte für Svensson hätte zu einem Platzverweis führen können, denn nach einem taktischen Foul wurde der Schwede später noch verwarnt. BVB-Coach Niko Kovac wähnte sich und seine Mannschaft im Glück: „Es hätte auch anders ausgehen können.“
Gräfe poltert: „Zwingend Rot!“
Dem stimmte auch der ehemalige Schiedsrichter Manuel Gräfe zu. Seiner Meinung nach hätte Svensson „mit Rot des Feldes verwiesen werden müssen“, wie Gräfe bei X schrieb.
Die Aktion sei „sicher nicht bösartig absichtlich“ gewesen, Svensson trete aber „übermotiviert mit offener Sohle und hohem Tempo in den Knöchel, der umknickt. Da kann alles kaputtgehen.“ Gräfes Urteil deswegen klar: „Zwingend Rot! Weil mit Heftigkeit und Brutalität agiert wird und eine hohe Verletzungsgefahr vorliegt.“
Der Ex-Referee übte an den Offiziellen Kritik: „Der Schiedsrichter steht schlecht, sieht es von hinten nicht, weil der Dortmunder im Sichtfeld liegt. Er hätte sich seitlicher positionieren müssen. Aber dafür gibt es doch den VAR!“
So sah Svensson die Szene
Svensson selbst sah die Szene wie folgt: „Ich habe versucht, den Ball zu erreichen, und dann kam er. Ich habe gespürt, dass ich ihn berührt habe, aber ich habe es jetzt nicht noch einmal gesehen. Ich habe nur gesehen, dass er vom Platz musste, also hoffe ich natürlich, dass es nichts Ernstes ist. Es war nicht meine Absicht, ich habe nur versucht, den Ball zu erreichen.“
Sportlich konnte Wagner seiner Mannschaft trotz der knappen Niederlage kaum einen Vorwurf machen. Die SVE hatte dem Favoriten über weite Strecken Paroli geboten und sich aus Sicht ihres Trainers mindestens einen Punkt verdient. Dass es am Ende dennoch nicht zu einem Punktgewinn reichte, kommentierte Wagner mit einer Portion Galgenhumor: „Wie sagt man im Ruhrgebiet? Nah dran ist die Schwester von Scheiße.“