Horror-Abend für Leipzig-Profi beim FC Bayern

Demichelis wusste schon 2014: Dieser Bayern-Star kann es
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Demichelis wusste schon 2014: Dieser Bayern-Star kann es

RB Leipzigs Trainer Martín Demichelis beordert im Duell mit dem FC Bayern überraschend Lukas Klostermann in die Startelf. Der Schachzug geht nicht auf. Auch Lothar Matthäus findet klare Worte.

Mit seiner Auswechslung in der 59. Minute wurde Lukas Klostermann erlöst. Der Rechtsverteidiger von RB Leipzig hatte bei der 1:6 (0:3)-Pleite beim FC Bayern seinen ersten Startelfeinsatz in der Bundesliga seit dem 18. April – und erlebte einen Abend zum Vergessen.

Gegen seinen direkten Gegenspieler Luis Díaz, der alleine drei Tore erzielte, sah der 30-Jährige kein Land. Die Statistik erfasste nur einen Zweikampf von Klostermann – und den verlor er.

Lukas Klostermann (r.) hatte gegen Luis Díaz mehrmals das Nachsehen
Lukas Klostermann (r.) hatte gegen Luis Díaz mehrmals das NachsehenLukas Klostermann (r.) hatte gegen Luis Díaz mehrmals das Nachsehen© IMAGO/kolbert-press

Matthäus: „Ich verstehe den Trainer nicht“

„Die beiden ersten Tore gehen auf seine Kappe. Da kann ich ihn nicht in Schutz nehmen oder rausnehmen. Das ist die Wahrheit. Über seine Seite sind die Tore gefallen“, sagte Sky-Experte Lothar Matthäus während des ersten Durchgangs.

Dass RB-Trainer Martín Demichelis nicht schon zur Pause reagierte und Klostermann vom Feld nahm, konnte Matthäus nicht nachvollziehen. „Da verstehe ich den Trainer nicht, dass er da nicht die Reißleine zieht“, sagte Matthäus während des Spiels. „Der Glaube muss ja verloren gegangen sein nach dem 5:0, wobei vier Tore über die rechte Abwehrseite von Leipzig gefallen sind.“

Kurz nach dem fünften Gegentreffer war der Arbeitstag für den ehemaligen Nationalspieler schließlich beendet. Hinterher legte Matthäus mit seiner Kritik an Demichelis nach. „Er hat Lukas keinen Gefallen getan, ihn nach so langer Zeit von Anfang zu bringen – vor allem gegen Bayern München.“

DEINE MEINUNG

Der 65-Jährige fügte hinzu: „Eigentlich hättest du Klostermann vielleicht gar nicht spielen lassen sollen. Du hättest ihn eigentlich nach 20, 30 Minuten vom Platz nehmen müssen, um ihn zu schützen.“

Demichelis stellt sich vor Klostermann: „Bitte sag keine Namen!“

Am Sky-Mikrofon wehrte sich Demichelis dagegen, die deutliche Niederlage an der Personalie Klostermann festzumachen. „Wir könnten nach so einer harten ersten Halbzeit fünf Wechsel machen. Aber bitte sag keine Namen. Es gibt eine Mannschaft. Die kann man kritisieren – aber nicht einen Namen!“

Der frühere Abwehrspieler des FC Bayern nahm Klostermann in Schutz: „Wenn ein Spieler von Anfang an spielt, bedeutet das, dass er super hart trainiert hat. Lukas ist ein erfahrener Spieler. Er bringt viele Defensivkomponenten. Luis Díaz und Michael Olise sind auch klasse Spieler. Die haben einfach eine andere Qualität.“

Klostermann hatte bislang in dieser Saison kaum eine Rolle gespielt. Unter der Woche hatte er beim 1:0-Sieg in der Champions League gegen die PSV Eindhoven seinen ersten vierminütigen Kurzeinsatz absolviert.

Überraschung um Klostermann? RB-Boss Schäfer reagiert

Kurz nach dem Spiel wurde auch RB-Boss Marcel Schäfer zu der überraschenden Personalie befragt. „Ich habe es gestern mitbekommen“, sagte der Geschäftsführer Sport bei Sky.

„Wir brauchen nicht über einzelne Bereiche reden, ob es in der Offensive oder in der Defensive war, ob es gegen den Ball, ob es vielleicht das Flügelspiel war, ob es einzelne Spieler waren – wir waren chancenlos unterlegen, auf jeder Position in allen Bereichen. Wir brauchen jetzt nicht über einzelne Personalien reden, das ist wirklich nicht nötig nach so einem Spiel“, ergänzte Schäfer.

Insgesamt wollte er nichts schönreden. „Das war ein komplettes Versagen“, sagte Schäfer und kündigte eine Aufarbeitung an: „Wir waren so unterlegen, da müssen wir schon drüber reden.“

Allein der Blick auf die Laufleistung beider Mannschaften verdeutlichte den Unterschied: Die Bayern liefen 125,7 Kilometer und damit fast sechs Kilometer mehr als die Leipziger (118,8 km).

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