Gladbach droht historisches Horrorszenario
Krisengipfel in Gladbach: "Keine Schönwetterspielerei"
Borussia Mönchengladbach verliert als erst vierter Klub die ersten sechs Spiele einer Bundesliga-Saison. Nun droht den Fohlen sogar der schlimmste Fehlstart der Liga-Historie.
Nach dem 1:2 gegen die TSG Hoffenheim und dem schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte liegt Borussia Mönchengladbach endgültig am Boden. Jetzt droht dem Traditionsklub sogar ein Horrorszenario, das es in der Bundesliga noch nie gegeben hat.
Verliert die Borussia auch am Freitag beim VfB Stuttgart (20.30 Uhr), wären die Fohlen das erste Team der Liga-Historie, das in den ersten sieben Spielen komplett punktlos blieb.
Bereits mit der 1:2-Derbypleite beim 1. FC Köln in der vergangenen Woche, zugleich dem ersten Spiel unter Trainer Alexander Blessin, hatte Gladbach den vereinsinternen Negativrekord aus der Saison 2015/16 (fünf Niederlagen in Serie) eingestellt.
Bundesliga: Null Punkte nach sieben Spielen gab es noch nie
Mit dem am Sonntag verlorenen Kellerduell gegen Hoffenheim schrieb Gladbach als erst vierter Klub mit sechs Niederlagen in den ersten sechs Spielen einer Bundesliga-Saison Geschichte. Zuvor widerfuhr dies nur Fortuna Düsseldorf (1991/92), Mainz 05 (2020/21) und dem VfL Bochum (2022/23). Immerhin: Nur Düsseldorf musste am Ende den Gang in die 2. Liga antreten.
Derweil hatte bis dato jedes Bundesliga-Team nach sieben Spieltagen zumindest einen Punkt auf dem Konto. Den schlechtesten Saisonstart lieferte Eintracht Braunschweig in der Spielzeit 2013/14 ab: Der Aufsteiger holte aus sieben Partien lediglich einen Zähler, kassierte dabei 18 Gegentore und erzielte nur drei Treffer. Am Saisonende folgte der direkte Wiederabstieg.
Ähnlich miserabel verlief der Saisonbeginn für die SpVgg Greuther Fürth 2021/22. Die Franken standen nach sieben Spieltagen ebenfalls bei nur einem Punkt und einem Torverhältnis von 5:19. Auch für sie endete die Saison mit dem Abstieg als Tabellenletzter.
Fehlstart muss nicht zwangsläufig im Abstieg enden
Dass ein katastrophaler Fehlstart nicht zwangsläufig zum Abstieg führen muss, zeigte dagegen unter anderem der VfL Bochum in der Saison 2022/23. Das Team rettete sich mit der exakt gleichen Ausbeute wie die Fürther zum Saisonstart am Ende noch auf Rang 14. Auch Schalke 04 gelang 1967/68 nach nur einem Punkt und 3:17 Toren aus den ersten sieben Partien noch der Klassenerhalt mit Platz 15.
Zu den weiteren Bundesligisten, die nach sieben Spieltagen lediglich einen Punkt auf dem Konto hatten, zählen der 1. FC Köln (1992/93, 2017/18, 2023/24), Mainz 05 (2020/21), der 1. FC Nürnberg (1981/82), der 1. FC Saarbrücken (1963/64), der FC Ingolstadt (2016/17) sowie der SC Paderborn (2019/20).
Bei Borussia Mönchengladbach deutet derzeit aber wenig bis gar nichts auf eine Erlösung beim Champions-League-Teilnehmer VfB Stuttgart hin. „Wo soll ich anfangen?“, fragte Trainer Blessin nach dem Hoffenheim-Spiel ernüchtert. „Wir haben teilweise Angsthasen-Fußball gespielt.“
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Aufgeben kommt für die Elf vom Niederrhein allerdings nicht in Frage. „Wir haben eine kurze Woche. In Stuttgart rechnet keiner mit uns, dass wir da was holen“, sagte Sportchef Rouven Schröder mit Blick auf den siebten Spieltag. Und Blessin meinte: „Am Ende des Tages wirst du nur geschlossen da rauskommen.“