FC Bayern in der Einzelkritik: Harry Kane vom Pech verfolgt
Ritterschlag für Kane? "Würde nicht nein sagen"
Der FC Bayern und der BVB trennen sich nach einem intensiven Fight mit einem Unentschieden. Konrad Laimer ist der Dauerbrenner. Weltfußballer Harry Kane erwischt nicht den besten Abend. Die Einzelkritik.
Zweimal geführt, aber trotzdem am Ende nur ein Punkt im Bundesliga-Gipfel! Der FC Bayern ist im Klassiker gegen Borussia Dortmund nicht über ein 2:2 hinausgekommen. SPORT1 hat die Stars der Bayern in der Einzelkritik.
JONAS URBIG: Sorgte nach sieben Minuten mit einem wilden Fehlpass für einen kurzen Schreckmoment. Mit vereinten Kräften konnten die Bayern die Situation aber bereinigen. Warf sich beim Schuss von Bellingham heldenhaft in die rechte untere Ecke – den hätten nicht viele Keeper abgewehrt (22. Minute). Beim ersten Gegentreffer wurde er von den Vorderleuten fast alleingelassen, beim zweiten wäre eine weitere Heldentat nötig gewesen. Dürfte sich danach sehnen, endlich mal wieder zu Null zu spielen. SPORT1-Note: 3,5
KONRAD LAIMER: Erinnerte mit seinen schnellen Schritten an eine Nähmaschine bester alpenländischer Bauart. Belohnte sich für seinen einwandfreien Einsatz selbst, als er mit einem wahren Kraftakt das erste Tor der Bayern erzielte. Hätte kurz nach Wiederanpfiff sogar nachlegen können, scheiterte aber an Kobel und hatte auch im Anschluss gute Gelegenheiten. Ein glänzender Abend vom „Wunderwuzzi“ aus Salzburg. SPORT1-Note: 1
DAYOT UPAMECANO: Hatte gerade in der ersten Halbzeit ungewohnte Wackler in seinem Spiel. Sah beim vermeintlichen 0:1 – das wegen einer Abseitsstellung nicht gegeben wurde – ganz, ganz schlecht aus (34. Minute). Auch beim 1:1-Ausgleich war der Franzose nicht ganz auf der Höhe, entschädigte aber alle Fans des Rekordmeisters mit seinem Treffer zum 2:1. Da hatte er wie ein Stürmer gelauert und traf aus kurzer Distanz. Erlebt derzeit eine starke Phase. SPORT1-Note: 2
Kim sorgt mit Harakiri-Pass für Schnappatmung
MINJAE KIM: Bekam zum wiederholten Male den Vorzug vor Jonathan Tah und pflegte wie immer seinen koreanischen Torpedo-Stil, um vor seinen Gegenspielern an den Ball zu kommen. Während das gelang, sorgte sein Harakiri-Zuspiel auf Upamecano für Schnappatmung bei allen Bayern-Fans. Da hatte er Glück, dass das Tor (zu Recht) nicht gegeben wurde. Anschließend deutlicher seriöser in seinen Aktionen. SPORT1-Note: 3
ALPHONSO DAVIES: Durfte wieder einmal als Linksverteidiger in eine Partie gehen, musste dann aber eine Position nach vorne gehen, weil Offensivmann Serge Gnabry sich verletzt hatte. Sorgte hier für kleinere Akzente, riss aber keine Bäume aus. Grobe Fehler unterliefen ihm nicht, magische Momente suchte man aber ebenfalls vergebens. Ein Kabinettstückchen in der 75. Minute sorgte für Szenenapplaus. SPORT1-Note: 3,5
Pavlovic und Kimmich lassen zu viel zu
JOSHUA KIMMICH: Zurück von seiner Pause aufgrund eines Trauerfalls im engsten Familienkreis und natürlich sofort wieder in der Startelf. Versuchte es immer wieder mit riskanten Vertikalpässen – es kam aber keiner an. In einigen Phasen bekam er keinen Zugriff auf seine Gegenspieler, die Gäste kombinierten gerade im letzten Drittel zu schnell für den 31-Jährigen. Im zweiten Abschnitt übernahm er deutlich selbstbewusster das Ruder im Spiel der Bayern, die Dortmunder machten es ihm aber nicht leicht – das war in jeder Aktion zu spüren. SPORT1-Note: 3
ALEKSANDAR PAVLOVIC: Werkelte im zentralen Maschinenraum der Bayern und ging dabei auffallend rustikal zur Sache. Auch das Schiri-Team attackierte er wiederholt – das aber natürlich nur verbal. Gemeinsam mit Kimmich ließ er gerade in der Zone vor dem eigenen Strafraum einfach zu viel zu. Hier konnte der BVB zeitweise machen, was er wollte. Konnte mit Ball insgesamt mehr überzeugen als gegen den Ball. Dass er vor dem zweiten BVB-Tor den Ball nur wegspitzelte, statt konsequent zu klären, passte da ins Bild. SPORT1-Note: 4
SERGE GNABRY: Harmonierte auf der linken Seite recht gut mit Alphonso Davies, der an diesem Abend wieder auf seiner Stammposition links hinten ran durfte. Die Aktionen des Duos versandeten aber allzu oft – Abschlüsse kamen keine zustande. Nach der Verletzung von Saibari kam kurz darauf der Doppel-Schock: Auch Gnabry verletzte sich und musste ausgewechselt werden. SPORT1-Note: 2
ISMAEL SAIBARI: Startete mit viel Einsatz und zahlreichen Ballkontakten in die Partie. Als er in der 24. Minute allein vor BVB-Keeper Gregor Kobel auftauchte, legte er sich den Ball viel zu weit vor, scheiterte und verletzte sich anschließen im Kampf um den Ball. Musste kurz darauf ausgewechselt werden. SPORT1-Note: 3
Mauer Abend von Olise – Kane vom Pech verfolgt
MICHAEL OLISE: Zielte in der 10. Minute etwas zu genau, traf mit seinem herrlichen Schuss nämlich lediglich den Pfosten. Verlor anschließend ein bisschen den Zugriff auf die Partie. Ließ sich längere Zeit nicht blicken und tauchte erst vier Minuten nach der Pause auf. Sein Schuss zischte aber am langen Eck vorbei. Erwischte insgesamt einen mauen Abend. Bekam in der 84. Minute auf die Hölzer und wurde ausgewechselt. SPORT1-Note: 4
HARRY KANE: Vor dem Anpfiff stand der Abend komplett im Zeichen des Goldjungen: Spruchband der Fans, Würdigung durch den Verein, Illumination auf dem Münchner Olympiaturm. Der Engländer fand aber einfach nicht so richtig in die Partie und war kein echter Faktor im Spiel der Bayern. Obendrein verschoss er nach 56 Minuten einen Strafstoß, indem er den Ball an die Latte setzte. Hätte er getroffen, hätte es 2:0 gestanden … Später sorgte er mit seinem Fehlpass dafür, dass der BVB zwischenzeitlich ausgleichen konnte. Seine Vorlage auf Upamecano, der dann traf, war richtig gut (66. Minute). Sein Pfostentreffer gute zehn Minuten später dafür wieder nicht so sehr … Blieb vom Pech verfolgt. SPORT1-Note: 4
Karl scheitert an der Latte
NATHANIEL BROWN: Musste bereits nach 28 Minuten den verletzten Saibari ersetzen. Positionsgetreu gab er den Zehner hinter Kane. In dieser Rolle zwar bemüht, aber ohne echte Glanzpunkte. Als er diesen Posten im Franz-Beckenbauer-Supercup (ebenfalls gegen den BVB) übernahm, präsentierte er sich besser. Lob gebührt ihm aber für seine Aktion in der 75. Minute, als er sich mit all seinem Willen durchtankte. SPORT1-Note: 3
JOSIP STANISIC: Musste nach einer guten halben Stunde den verletzten Gnabry ersetzen und gab den Linksverteidiger, während Davies nach vorne rutschte. Füllte seine Rolle ohne großen Glanz aus. Der kroatische Nationalspieler überließ die offensiven Akzente weitgehend seinen Kollegen. Defensiv ist ihm nichts vorzuwerfen. SPORT1-Note: 3
LENNART KARL: Kam in der 84. Minute für Olise in die Partie und scheiterte in der Nachspielzeit noch an der Latte. SPORT1-Note: keine Bewertung