Dinkci über Traum-Rückkehr zu Werder: „Brutal glücklich“

Dinkci exklusiv: Diese Rolle spielte Thioune bei seiner Werder-Rückkehr
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Dinkci exklusiv: Diese Rolle spielte Thioune bei seiner Werder-Rückkehr

Eren Dinkci spricht mit SPORT1 über die Beweggründe seines Wechsels, sein gelungenes Comeback bei Werder - und verrät, warum Bremen ein Traum für jeden Fußballer ist.

Eren Dinkci ist zurück in der Heimat, zurück bei Werder im Weserstadion, in dessen Nähe er aufgewachsen ist. Seit seiner Rückkehr stand er für die Grün-Weißen in allen Partien auf dem Platz und konnte seinen ersten Treffer mit der Bremer Raute auf der Brust im Weserstadion erzielen.

Im SPORT1-Interview spricht der 24-Jährige über seinen Weg vom SC Freiburg zurück an die Weser, den erfolgreichen Bremer Saisonstart und warum eine Rückkehr für Ex-Werderaner immer eine Option ist.

Im Sommer wechselte Eren Dinkci auf Leihbasis vom SC Freiburg zu Werder Bremen
Im Sommer wechselte Eren Dinkci auf Leihbasis vom SC Freiburg zu Werder BremenIm Sommer wechselte Eren Dinkci auf Leihbasis vom SC Freiburg zu Werder Bremen© IMAGO/Jan Huebner

Darum ging Eren Dinkci vom SC Freiburg zurück zu Werder Bremen

SPORT1: Sie sind seit ein paar Wochen zurück in Bremen. Wie blicken Sie auf die erste Zeit an der Weser zurück?

Eren Dinkci: Es ist natürlich super schön, sehr cool, wieder hier zu sein. Es macht enorm viel Spaß, erleichtert vieles, auch im Privatleben.

SPORT1: Wie kam es zustande, dass gerade Bremen eine Option war?

Dinkci: Im Sommer war es geplant, dass ich vielleicht einen neuen Weg gehen sollte. Ich wusste, welche Rolle ich in Freiburg hatte, das wurde mir klar vermittelt. Dann habe ich meinen Beratern gesagt, dass ich gerne wegwollen würde. Wenn, dann am besten zu Werder, weil wir es uns einfach wegen der privaten Situation gewünscht haben. Natürlich freut es uns sehr, dass es geklappt hat.

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Sorge um an Leukämie erkrankte Partnerin? „Wenn der Ball rollt, dann kann ich sehr gut abschalten“

SPORT1: Sie haben zweimal die private Situation angesprochen. Sie haben vor einigen Monaten die Leukämie-Erkrankung Ihrer Lebensgefährtin öffentlich gemacht. Wie belastend ist das als Sportler, aber auch als Privatperson?

Dinkci: Ich muss sagen, dass es als Sportler okay ist. Wenn der Ball rollt, dann kann ich gut abschalten und vergesse es so gut es geht. Klar ist aber auch, dass nach der Arbeit der volle Fokus darauf liegt.

SPORT1: Sie haben vor einiger Zeit schon die Therapiefortsetzung in Bremen angesprochen. Wie ist der aktuelle Stand, wie geht es ihr aktuell?

Dinkci: Ganz gut. Der zweite Zyklus hat in Bremen nun begonnen. Es gab ein paar Ups und Downs, aber jetzt hat sie sich wieder ein bisschen gefangen und es geht in die richtige Richtung.

SPORT1: Dabei würde ich es gerne auch belassen und mehr auf Sie und das Sportliche schauen. Sie hatten mit Daniel Thioune früher schon einmal Kontakt. Welche Rolle spielte er nun bei Ihrem Wechsel an die Weser?

Dinkci: Das stimmt, bevor ich nach Heidenheim gewechselt bin, habe ich mich mit ihm in Düsseldorf getroffen. Das war auch ein sehr, sehr angenehmes Gespräch. Ein Wechsel stand auch kurz bevor. Dann kam der liebe Frank Schmidt (Trainer 1. FC Heidenheim, Anm. d. Red.) und hat mich davon überzeugt, in der Bundesliga Fuß fassen zu können. Das war am Ende auch die richtige Entscheidung. Schön, dass es nun mit der Zusammenarbeit (mit Daniel Thioune, Anm. d. Red.) bei meinem Heimatverein geklappt hat. Ich glaube, es ist eine coole Geschichte, aber auch ein bisschen skurril.

Auf diesen Dinkci darf sich Werder freuen

SPORT1: Sie waren nun zwei Jahre weg von Werder Bremen, konnten sich in der Zeit weiterentwickeln und Erfahrungen sammeln. Was für einen Eren Dinkci erleben wir nun in Bremen?

Dinkci: Es ist schon länger her mit der Leihe nach Heidenheim. Ab dem Zeitpunkt konnte ich viel dazulernen. Menschlich, aber auch fußballerisch. Die Zeit in Heidenheim konnte ich gut nutzen. Ich bin verletzungsfrei durchgekommen, hatte einen super Trainer (Frank Schmidt, Anm. d. Red.), der mir dann auch sehr viel Vertrauen geschenkt hat. Mit dem Wechsel nach Freiburg kam noch einmal ein bisschen mehr das Fußballerische dazu. Ohne gegenüber Heidenheim jetzt respektlos zu sein, aber die Qualität in Freiburg war natürlich dann noch einmal anders. Du lernst immer etwas dazu, wenn du mit besseren Jungs spielst, die eine andere Erfahrung haben, Nationalspieler sind, die europäisch immer dabei waren. Und Julian Schuster (Trainer SC Freiburg, Anm. d. Red.) hat mir auch sehr viel geholfen.

Frank Schmidt (l.) ist für Eren Dinkci (r.) "ein sehr besonderer Mensch"
Frank Schmidt (l.) ist für Eren Dinkci (r.) „ein sehr besonderer Mensch“Frank Schmidt (l.) ist für Eren Dinkci (r.) „ein sehr besonderer Mensch“© IMAGO/Michael Weber

SPORT1: Sie sprechen gerade Julian Schuster an. Er hat den Trainerposten von Freiburg-Legende Christian Streich übernommen und den steilen Aufstieg nahtlos fortgeführt. Was zeichnet ihn aus und warum ist er der genau richtige Nachfolger?

Dinkci: Die Identifikation von Schusti (Julian Schuster, Anm. d. Red.) mit dem Verein ist immens. Und du merkst, dass er eine klare Spielidee hat. Deshalb stehen sie auch da oben. Von Streich zu Schusti, nach so einem Generationswechsel, ist es schon eine harte Aufgabe. Aber er macht das wirklich sehr, sehr gut. Er stellt die Mannschaft gut ein, sodass jeder in jeder Spielphase weiß, was zu tun ist.

„Frank Schmidt ist einfach ein sehr besonderer Mensch“

SPORT1: Sie haben auch schon Heidenheims Frank Schmidt und vor einiger Zeit auch die Frank-Schmidt-Schule angesprochen. Können Sie einmal beschreiben, was ihn und diese „Schule“ auszeichnet?

Dinkci: Frank Schmidt ist einfach ein sehr besonderer Mensch. Für mich sowieso sehr, sehr besonders. Er weiß, an welcher Stelle er bei mir ist. Ich finde, dass er mit seiner Art, seiner Kommunikation Spieler vollkommen mitziehen kann. Vor meinem Wechsel nach Heidenheim habe ich mit ihm telefoniert und er hat vielleicht fünf Minuten gebraucht, um mich von diesem Schritt zu überzeugen. Das spricht dann auch für ihn. Es spricht auch für ihn, dass 25 Spieler im ersten Trainingslager um sieben Uhr morgens draußen mit Laufschuhen stehen und bereit fürs Marschieren sind.

SPORT1: Blicken wir nun auf Werder. Bei Ihrem Wechsel ist durchgeklungen, dass Sie endlich Ihr erstes Tor für Werder Bremen im heimischen Weserstadion erzielen wollen. Wie glücklich sind Sie, dass es im ersten Heimspiel gegen RB Leipzig direkt geklappt hat?

Dinkci: Brutal glücklich. Ich glaube, so etwas kann man auch gar nicht beschreiben, dass es so schnell funktioniert hat. Das ist natürlich eine sehr schöne Geschichte, über die ich mich sehr freue.

SPORT1: Was ging Ihnen in dem Moment durch den Kopf?

Dinkci: Gar nicht so viel. Ich dachte einfach nur, wir haben ein frühes Tor geschossen, wir führen 1:0 und ich glaube, dass es enorm wichtig für die Partie war.

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SPORT1: Der eben thematisierte Heimsieg gegen Leipzig war das Spiel, das den erfolgreichen Saisonstart geebnet hat. Was sind die Faktoren für eben jenen, wenn man das Auftaktspiel gegen den SC Freiburg ausklammert?

Dinkci: Es war wichtig, dass wir uns nach der Niederlage in Freiburg alle zusammengesetzt und alle Themen besprochen haben. Wir haben dann auch gemerkt, dass wir vielleicht etwas ändern müssen. Wir müssen noch ekliger, noch disziplinierter sein und auch viel gegen den Ball arbeiten. Das haben wir dann seit dem Leipzig-Spiel gut umgesetzt.

Werder? „Das ist für jeden Fußballer ein Traum“

SPORT1: Neben Ihnen ist auch Niclas Füllkrug an die Weser zurückgekehrt. Und wenn man euch zuhört, bekommt man schnell das Gefühl, dass Werder ein besonderer Verein ist, zu dem man sehr gerne zurückkehrt. Freiburg-Vizekapitän und Ex-Werderaner Maximilian Eggestein sagte jüngst in einem Interview, dass er sich eine Rückkehr sehr gut vorstellen kann. Was macht Werder Bremen so besonders?

Dinkci: Ich glaube, dieses familiäre Umfeld ist hier sehr besonders. Und klar, du spielst im schönsten Stadion Deutschlands mit solchen Fans. Das ist für jeden Fußballer ein Traum.

SPORT1: Die besondere Stimmung im Weserstadion konnte man im letzten Heimspiel gegen Augsburg einmal mehr bewundern. Der 3:2-Erfolg erinnerte ein bisschen an vergangene Spektakel-Spiele unter Thomas Schaaf. Wie nimmt man das Zusammenspiel zwischen Fans und Spielern wahr?

Dinkci: Ich glaube, unsere Fans können eine totale Wucht entwickeln. Und wenn du nach dem Spiel mit einigen Augsburgern zusammensitzt und die dann sagen: „Ihr habt unglaubliche Fans, beim Tor zum 3:2 war es so laut wie in keinem anderen Stadion“, dann spricht das natürlich für unsere Fans.

Schon in seiner Jugend spielte Eren Dinkci für Werder Bremen
Schon in seiner Jugend spielte Eren Dinkci für Werder Bremen Schon in seiner Jugend spielte Eren Dinkci für Werder Bremen © IMAGO/pmk

SPORT1: Die Saison ist noch jung. Was sind Ihre persönlichen Ziele in diesem Leihjahr an der Weser?

Dinkci: Ich sage immer, gesund zu bleiben ist das Wichtigste. Ich will Minuten sammeln, mit Leistung mir und der Mannschaft etwas Gutes tun. Bisher läuft es solide und ich glaube, dass da auf jeden Fall noch einiges dazukommen kann.

SPORT1: Sie sind ohne Kaufoption nach Bremen verliehen. Können Sie sich dennoch vorstellen, über den kommenden Sommer hinaus an der Weser zu bleiben?

Dinkci: Ich habe vor einiger Zeit schon gesagt, dass ich mir das natürlich vorstellen kann. Ich meine, ich bin hier zu Hause. Meine Familie, meine Freunde, alle sind hier. Und wie gesagt, hier ist das schönste Stadion Deutschlands mit den Fans, mein Kindheitsverein. Natürlich kann ich es mir vorstellen, aber es ist noch relativ früh. Und es ist ja nicht nur meine Entscheidung.

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