DFB-Strafantrag: Union Berlins U19-Trainer legt Amt nieder
Jens Härtel lässt sein Amt als U19-Trianer von Union Berlin ruhen. Er reagiert damit auf einen Strafantrag des DFB.
Jens Härtel hat sein Amt als U19-Trainer des Bundesligisten Union Berlin vorerst niedergelegt. Der 57-Jährige reagierte mit dem Schritt auf einen Strafantrag des DFB-Kontrollausschusses. Dieser hatte wegen diskriminierender Äußerungen im Trainingsbetrieb ein mehrwöchiges Betätigungsverbot als Trainer beantragt.
„Ich habe Fehler gemacht und bin meiner Vorbildfunktion im Nachwuchsbereich nicht gerecht geworden, dafür habe ich meine Mannschaft sowie das Trainer- und Betreuerteam um Entschuldigung gebeten und möchte das hiermit auch beim gesamten Verein tun“, erklärte Härtel in einem vom Verein veröffentlichten Statement.
Es sei nie seine Absicht gewesen, „jemanden verbal zu verletzen oder gar zu diskriminieren“. Härtel hatte den Job erst Anfang Juli übernommen. Ob er die Rolle in Zukunft wieder ausführen wird, ging aus der Stellungnahme nicht hervor.
Union Berlin: Untersuchungen nach anonymem Schreiben
Laut Union wird Härtel „bis auf Weiteres“ nicht als Coach arbeiten und die Zeit zur „persönlichen Aufarbeitung“ nutzen. Härtel selbst erklärte, er wolle sich „fachliche Unterstützung“ suchen.
Union Berlin war in einem anonymen Schreiben über Diskriminierungsvorwürfe im Trainingsbetrieb informiert worden. Die Verantwortlichen der Eisernen leiteten daraufhin einen internen Aufarbeitungsprozess in die Wege.
„Eine Gefährdung von Spielern war dabei nach Einschätzung der Beteiligten zu keinem Zeitpunkt erkennbar“, ließ der Hauptstadtklub wissen: „Bis heute ist dem Verein keine Meldung eines persönlich Betroffenen bei den angebotenen internen und externen Anlaufstellen bekannt.“
Lutz Munack, Geschäftsführer Nachwuchs- und Amateurfußball und Mitglied des Präsidiums, erklärte: „Jens Härtel hat sich falsch verhalten und ist dafür von uns sanktioniert worden. Wir respektieren seinen Schritt und haben uns mit ihm auf eine Auszeit verständigt. Sein Verhalten in den letzten Wochen war von ehrlichem Bemühen um Aufarbeitung geprägt, das Verhältnis zur Mannschaft wirkt bis heute völlig intakt.“