Freiburg-Pleite beschert Bayern Tabellenspitze
"Das war gerade wahre Größe, habe ich selten erlebt"
Im Spitzenspiel bei Bayer kassiert der Sport-Club die erste Pleite. Ins Duell mit den Münchnern geht Freiburg nun als Herausforderer.
Der FC Bayern bleibt oben: Die Überflieger des SC Freiburg haben eine schnelle Rückkehr an die Tabellenspitze verpasst – und gehen „nur“ als Herausforderer ins Duell mit dem Rekordmeister. Beim 1:2 (1:1) im Bundesliga-Topspiel bei Bayer Leverkusen patzten die Breisgauer erstmals in dieser Saison und mussten Platz eins nach nur einem Spieltag wieder räumen.
Jürgen Klopps DFB-Entdeckung Derry Scherhant (14.) traf für die Freiburger, die die siegreichen Münchner (6:1 gegen RB Leipzig) am kommenden Sonntag zum Gipfeltreffen empfangen. Ibrahim Maza (19.) sowie Patrik Schick (76.) drehten das Spiel und sorgten für den fünften Pflichtspielerfolg der Leverkusener nacheinander. Die Werkself mischt dadurch munter in der Spitzengruppe mit.
„Es waren Kleinigkeiten und es gibt schon sehr, sehr wenig, was ich der Mannschaft heute vorwerfen kann. Deswegen ist es umso ärgerlicher, dass wir heute ohne Punkte nach Hause fahren“, resümierte SC-Trainer Julian Schuster nach dem Spiel bei DAZN.
Klopp sieht Tor von DFB-Entdeckung Scherhant
Schuster rotierte nach dem Conference-League-Sieg gegen den FK Jablonec (3:2) zurück und brachte acht neue Profis in der Startelf – darunter die Nationalspieler Scherhant, Philipp Treu und Yannik Engelhardt. Bundestrainer Klopp schaute auf der Tribüne also ganz genau hin.
Freiburger Fans sorgten zunächst aber durch das Werfen von Tennisbällen für eine fünfminütige Unterbrechung. Mit der Aktion protestierten die Anhänger gegen die Auflagen für Gästefans in der BayArena. Erst nach einer längeren Diskussion zwischen den Fans und Schuster konnte das Spiel fortgesetzt werden.
Und Klopp durfte umgehend staunen. Einen perfekten Angriff über Treus rechte Seite vollendete Scherhant aus kurzer Distanz problemlos zur Führung. Bayers Antwort folgte schnell: Schick spielte Maza mit einem Hackentrick frei, der algerische Nationalspieler schob überlegt ein.
Maza glänzt mit traumhafter Vorarbeit für Schick
Ansonsten ließen die Defensivreihen wenig zu. Beide Teams, die unter der Woche erneut im Europapokal gefordert sein werden, begegneten sich auf Augenhöhe. Freiburg bemühte sich um Kontrolle, Leverkusen konterte dagegen vereinzelt stark: Beim gefährlichsten Vorstoß vertändelte Afonso Moreira den Ball allerdings etwas zu eigensinnig. Vorausgegangen war ein folgenschwerer Fehlpass des Freiburgers Jan-Niklas Beste (45.).
Deutlich mehr Defensivarbeit hatte der Sport-Club in der zweiten Halbzeit zu verrichten. Facundo Medina (50.) gab den ersten Warnschuss für Leverkusen ab, ehe der Druck beinahe minütlich stieg. Während in der Freiburger Offensive um Scherhant kaum etwas ging, vergab Schick die beste Chance der Gastgeber (59.).
Klopp strahlte auf der Tribüne, obwohl beiden Mannschaften in der Schlussphase nach der Europapokalwoche die Frische und Ideen fehlten – bis Schick nach einer herausragenden Maza-Vorarbeit auch im sechsten Ligaspiel traf.
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„Ich habe einfach improvisiert. Ein kleiner Tunnler, ein bisschen frech. Aber das gehört auch dazu. Das ist einfach dieses enge Spielfeld, mit dem ich aufgewachsen bin in Berlin beim Zocken im Käfig“, sagte Maza über sein Tunnler vor dem Pass auf Schick.