Königsdörffer erklärt sich

Der provokante Jubel ist auch auf der PK Thema
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Der provokante Jubel ist auch auf der PK Thema

Der provokante Torjubel von Ransdorf Königsdörffer gegen seinen Ex-Verein HSV sorgte am vergangenen Spieltag für Furore. Jetzt klärt der Stürmer selbst auf, warum er so kontrovers gehandelt hat.

Der provokante Jubel von Ransford Königsdörffer hat am vergangenen Bundesliga-Spieltag Wellen geschlagen. Nun hat der Spieler des 1. FSV Mainz erklärt, warum er von die Fans seines Ex-Klubs Hamburger SV verärgerte.

„Hauptgrund war, dass ich ein Jahr lang wöchentlich bis täglich Nachrichten erhalten habe, in denen mir der Tod gewünscht wurde oder jede denkbare Verletzung“, offenbarte der 24-Jährige.

Ransford Königsdörffer verbrachte vier Jahre beim HSV
Ransford Königsdörffer verbrachte vier Jahre beim HSVRansford Königsdörffer verbrachte vier Jahre beim HSV© IMAGO/Oliver Ruhnke

„Es waren rassistische Beleidigungen dabei, Beleidigungen gegen meinen Cousin, der gestorben ist, gegen meine Eltern“, beschreibt der gebürtige Berliner eine Situation, die er so nicht mehr aushalten konnte: „Ich bin ein Jahr lang durchgehend beleidigt worden und wollte einfach zum Ausdruck bringen, dass ich mir das nicht gefallen lasse.“

Königsdörffer: Provokanter Jubel war einkalkuliert

Königsdörffer erklärte auch, dass die Entscheidung nicht komplett aus der Emotion heraus kam, sondern durchaus kalkuliert war: „Ich hatte zuvor ein wenig überlegt, ob ich es wirklich machen soll. Ich wollte es auch davon abhängig machen, ob gegen mich gepfiffen wird.“

Seine Affektion zum HSV und zum Vollksparkstadion sei durch die negativen Kommentare nicht geringer geworden: „Ich habe auch schon öfter erwähnt, dass ich mich sehr wohlgefühlt habe beim HSV. Es war damit weder die Nordtribüne gemeint noch irgendjemand aus der Vereinsführung, vom Staff oder von den Spielern. Denn die habe ich alle sehr gern.“

Königsdörffer arbeitet seit dem vergangenen Jahr mit einem Mentaltrainer, um Anfeindungen zu bewältigen. Dass seine öffentliche Reaktion nun für Wellen geschlagen hat, nimmt er nüchtern an: „Ich kann damit grundsätzlich umgehen. Aber das war dann einfach auch eine Reaktion darauf. Vielleicht gibt es auch andere Mittel, das zu lösen. Aber ich glaube, dass die Leute, die so etwas schreiben, es einfach nicht anders verstehen – und deshalb habe ich auf diese Art und Weise gejubelt.“

DEINE MEINUNG

Führten die Hassnachrichten zu Wechselgedanken?

Gegenüber seinem alten Verein zeigte er sich aber auch etwas reumütig: „Ich wollte bewusst zeigen: Ich lasse mir das nicht gefallen. Dass am Ende auch diejenigen enttäuscht sind, die mich unterstützt haben, tut mir natürlich leid.“

Die letzte Saison hatte sich für den Stürmer zu einem Misserfolg entwickelt. In 33 Partien für die Rothosen verzeichnete er nur sechs Tore. Anschließend kamen die negativen Kommentare.

Haben die Fan-Reaktionen einen Einfluss auf seine Wechselentscheidung gehabt? „Möglicherweise hat das auch eine Rolle gespielt – aber vielleicht eher unterbewusst. Am Ende kann das einem überall passieren. Das ist ja nicht nur beim HSV, sondern auch bei anderen Vereinen so. Die Entscheidung war trotzdem in erster Linie fußballerisch. Da ging es einfach um Weiterentwicklung und den Spielstil.“

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