Hoeneß: „Das hat uns nicht gefallen“
"Da habe ich genug Ärger gehabt"
Uli Hoeneß verrät, dass ihm die Arbeit von Bayern-Sportvorstand Max Eberl nicht immer gefallen hat. Der 52-Jährige hätte sich aber positiv entwickelt. Wegen einer Aussage am Tegernsee erntete Hoeneß interne Kritik.
Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß hat verraten, dass er in jüngerer Vergangenheit nicht immer zufrieden mit der Arbeit von Sportvorstand Max Eberl war. Weil sich der 52-Jährige jedoch positiv entwickelt habe, wurde der Vertrag des Sportvorstandes bis 2029 verlängert.
„Ich finde, dass sich Max im vergangenen halben Jahr innerhalb des Vereins mehr geöffnet hat. Wir alle – Karl-Heinz und ich, natürlich auch Herbert Hainer – sind von ihm viel besser über alles informiert worden, als das vorher der Fall war“, sagte Hoeneß am Rande der Veranstaltung „80 Jahre FC Bayern Basketball – never done“ auf SPORT1-Frage.
Eberl habe ein „Eigenbrötlerdasein“ geführt
Hoeneß legte nach: „Er hat vorher ein bisschen, na ja, so ein Eigenbrötlerdasein geführt. Das hat uns nicht gefallen. Das hat er aber grundlegend geändert. In dieser Beziehung hat er super gearbeitet“, lobte er Eberl für dessen Entwicklung und begründete, warum Bayern den Vertrag mit Eberl bis 2029 verlängerte.
Im Mai war noch nicht klar, ob der Sportvorstand eine Zukunft in München haben wird. Unmittelbar vor dem DFB-Pokalfinale zwischen Bayern und Stuttgart hatte Uli Hoeneß noch gesagt, dass die Chancen bei „60:40“ stehen würden, dass Eberl seinen Vertrag verlängern werde. Zudem äußerte Hoeneß, dass noch Zweifel an Eberl bestehen würden.
100-Prozent-Aussage: „Habe genug Ärger gehabt“
Während des Münchner Trainingslagers im Juli am Tegernsee verriet der Klub-Patron jedoch, dass die Chancen auf eine Eberl-Verlängerung „bei 100 Prozent“ stehen würden. Wie der Ehrenpräsident am Montag verriet, kam die Aussage intern nicht gut an.
„Da habe ich genug Ärger gehabt“, sagte er auf SPORT1-Nachfrage. „Wenn ich an dem Tag 80 Prozent gesagt hätte, dann hätte es noch mehr Ärger gegeben. Also deswegen war das eine Antwort zwischen Pest und Cholera.“
Warum Eberl aus Hoeneß‘ Sicht von 60 auf 100 Prozent zwischen Mai und Juli geklettert sei, begründete der 74-Jährige mit einem erfolgreichen Transfersommer.
„Unseren Vorschlag, die Spieler möglichst früh zu verpflichten, weil sie nach der WM möglicherweise teurer sind, hat er zu 100 Prozent umgesetzt. Auch das Budget, das wir vorgegeben hatten – wir wollten ja bis zu circa 50 Millionen investieren –, ist unterschritten worden. Ich denke, dass wir nur 30 Millionen investiert haben, weil durch Verkäufe fast 70 Millionen hereingekommen sind. Also da ist gute Arbeit geleistet worden“, stellte Hoeneß klar.
Neben Eberl verlängerte auch CEO Jan-Christian Dreesen vorzeitig bis 2029. Sportdirektor Christoph Freund wird ebenfalls in München verlängern, wie Präsident Herbert Hainer am Montag andeutete.