Die heikle Wette des FC Bayern mit Luis Díaz

Díaz' rührende Liebeserklärung an die Bayern
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Díaz' rührende Liebeserklärung an die Bayern

Luis Díaz bekommt die Pause, die er offenbar dringend benötigt. Eine Aussage des Kolumbianers besitzt Brisanz – und wirft die Frage auf, ob der FC Bayern seinen Dauerbrenner im Sommer ausreichend abgesichert hat.

Es ist eine Pause, die Luis Díaz wohl dringend benötigt. Wenn die kolumbianische Nationalmannschaft in den kommenden Tagen gegen Mexiko, Paraguay und Peru antritt, wird einer ihrer wichtigsten Spieler nicht dabei sein.

Nationaltrainer Néstor Lorenzo verzichtet ganz bewusst auf den Offensivstar des FC Bayern. „Du siehst müde aus, Lucho. Du hast nicht deinen gewohnten Sprint, was ist los?“, habe er Díaz im persönlichen Gespräch gefragt. Anschließend habe man sich darauf verständigt, dass der 29-Jährige die Pause zur Erholung nutzen soll. Schließlich habe Díaz mehr als 60 Spiele absolviert. Eine bemerkenswerte Entscheidung – und eine, die zur Entwicklung der vergangenen Wochen passt.

Luis Diaz wird nicht für die kolumbianische Nationalmannschaft nominiert
Luis Diaz wird nicht für die kolumbianische Nationalmannschaft nominiertLuis Diaz wird nicht für die kolumbianische Nationalmannschaft nominiert© IMAGO/Ulmer/Teamfoto

Denn auch beim FC Bayern ist inzwischen angekommen, dass Díaz nicht einfach immer weitermachen kann. Beim 7:0 gegen Union Berlin nahm Vincent Kompany seinen Linksaußen bereits nach 63 Minuten vom Platz. Das war vor der Weltmeisterschaft noch anders. Díaz lief, spielte und reiste beinahe ohne Unterbrechung. Dazu gehören bei einem südamerikanischen Nationalspieler regelmäßig enorme Reisestrapazen. Inzwischen steuert Bayern-Trainer Vincent Kompany gegen.

Luis Díaz: „Natürlich will ich immer spielen“

Interessant wird die Angelegenheit durch ein Interview, das Díaz unter der Woche dem Bezahlsender Sky gab. Darin sprach er bemerkenswert offen über die Kaderplanung seines Arbeitgebers. „Natürlich will ich immer spielen, ich liebe es zu spielen“, sagte er. Wenn aber jemand da sei, der auf seiner Position helfen könne, sei dieser „herzlich willkommen“.

Und dann wurde Díaz konkret: „Das hilft sehr, wenn die Dinge nicht gut laufen. Dann ist der Mitspieler da, um dir zu helfen, und so wechselt man sich ab. Das ist sehr wichtig. Mir hätte es gefallen, aber gut, es ist nicht passiert.“ Ein Satz, der angesichts seiner nun verordneten Pause nachhallt.

DEINE MEINUNG

Denn diesen zusätzlichen Spieler hätte es durchaus geben können. Anthony Gordon war im Sommer schließlich ein ernsthaftes Thema beim FC Bayern. Sportvorstand Max Eberl bestätigte später selbst: „Wir haben es erst versucht. Das war uns irgendwann zu teuer.“

Allerdings gab es in der Münchner Führungsriege nach SPORT1-Informationen von Beginn an auch Stimmen, die einen klassischen Backup für Díaz nicht zwingend für notwendig hielten. Dass Gordon finanziell schließlich außerhalb dessen lag, was Bayern für diese Rolle investieren wollte, wurde dort nicht unbedingt bedauert. Ein echter zweiter Linksaußen kam nicht.

Ismael Saibari kann als Díaz-Ersatz eingesetzt werden
Ismael Saibari kann als Díaz-Ersatz eingesetzt werdenIsmael Saibari kann als Díaz-Ersatz eingesetzt werden© IMAGO/DeFodi Images

Ismael Saibari als Díaz-Ersatz

Eberl sieht die Sache ohnehin etwas anders: Er hat einen Díaz-Ersatz in petto. Der Sportvorstand verweist auf Ismael Saibari, der offensiv auf mehreren Positionen einsetzbar ist. Nach dem Spiel gegen Union machte Eberl diesen Standpunkt auf SPORT1-Nachfrage noch einmal sehr deutlich.

Auf die Frage nach Díaz und dessen Wunsch nach einer Alternative entgegnete Eberl: „Wo hat heute Isi [Saibari – Anm. d. Red.] sein Tor geschossen? Von welcher Position?“ Die Antwort: links. Eberl darauf etwas süffisant: „Gut. Gut aufgepasst.“ Damit ist die Position des Sportvorstands klar: Bayern hat aus seiner Sicht sehr wohl eine Alternative. Ob Díaz das als Antwort reicht?

Tatsächlich wäre es falsch, Saibaris Möglichkeiten kleinzureden. Der Marokkaner ist vielseitig, dynamisch und hat bereits gezeigt, dass er von links kommen kann. Gegen Union erzielte er kurz nach seiner Einwechslung das zwischenzeitliche 5:0. Nur bleibt die Frage, ob das auf Dauer genügt. Denn Saibari ist bislang eben kein klassischer Flügelspieler, der Díaz eins zu eins ersetzen kann. Seine Vielseitigkeit ist eine Stärke – sie bedeutet allerdings gleichzeitig, dass er auch an anderen Stellen gebraucht werden kann.

Immerhin hat sich die Lage inzwischen etwas entspannt. Serge Gnabry steht wieder zur Verfügung und wurde gegen Union ebenfalls eingewechselt. Auch mit ihm bekommt Kompany wieder zusätzliche Möglichkeiten in der Offensive. Trotzdem bleibt die Personalie Díaz ein heikles Thema.

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