„Dann bist du im Abstiegskampf“

Dieser Rundumschlag hat es in sich
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Dieser Rundumschlag hat es in sich

Nach einem echten Fehlstart in die Bundesliga-Saison herrscht bei Borussia Mönchengladbach Alarmstimmung. Ex-Gladbacher Thorben Marx macht sich bei SPORT1 Sorgen.

Zwei Spiele, null Punkte, sieben Gegentore – und schon herrscht bei Borussia Mönchengladbach Alarmstimmung. Nach dem 0:3 bei RB Leipzig und dem peinlichen 3:4 gegen Aufsteiger SV Elversberg ist die anfängliche Vorfreude auf die neue Saison erst einmal verflogen.

Besonders die Art und Weise der jüngsten Niederlage sorgt für Unruhe. Gladbach führte gegen Elversberg bereits mit 3:1 – und gab das Spiel tatsächlich noch aus der Hand. Kapitän Tim Kleindienst platzte anschließend der Kragen. Er bezeichnete die Niederlage als „Schande“ und hatte mit Blick auf die jungen Spieler eine deutliche Botschaft: „Keine Ahnung, was die so machen, weniger TikTok gucken.“

Gladbach startete nicht gut in die Saison
Gladbach startete nicht gut in die SaisonGladbach startete nicht gut in die Saison© IMAGO/Team 2

Schon nach dem 0:3 in Leipzig hatte Kleindienst von „Kindergarten-Fußball“ gesprochen. Zwei Spiele, zwei Rundumschläge des Kapitäns – wie groß sind die Probleme bei der Borussia wirklich?

Ex-Gladbach-Profi Thorben Marx sieht jedenfalls keinen Grund, die Lage kleinzureden. „Sorgen muss man sich auf jeden Fall machen“, sagt der 45-Jährige, der 99 Bundesliga-Spiele für den Klub bestritten hat, im Gespräch mit SPORT1. Nicht allein die beiden Pleiten seien das Problem, sondern vor allem die Art und Weise der Niederlagen.

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Eine 3:1-Führung gegen einen Aufsteiger dürfe eine Bundesligamannschaft mit den Ansprüchen der Borussia nicht mehr aus der Hand geben. Marx vermisst vor allem Stabilität. Nach dem dritten Gladbacher Treffer hätte die Mannschaft das Spiel kontrollieren müssen. Stattdessen habe sie Elversberg zurückkommen lassen und sei in den entscheidenden Situationen viel zu verwundbar gewesen.

Effenberg: „Das ist nicht bundesligatauglich“

Ein hartes Urteil fällte Stefan Effenberg. Der SPORT1-Experte und frühere Gladbach-Profi zeigte sich im FIROCKX Doppelpass regelrecht erschrocken über den Auftritt gegen Elversberg.

„Das ist nicht bundesligatauglich, was sie gestern gemacht haben. Du führst 3:1 und verlierst 3:4 gegen einen Aufsteiger“, kritisierte Effenberg. Dabei habe es während der Vorbereitung eigentlich Vorfreude gegeben, „die nach zwei Spieltagen weg ist“.

Sein Fazit: „Ich mache mir wieder mal große Sorgen um Borussia Mönchengladbach.“

Dass Kleindienst bereits nach zwei Spieltagen derart Alarm schlägt, lässt auch Marx aufhorchen. Für ihn ist das sogar bemerkenswerter als die konkrete Wortwahl des Kapitäns. Wenn Kleindienst erst von „Kindergarten-Fußball“ und im nächsten Spiel von einer „Schande“ spreche, sehe er offenbar Entwicklungen innerhalb der Mannschaft, die ihm überhaupt nicht gefielen.

Thorben Marx absolvierte 113 Pflichtspiele für die Gladbacher
Thorben Marx absolvierte 113 Pflichtspiele für die GladbacherThorben Marx absolvierte 113 Pflichtspiele für die Gladbacher© IMAGO/Team 2

„Das sollte man ernst nehmen“, fordert Marx. Allerdings müssten den Worten nun Taten folgen: „Du kannst nicht nach jedem Wochenende noch eine Stufe schärfer formulieren.“

Denn auch die Wirkung solcher Worte sei begrenzt. „Wenn du jedes zweite Wochenende eine Brandrede halten musst, hast du ein größeres Problem“, warnt Marx. Entscheidend sei deshalb, ob die Worte bei den Spielern tatsächlich etwas auslösen – und auf dem Platz eine Reaktion folgt. Am Samstag muss die Borussia zum SC Freiburg (15.30 Uhr im LIVETICKER) reisen.

Immer neue Umbrüche und Mittelmaß

Für Marx reicht die Diskussion ohnehin weit über zwei missratene Bundesligaspiele hinaus. Gladbach stecke seit Jahren zwischen hohen Ansprüchen, immer neuen Umbrüchen und sportlichem Mittelmaß fest.

Genau deshalb hält der frühere Mittelfeldspieler diesen Fehlstart für gefährlich. Die Menschen rund um den Klub hätten irgendwann keine Lust mehr auf immer neue Übergangsjahre. Niemand könne verlangen, dass Gladbach automatisch um die Champions League spiele. Doch irgendwann müsse wieder eine klare sportliche Entwicklung erkennbar sein.

Für Marx ist deshalb klar, dass Gladbach die Situation trotz des frühen Saisonzeitpunkts nicht kleinreden darf. „Wenn du solche Spiele immer wieder herschenkst und nicht gegensteuerst, dann bist du irgendwann im Abstiegskampf.“

Marx warnt vor Gewöhnung ans Mittelmaß

Marx warnt zugleich eindringlich davor, dass sich im Verein eine Gewöhnung an das Mittelmaß einschleicht: „Wenn du über Jahre immer wieder erklärst, warum etwas noch Zeit braucht, verschieben sich irgendwann die Maßstäbe.“

Gerade deshalb bewertet er Kleindiensts Wutausbruch trotz seiner Kritik am TikTok-Spruch grundsätzlich positiv. Eine Niederlage müsse wehtun. Ein 3:4 nach einer 3:1-Führung erst recht.

„Wenn irgendwann alle erklären können, warum wieder etwas nicht funktioniert hat, ohne dass es richtig wehtut, hast du ein Problem“, betont Marx.