Neue Hintergründe zum Fall Musiala

Fast drei Minuten holt Effenberg zu Musiala aus

Fast drei Minuten holt Effenberg zu Musiala aus

Jamal Musiala muss nach seinen beiden Kollapsen kürzertreten und sich um seine Gesundheit kümmern. Der FC Bayern hat einen genauen Plan, wie es mit dem 23-Jährigen weitergeht.

Die Sorgen um Jamal Musiala sind nach seinen beiden Kollapsen und der Bekanntmachung der gesundheitlichen Probleme groß. Dass der 23-Jährige schon geraume Zeit an sogenannten „Absencen“ aufgrund einer neurologischen Dysfunktion leidet, ist beim FC Bayern intern schon länger bekannt – die jüngsten Rückschläge werfen aber die große Frage auf: Wie geht es für Musiala weiter?

Nach SPORT1-Informationen trainiert der deutsche Nationalspieler in den nächsten drei bis vier Tagen erst einmal individuell, ehe er dann wieder ins Mannschaftstraining einsteigen soll.

Jamal Musiala erleidet einen gesundheitlichen Rückschlag
Jamal Musiala erleidet einen gesundheitlichen RückschlagJamal Musiala erleidet einen gesundheitlichen Rückschlag© IMAGO/Nordphoto

So geht es mit Jamal Musiala beim FC Bayern weiter

Damit es nicht mehr zu Vorfällen wie gegen RB Leipzig und den 1. FC Heidenheim kommt, wird die medikamentöse Behandlung wieder umgestellt. „Er hat ein bisschen reduziert, jetzt müssen wir ein bisschen hochfahren wieder“, bestätigte auch Bayerns Sportvorstand Max Eberl am Samstag am Rand des Supercup-Sieges gegen den BVB (2:1) bei Sky.

Bis die neue Dosis der Medikamente greift, dauert es üblicherweise zehn bis 14 Tage. Danach sollten die Anfälle seltener werden, im Optimalfall gänzlich verschwinden.

Musialas Mitspieler beim FC Bayern wissen seit geraumer Zeit über die Erkrankung Bescheid. Für sie ist es seither Alltag geworden und jeder weiß, wie er damit umgehen soll. Auch schon während der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko war das DFB-Team um Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann darüber informiert.  

Gesundheitlicher Rückschlag trifft Musiala zur Unzeit

Für Musiala selbst ist es derzeit eine schwierige Situation, denn nach seiner langen Wadenbein-Verletzung aus dem Juli 2025 kämpfte er sich in den vergangenen Monaten wieder zurück, um zu alter Form zurückzufinden.

Der Dribbelkünstler befand sich auf einem guten Weg, trainierte nach SPORT1-Informationen mittlerweile wieder ohne Tape am Fuß und war bereit für die neue Saison – ausgerechnet jetzt muss er mit dem gesundheitlichen Rückschlag kämpfen. Eine schwierige Situation, findet auch Bayern-Legende Stefan Effenberg.

„Als Trainer musst du den Spieler größtmöglich schützen“

„Grundsätzlich ist das ein sensibles Thema“, sagte der Ex-Profi am Sonntagmorgen im SPORT1 Doppelpass: „Auf der einen Seite ist es der Körper, aber auf der anderen Seite auch der Kopf. Du präsentierst dich vor einem Millionen-Publikum und alle erschrecken und fragen sich: Was ist da passiert? Was ist da los?“

Der SPORT1-Experte verwies darauf, dass es nun auch für das Trainerteam um Chefcoach Vincent Kompany schwierig werde, damit richtig umzugehen. Der frühere Bundesliga- und Premier-League-Trainer Ralph Hasenhüttl (u. a. Leipzig, Wolfsburg und Southampton) lieferte anschließend einen möglichen Ansatz: „Als Trainer hast du die Aufgabe, den Spieler größtmöglich zu schützen und ihn über Kurzeinsätze wieder heranzuführen.“

Der Österreicher mutmaßte, dass so ein Kollaps wie in den Testspielen auch schon mal im Bayern-Training vorgekommen sein könnte, weshalb der Verein damit so besonnen umgehe. Hasenhüttl und Effenberg betonten jeweils: „Musiala ist beim FC Bayern in den besten Händen.“

Eberl blickt zuversichtlich in die Zukunft

In den vergangenen Tagen sicherten die Bayern-Bosse Musiala auch öffentlich ihre volle Unterstützung zu. Eberl sagte vor dem Franz Beckenbauer Supercup: „Wir machen es mit ihm schon Monate, jetzt weiß es die Öffentlichkeit. Ich habe die Reaktionen auch alle verstanden, weil sie beim ersten Mal bei uns auch so waren. Jetzt ist es etwas Alltag geworden.“

Trainer Vincent Kompany zeigte sich davon „beeindruckt“, wie Musiala hinter den Kulissen mit den Rückschlägen umgehe und sich wieder zurückkämpfen wolle. „Ich habe sein Niveau in der Vorbereitung gesehen. […] Ich habe Geduld und viel Vertrauen. Ich mache mir nicht zu viele Sorgen, denn ich möchte, dass er wieder Spaß auf dem Platz hat.“

Mit Blick in die Zukunft äußerte sich auch Eberl zuversichtlich. Musiala „wollte immer auf den Platz. Er hat immer gesagt: Das ist seine Freude, das ist seine Medizin. Er will Fußball spielen, mit den Jungs zusammen sein.“

Das habe ihm der FC Bayern „immer wieder gegeben, unter Berücksichtigung der Ärzte“, erzählte der Bayern-Boss weiter: „Wir haben immer nach dem grünen Licht gefragt und da war immer grünes Licht. Sonst hätten wir das nicht getan. Der Platz war sein Heiligtum und den werden wir wieder erreichen. Da bin ich mir sehr sicher.“