Deutsche Torwart-Legende verurteilt

Pleite und Haft: Der tiefe Fall eines Nationalkeepers
6:18

Pleite und Haft: Der tiefe Fall eines Nationalkeepers

Eine einstige Torwart-Legende wird verurteilt, kommt um einen Gang ins Gefängnis aber zunächst herum. Auch, weil er seine Kokain-Sucht offenbart.

Der ehemalige Bundesliga-Torhüter Eike Immel ist in einem Berufungsprozess zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Außerdem wurde er zu 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit und einer Drogen-Therapie verpflichtet. Die Berufung kommt, nachdem er 2025 wegen Betrugs zu einer zweijährigen Gefängnisstrafe ohne Bewährung verurteilt wurde.

Der frühere Torhüter von Borussia Dortmund, VfB Stuttgart und Manchester City war wegen Betrugs in 107 Fällen angeklagt gewesen, er soll sich insgesamt 34.000 Euro erschlichen haben.

Eike Immel wurde zu zwei Jahren Bewährungsstrafe verurteilt
Eike Immel wurde zu zwei Jahren Bewährungsstrafe verurteiltEike Immel wurde zu zwei Jahren Bewährungsstrafe verurteilt© IMAGO/Gartner

Vor Gericht gestand Immel derweil auch langjährigen Kokainkonsum. Die Drogenabhängigkeit soll ein Grund für sein Fehlverhalten gewesen sein. Durch die Drogensucht sei er in „finanzielle Engpässe“ gekommen.

Das Marburger Landgericht entschied gegen eine Haftstrafe, weil sich der Ex-BVB-Profi reumütig zeigte. „Er hat die Hosen runtergelassen, auch in Angelegenheiten, zu denen er sich nicht hätte äußern müssen“, hob Richter Dominik Balzer hervor.

Immel selber zeigte sich schuldbewusst und bußbereit: „Im Grunde kann ich dankbar dafür sein, dass ich angezeigt wurde. Ich will mein Leben ändern, egal wie das hier ausgeht. Ich gebe alles zu. Ich will nicht mehr lügen. Ich hoffe, dass ich eine zweite Chance bekomme. Ich habe seit einem Jahr eine Partnerin an meiner Seite, die sich große Sorgen macht und die einfach toll ist. Da lohnt es sich, auch dafür zu kämpfen und ein anständiger Kerl zu werden.“

DEINE MEINUNG

Nicht das erste Vergehen des Ex-Torhüters

In den Konflikt mit dem Gesetz war der Europameister von 1980 schon früher geraten. Das Amtsgericht Marburg verhängte gegen Immel 2008 eine Geldstrafe von 5.200 Euro, nachdem er gestanden hatte, von einem Rentner 15.000 Euro geliehen zu haben, ohne die Schuld jemals beglichen zu haben.

Sein erster Berührungspunkt mit Kokain sei nach eigenen Angaben um 2007 gewesen. Während der Corona-Zeit soll es zu einer „sehr dunklen Phase und einem Rückfall“ gekommen sein, wie Immels Verteidiger Burkhard Benecken erklärte.

Eine bemerkenswerte Karriere

Eike Immel gab mit 17 Jahren sein Debüt für Borussia Dortmund. Somit wurde er damals zum jüngsten Torhüter der Bundesliga-Geschichte. 17 Jahre später hatte er für den BVB und den VfB Stuttgart insgesamt 534 Bundesliga-Spiele absolviert und rangiert damit immer noch auf dem achten Platz der ewigen Einsatz-Tabelle des deutschen Oberhauses. Hinter Oliver Kahn und Manuel Neuer ist er auf Platz drei unter den Torhütern. Mit dem VfB wurde er 1992 Deutscher Meister.

Für den DFB bestritt er 19 Partien. Er war Teil des Kaders, als Deutschland 1980 mit Kapitän Bernhard Dietz Europameister wurde. Bei den Weltmeisterschaften 1982 und 1986 war er ebenfalls ohne Einsatz im DFB-Aufgebot. Bei der EM 1988 durfte er dann als Deutschlands Nummer 1 ran.

Nach seiner Karriere buchte er diverse Reality-TV Angebote, unter anderem auch das Dschungelcamp. Bei seinem Verhör erwähnte er, dass er „wieder zwei, drei Angebote vom Reality-TV“ habe.