Der emotionale Abgang eines Helden

"Wegweisend": FC Bayern plant großes Projekt

"Wegweisend": FC Bayern plant großes Projekt

Johannes Voigtmann beendet seine beeindruckende Karriere in der Nationalmannschaft. Der Welt- und Europameister erklärt die Gründe für seinen Abschied - und wird dabei emotional.

Einer der erfolgreichsten deutschen Basketballer macht Schluss mit der Nationalmannschaft. Johannes Voigtmann gab bekannt, dass er in Zukunft nicht mehr für Deutschland auflaufen wird.

Damit verlässt ein Spieler die Nationalmannschafts-Bühne, der das Team wie wohl kaum ein anderer geprägt hat. Voigtmann war nicht nur als Führungsspieler wichtiger Teil der Mannschaft, die sensationell Welt- und Europameister wurde. Er erlebte auch die schweren Zeiten des DBB und stand immer zur Verfügung, wenn er gebraucht wurde.

Johannes Voigtmann beendet seine Karriere beim DBB-Team
Johannes Voigtmann beendet seine Karriere beim DBB-TeamJohannes Voigtmann beendet seine Karriere beim DBB-Team© IMAGO/Christoph Worsch

Jetzt ist Schluss. Wie er seine Laufbahn einschätzt, erklärte er nach dem Training des FC Bayern Basketball am Dienstag in einer Medienrunde auf SPORT1-Nachfrage: „Ich blicke mit sehr viel Stolz auf die Zeit zurück. Nicht nur auf die guten Zeiten, die ja sowieso Spaß machen, sondern auch die schlechten Zeiten. Die waren auch sehr wichtig.“

„Ich bin komplett zufrieden mit meiner ganzen Karriere. Ich habe die Ehre gehabt, mit dem besten deutschen Basketballer aller Zeiten in Dirk Nowitzki zusammenzuspielen ganz am Anfang meiner Karriere und habe jetzt am Ende meiner Karriere ganz viele Sachen gewonnen mit ganz vielen coolen Typen. Der ganze Weg war super und hat super viel Spaß gemacht. Das nehme ich mit und trage ich tief in meinem Herzen“, sagte der sichtlich emotionale Weltmeister.

Voigtmann: Das „werde ich unheimlich vermissen“

Voigtmann, der sonst eigentlich in jeder Situation sehr abgeklärt wirkt, kam beim Rückblick dann sogar immer wieder ins Schlucken.

Man merkte ihm an, wie nah ihm dieser Abschied geht. Ganz besonders, als SPORT1 ihn auf die anstehende Verabschiedung in Köln ansprach: „Ich freue mich natürlich sehr, erstmal die Jungs wieder zu sehen, weil das einer der Faktoren ist, der nicht so einfach abzuschließen war.“

„Die Zeit mit den Jungs werde ich unheimlich vermissen. Deswegen freue ich mich, jetzt kurz wieder dazuzustoßen“, sagte Voigtmann, der am Donnerstag vor dem WM-Qualifikationsspiel Deutschlands gegen die Niederlande in der Lanxess Arena in Köln feierlich verabschiedet wird.  

Johannes Voigtmann nach dem EM-Titel 2025
Johannes Voigtmann nach dem EM-Titel 2025Johannes Voigtmann nach dem EM-Titel 2025© IMAGO/camera4+

Insgesamt lief der Big Man 128-mal für Deutschland auf und holte neben den Titeln auch noch EM-Bronze und zog ins Halbfinale bei Olympia ein. „Wie emotional es wird, weiß ich nicht. Ich weiß nicht genau, wie ich mich darauf vorbereiten kann, aber ich werde mein Bestes geben, mich nicht übermannen zu lassen“, sagte Voigtmann lächelnd.

„Ohne ihn hätte Deutschland ganz sicher nicht die Erfolge gefeiert“

Sein Stellenwert für den deutschen Basketball war enorm. Das zeigte sich während der EM, als er mitten im Turnier verletzt abreisen musste und speziell von Dennis Schröder und Franz Wagner immer wieder herausgestellt wurde – aber auch jetzt nach der Verkündung seines Rücktritts.

Mitspieler reagiert auf EM-Aus für DBB-Star

Mitspieler reagiert auf EM-Aus für DBB-Star

Das wissen sie auch beim FC Bayern, für den der 33-Jährige auch in Zukunft weiter auflaufen wird. „Er ist eine herausragende Persönlichkeit und natürlich ein herausragender Sportler. Ohne ihn hätte Deutschland ganz sicher nicht die Erfolge gefeiert, die sie feiern konnten“, lobte ihn Bayerns Geschäftsführer Sport Thorsten Leibenath.

Und auch Bayern-Trainer Anton Gavel verneigte sich: „Hut ab vor dem, was er geleistet hat. Er war bei all den größten Erfolgen, die Deutschland erreicht hat, immer dabei. Wir können nur Glückwunsch und Danke sagen.“

Voigtmann will mit Bayern wieder voll angreifen

Mit einem kleinen Augenzwinkern erklärte Gavel im Gespräch mit SPORT1 dann aber auch lachend: „Wir sind froh, dass er aufgehört hat und er jetzt die Fenster nicht mehr spielt.“

Beim FC Bayern geht es jetzt noch weiter für Voigtmann, der in der vergangenen, sehr frustrierenden Saison für die ambitionierten Münchener immer wieder mit seinem Körper zu kämpfen hatte.

Nach einem erholsamen Sommer mit der Familie blickt Voigtmann jetzt positiv in die Zukunft: „Mir geht es super. Ich konnte endlich mal einen Sommer durchschnaufen und mich auch mal darauf konzentrieren, die letzte Saison zu verarbeiten und voll an meinen körperlichen Baustellen zu arbeiten. Jetzt fühle ich mich super fit.“

Mit den Bayern will er nach der titellosen Spielzeit wieder voll angreifen. Zuvor kommt es noch zum emotionalen Abschied für die deutsche Basketball-Legende in Köln, bei dem sicher die eine oder andere Träne fließen könnte.