„Schäme mich für mein Verhalten“
Fast gibt es für die Amerikanerinnen gegen Italien die erste WM-Pleite seit 20 Jahren. Doch letztlich setzen sich Caitlin Clark und Co. durch.
Topfavorit USA hat bei der Basketball-WM der Frauen in Berlin eine historische Pleite gerade so verhindert und vorzeitig das Viertelfinal-Ticket gelöst. Der Rekordweltmeister und Titelverteidiger um Superstar Caitlin Clark besiegte am Sonntag im zweiten Vorrundenspiel Italien nach schwacher Leistung mit 55:52 (30:26) und sicherte sich damit Platz eins in der Gruppe D. Dieser bedeutet die direkte Qualifikation für die Runde der letzten Acht.
Es war der 32. Sieg der USA auf der WM-Bühne in Folge. Eine Niederlage wäre die erste bei einem großen Turnier seit 20 Jahren gewesen, 2006 hatte der Serienchampion das WM-Halbfinale gegen Russland verloren.
Jackie Young war vor 9232 Fans in der Uber Arena mit zehn Punkten beste Werferin der US-Amerikanerinnen, die zum Auftakt am vergangenen Freitag China mit 94:61 geschlagen hatten. Clark erwischte derweil einen Abend zum Vergessen, verbuchte nur einen Zähler und traf keinen ihrer sechs Feldwürfe.
Wirbel um Schiedsrichter
Für Diskussionen sorgte derweil die Leistung der Unparteiischen. Matilde Villa auf SPORT1-Nachfrage zur Schiedsrichterleistung: „Ich möchte nichts Schlechtes über die Schiedsrichter sagen. Sie versuchen auch nur ihren Job zu machen, der sehr schwer ist, aber ich muss schon sagen, dass einige ihrer Entscheidungen nicht gut waren. Leider kann man die Calls jetzt nicht mehr ändern.“
Die Italienerin Mariella Santucci betonte: „Wir sollten uns jetzt keine Gedanken über die Schiedsrichter machen. Wir sind ein gutes Team und wollen auf diesem Level, mit dieser Physis spielen. Da kann es auch mal falsche Entscheidungen geben, aber die können wir nicht kontrollieren.“
Cecilia Zandalasini wurde beim letzten Wurf von einer US-Spielerin klar im Gesicht getroffen. Weil kein Pfiff ertönte, stürmte sie nach der Schlusssirene wutentbrannt in Richtung des Schiedsrichters, schrie ihn an und musste von ihren Teamkollegen zurückgehalten werden. Die Schiedsrichter wurden daraufhin beim Verlassen der Halle vom Publikum ausgepfiffen.
Zu Beginn der Pressekonferenz entschuldigte sie sich für ihr Verhalten: „Wer auch immer diese Pressekonferenz anschaut. Ich möchte mich für mein Verhalten entschuldigen, auch beim gegnerischen Team. Es waren heute viele Emotionen im Spiel, aber ich hätte sie in mir behalten und nicht herauslassen sollen. Deshalb möchte ich mich auch bei den Schiedsrichtern entschuldigen. Wenn ich das Nationaltrikot trage, bin ich einfach viel emotionaler. Jetzt schäme ich mich für mein Verhalten.“
Basketball-WM: USA muss noch gegen Tschechien ran
Das letzte Gruppenspiel am Montag (20.45 Uhr) gegen Tschechien ist für Clark und Co. nun nicht mehr von sportlichem Wert. Für die USA geht es in Berlin einzig und allein um den insgesamt zwölften WM-Titel – und den fünften in Serie.
Gegen Italien offenbarte das Team um Kapitänin Breanna Stewart ungewohnte Schwächen. Im ersten Durchgang traf der Favorit keinen seiner sechs Dreier und ging gerade einmal mit einer 30:26-Führung in die Halbzeit.
Doch auch im dritten Viertel wurde es nicht besser – im Gegenteil. Angeführt von der überragenden Cecilia Zandalasini (14 Punkte) ging der Außenseiter gar in Front (35:32). Auch im Schlussabschnitt taten sich die Amerikanerinnen schwer, doch sie kämpften sich letztlich durch.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)