EuroLeague-Dämpfer: Bayern-Sorgen werden immer größer

Fehlstart! Bayern-Basketballer kassieren nächste Pleite
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Fehlstart! Bayern-Basketballer kassieren nächste Pleite

Die Basketballer des FC Bayern verlieren auch ihr zweites Heimspiel in der EuroLeague völlig unnötig. Speziell die Art und Weise sorgt für Frust bei Anton Gavel und den Fans. Jetzt braucht es schnell Verbesserungen.

Immer wieder feuerte Anton Gavel sein Team emotional an. Der Coach der Bayern-Basketballer versuchte, selbst nach katastrophalen Fehlern seiner Mannschaft positiv zu bleiben. Doch sein Team machte es ihm bei der bitteren 87:94-Heimniederlage gegen EuroLeague-Mittelklasseteam Virtus Bologna nicht gerade leicht, positiv zu bleiben.

Und so tobte Gavel letztendlich doch immer wieder an der Seitenlinie. Am Ende stand die Enttäuschung über die zweite vermeidbare Niederlage in Folge. „In beiden Heimspielen waren ganz klar Siege drin. Leider haben wir uns teilweise selbst um diese Siege gebracht. Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen und jetzt deutlich bessere Leistung bringen auswärts“, bilanzierte Gavel nach dem Spiel.

Anton Gavel ärgerte sich über die Leistung seiner Mannschaft
Anton Gavel ärgerte sich über die Leistung seiner MannschaftAnton Gavel ärgerte sich über die Leistung seiner Mannschaft© IMAGO/Eibner

Während der 40 Minuten war er, genau wie die Bayern-Fans, teilweise an seiner Mannschaft verzweifelt. Immer wieder saß er kopfschüttelnd auf der eigenen Bank, speziell weil sein Team teils haarsträubende Fehler machte.

„Ich habe schon das Gefühl gehabt, dass wir uns heute selbst die Luft aus den Segeln genommen haben in verschiedenen Momenten“, sagte auch Bayern-Star Oscar da Silva auf SPORT1-Nachfrage: „Das hat man auch an der Körpersprache gemerkt, dass dann der letzte Wille gefehlt hat, gerade in Momenten in der zweiten Halbzeit, die das Spiel wieder auf unsere Seite hätten kippen lassen können.“

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EuroLeague: Bayern-Stars lassen Fans verzweifeln

Statt des ersten Heimsiegs stehen die Bayern nach vier Spielen und zwei Heimspielen bei einer Bilanz von 1:3. In der nächsten Woche stehen zwei Spiele in Istanbul an – die Gefahr, danach bei 1:5 zu stehen, ist extrem groß.

Dann bestünde zudem die Gefahr, dass die so große Aufbruchstimmung von vor der Saison schon nach wenigen Wochen kippt. Denn nicht nur der sportlich schwache Start in der EuroLeague ist schwer zu verdauen, aktuell verpassen es die Bayern auch, die Fans mitzunehmen.

Gerade hier lag eines der Hauptziele der Bayern-Verantwortlichen vor der Saison. Man wolle die Fans mit begeisterndem Basketball mitreißen und dazu animieren, immer wieder in die Halle zu kommen, hatte Sportvorstand Thorsten Leibenath vor der Saison als Marschroute vorgegeben.

Doch von Begeisterung waren die Fans beim zweiten Heimspiel der EuroLeague-Saison weit entfernt. Stattdessen sorgte die Spielweise mit tausenden Harakiri-Turnovern für Entsetzen und Frust bei den Fans.

Diese versuchten, ihr Team reihenweise zu pushen, standen auf und klatschten. Statt des erhofften Korbs folgte aber meist der Turnover. Und weil einer katastrophaler als der andere war, wurde auch das Murren auf der Tribüne immer lauter. In der Schlussphase schlugen die Fans dann sogar vor Verzweiflung reihenweise die Hände über dem Kopf zusammen.

Da Silva zeigt Verständnis für unruhige Fans

Diese Enttäuschung könne er gut nachvollziehen, erklärte da Silva gegenüber SPORT1 nach dem Spiel: „Wir haben gute Fans, klar werden sie auch mal unruhig, sie sind aber auch für uns da und unterstützen uns. Die Fans sind also auf keinen Fall extra Druck für uns.“

„Zum Glück haben wir eine gute Basis, die für uns Lärm macht – und die wollen natürlich auch, dass wir Erfolg haben, gemeinsam. Ich hoffe, dass wir ihnen in der nächsten Zeit wieder mehr zurückzahlen können und mehr Heimsiege einfahren“, sagte der Europameister weiter.

Oscar da Silva zeigte sich nach der Niederlage selbstkritisch
Oscar da Silva zeigte sich nach der Niederlage selbstkritischOscar da Silva zeigte sich nach der Niederlage selbstkritisch© IMAGO/Beautiful Sports International

Damit das gelingt, muss die Mannschaft schnell ihre Schwachstellen beheben – und davon gibt es zum Saisonstart aktuell noch wirklich einige. Die Defensive greift europäisch noch überhaupt nicht und die Offensive wirkt oft kopflos.

Bisher ist kaum ein Spielsystem zu erkennen. Stattdessen werden die Bayern immer wieder ins Halbfeld gezwungen und verfallen dort in zu viele Eins-gegen-eins-Situationen. Statt schön herausgespielten Würfen enden die Angriffe zu oft mit Einzelaktionen von Duane Washington oder Andi Obst.

Gavel zählt Mannschaft schon an

Das kritisierte Cheftrainer Anton Gavel nach der Niederlage auch erstmals öffentlich sehr deutlich: „Jedes Mal, wenn wir nah dran waren, haben wir in der Offensive unglaublich schwache Entscheidungen getroffen und uns viel zu sehr auf Hero-Ball verlassen. So darf es nicht weitergehen.“

Der Coach mahnte: „Wir haben die Sachen, die wir uns vorgenommen haben, nicht umgesetzt.“ Auf SPORT1-Nachfrage wurde er dann nochmal so richtig deutlich: „Offensiv vergessen wir teilweise die Plays oder versuchen, es mit der Brechstange zu lösen. So gewinnt man kein Spiel.“

Oscar da Silva zeigte sich selbstkritisch: „Als Spieler müssen wir uns jetzt am Riemen reißen und schauen, dass wir noch eine Schippe drauflegen und verstehen, wie wir das Konzept am besten ausführen. Das ist unsere Verantwortung.“

Die Worte des deutschen Nationalspielers verdeutlichen, dass bei den Bayern aktuell nicht alles optimal läuft. Speziell die Einstellung gilt es bei einigen Spielern akut zu hinterfragen. Das unterstrich übrigens auch Gavel: „Wir haben die letzten beiden Tage im Training schon nicht gut ausgesehen. Das hat sich dann auch heute im Spiel gezeigt.“

Saisonstart droht zur Katastrophe zu werden

Wenn die Einstellung im Training nicht zu 100 Prozent stimmt, wird es für Bayern schwer, die gegenwärtigen Probleme zu lösen. Denn wirklich viel Zeit zum Trainieren hat das Team bei ein bis zwei EuroLeague-Spielen und einem BBL-Spiel pro Woche nicht.

Die Probleme müssen jetzt trotzdem schnell gelöst werden, denn sonst droht ein katastrophaler Saisonstart. In der kommenden Woche warten Auswärtsspiele bei Anadolu Efes Istanbul und Besiktas Istanbul.

Traditionell tun sich die Bayern in der Türkei extrem schwer. Es droht eine Bilanz von 1:5 nach der kommenden Woche. Ein Szenario, das nicht auftreten darf, wie Gavel auf SPORT1-Nachfrage klarstellte: „Wir müssen jetzt die Siege irgendwo finden, wo wir sie nicht eingeplant haben. Egal, wer jetzt vor uns steht, ob Efes oder Besiktas. Irgendwo müssen die Siege jetzt herkommen.“

Gelingt dies nicht, könnte ein Saisonziel, in der EuroLeague um die Playoffs zu kämpfen, schon früh schwer zu erreichen sein. Immerhin in der Liga dominiert man bisher nach Belieben. In München wird man hoffen, dass diese Dominanz auch am kommenden Wochenende im Pokal-Achtelfinale in Hamburg zu sehen ist. Nach zwei enttäuschenden Pokal-Saisons ist der Titel fast Pflicht.

Es zeigt sich deutlich, dass schon jetzt extremer Druck auf dem Kessel ist, beim FC Bayern Basketball. Die Gefahr ist groß, dass die Verzweiflung schon bald auch in Enttäuschung und Wut umschwingen könnte.